Prinzipien in die Praxis umsetzen:

Strategien für eine erfolgreiche Sozialarbeitspraxis

von Carol S. Cohen (Juni 2005)[1]

Ich werde in meinem Beitrag von den Prinzipien sprechen, die uns in unserer Praxis leiten und die einen Rahmen für unsere Arbeit zur Verfügung stellen. Um die zunehmende Bedeutung der Ressourcenorientierung in der Praxis der Sozialarbeit zu betonen, habe ich meiner Präsentation den Untertitel gegeben: "Strategien für eine erfolgreiche Praxis der Sozialarbeit". Sie hätte jedoch auch den Titel tragen können: "Anstrengungen beim Umsetzen von Prinzipien in die Praxis". Wir stehen oft in herausfordernder und schwieriger Arbeit, die dennoch viel Potenzial in sich birgt und sehr lohnend zu sein scheint. Das Hauptbeispiel, das ich verwenden möchte, kommt aus der Sozialarbeit mit Gruppen. Die Prinzipien, die ich diskutieren werde, sind jedoch für alle Sozialarbeitsmethoden und die unterschiedlichsten Felder der Sozialarbeit anwendbar.

Eine Geschichte aus der Sozialarbeitspraxis

Ich werde mit einer Geschichte beginnen: Bevor ich meine Lehrtätigkeit an der Fordham University aufgenommen habe, war ich bei der Katholischen Caritas in Brooklyn, New York angestellt. Im letzten Jahr meiner Tätigkeit habe ich dort mit einem großartigen Sozialarbeiter in der Bedford Stuyvesant Sektion von Brooklyn zusammengearbeitet. Eines Tages kamen vier reife Frauen zu ihm und sagten: Sohn, das ist wichtig - wir haben gehört, dass du Gruppen für Väter hast, die sich mit ihren Kindern in Verbindung setzen möchten. Nun, wir sind Großmütter, die die Kinder unserer Kinder - unsere Enkelkinder - großziehen, weil unsere Kinder nicht mehr da sind. Und wir hätten gerne eine Gruppe, die uns dabei hilft.

Mit dieser Anfrage erfüllte sich der Traum eines jeden Sozialarbeiters! Die Klienten kommen selbst zu uns und fragen einen sozialen Dienst nach, der für sie von Bedeutung ist. Alle Mitarbeiter der Sektion stimmten darin überein, dass dies eine wunderbare Nachricht war. Alle waren überzeugt davon, dass eine solche Gruppe innerhalb weniger Wochen stehen würde! Sie können sich schon denken, dass das nicht ganz so einfach vonstatten ging, wie wir es uns vorgestellt hatten. Es hat tatsächlich zwei Jahre gedauert, bis diese Gruppe wirklich in Gang kam (Cohen 1995). Nun, so werden sich vermutlich einige von Ihnen fragen: Zwei Jahre, um diese Gruppe zu starten, wie war das möglich? Wie kann es sein, dass diese Leute so inkompetent waren? Andere von Ihnen sind möglicherweise milder und sagen vielleicht: Zwei Jahre - nicht schlecht, wenn man bedenkt, wie es in manchen Einrichtungen zugeht. Ich werde es Ihnen überlassen, Ihr Urteil zu fällen, indem ich Ihnen mehr von der Geschichte dieser Gruppe erzähle.

Nachdem die Großmütter bei uns waren, haben wir mit viel Anstrengung begonnen zu planen. Wir haben die Bedürfnisse der Frauen berücksichtigt und darüber nachgedacht, wie eine Gruppe diesen am besten dienen könnte. Wir haben uns Namen für die Gruppe überlegt. Ein findiger Sozialarbeiter hat vorgeschlagen, die Gruppe GAMA zu nennen, was für Großmütter wieder als Mütter stehen sollte.[2]

Unter diesem Namen haben wir Flyer an die Kirchengemeinden in der Umgebung geschickt. Wir haben selbstverständlich auch die Frauen, die den Kollegen angesprochen hatten, benachrichtigt, wann die Gruppe starten würde. Zwei Sozialarbeiter wurden für die Gruppenarbeit bestimmt (eine Sozialarbeitsstudentin im Praktikum und ein Sozialarbeiter des Mitarbeiterstabes). Es wurden strukturelle Entscheidungen getroffen, wo und wann die Gruppe sich treffen sollte. Ich kann nicht annähernd hier beschreiben, wie begeistert wir waren. Die Direktorin berichtete ihren Vorgesetzen über das großartige Programm, das starten würde und wir waren erfüllt von Begeisterung für diese Arbeit. Die Institution war sehr interessiert, Leute zu erreichen, die solche Dienste unbedingt nötig hatten und fühlte sich verpflichtet, für sie soziale Gruppen zu initiieren. GAMA versprach ein solch nötiges Projekt zu werden. Ich war damals die Supervisorin dieser Einrichtung und dachte. Das ist phantastisch! Ich kann mithelfen, ein richtiges Gruppenarbeitsprogramm zu entwickeln, bevor ich an die Universität gehe. Was für ein wunderbares Vermächtnis werde ich hier hinterlassen!

Fünf Großmütter kamen im Januar zum ersten Treffen. Ich muss zugeben, dass es nicht dieselben Frauen waren, die ursprünglich diese Dienstleistung angefragt hatten. Das fanden wir seltsam. Die Sozialarbeiter jedoch waren so begeistert, dass diese fünf Frauen gekommen waren und stellten zunächst nicht viele Fragen. Schließlich fragten sie aber dann doch jede einzelene Frau, warum sie gekommen sei. Die erste Frau sagte, dass sie an der Essensausgabestelle plötzlich von einem Sozialarbeiter gefragt worden sei: Sind Sie eine Großmutter? Da sie diese Frage bejahte, wurde sie ermutigt, nach oben zum Gruppentreffen zu gehen. Die nächste Frau sagte, dass sie gerade ihren Enkel von der benachbarten Tagesstätte abgeholt hätte, als sie von einem Sozialarbeiter fast umgerannt worden sei und von ihm gefragt wurde: Sind Sie eine Großmutter? Als sie das bejaht habe, sei sie mit Begeisterung zu dem Treffen eingeladen worden. Nun, Sie können sich inzwischen ein Bild machen: Da waren fünf Frauen, die keinen klaren Plan gefasst hatten, der Gruppe beizutreten. Sie fanden sich plötzlich in dem Gruppentreffen. Wie sich später herausgestellt hat, zog nur eine der Großmütter tatsächlich Enkel groß.

Die Sozialarbeiter, die viele Stunden mit den Vorbereitungen verbracht hatten, haben das, was sie für den perfekten Plan hielten, weiter vorangetrieben. Sie haben die Anwesenden willkommen geheißen und darüber gesprochen, wie die Gruppe aus einer Anfrage aus der Gemeinde entstanden sei. Die Sozialarbeiter begannen zu fragen, wie oft sich die Gruppe treffen sollte und ob die Frauen glaubten, dass während des Treffens Kinderbetreuung für die Enkel nötig wäre. Dann fragten sie die Teilnehmerinnen nach Vorschlägen für die Gruppenarbeit. Als niemand antwortete, schlugen die Sozialarbeiter vor, dass die Gruppe Großmütter zusammenbringen könnte, die sich gegenseitig helfen könnten, gemeinsam mit dem Stress und der Anstrengung, die Kinder ihrer Kinder großzuziehen, fertig zu werden. Nun, die Frauen, die zu dem Treffen gekommen waren, akzeptierten das von den Sozialarbeitern vorgeschlagene Gruppenziel. Tatsächlich meinten die Teilnehmerinnen, dass alles was die Sozialarbeiter für die Gruppe vorschlugen - einschließlich des Namen GAMA - akzeptabel war. Erinnern wir uns aber daran, dass diese Frauen gar nicht genau wussten, warum sie da waren oder ob sie jemals wieder zu der Gruppe kommen würden. Natürlich wurden Kekse und Getränke serviert und das Treffen kam zu einem Ende. Die Sozialarbeiter sind zurück ins Büro gekommen und erzählten mir von dem großartigen Treffen. Wir haben sofort angefangen, Pläne für das nächste Treffen zu schmieden. Was glauben Sie passierte beim nächsten Treffen? Nur eine Frau war wiedergekommen. Sie wurde die einzige treue Anhängerin, die zu jedem späteren Treffen kam. Sie war die einzige Frau des ersten Treffens, die selbst Enkel großzog. Ihr Sohn war an AIDS gestorben und ihre Schwiegertochter war verschwunden. So zog sie plötzlich wieder Kinder groß und fand diese Gruppe sehr stark.

Wir haben uns weiter tapfer geschlagen. Ein nächstes Treffen wurde abgehalten und eine weitere Frau nahm daran teil, die auf eine neue Welle von Ankündigungen hingekommen war. Es bildete sich ein Muster in der Gruppe heraus: Jedes Mal wurden die neuen Teilnehmerinnen gebeten: Bitte erzählen Sie uns Ihre Geschichte als Großmutter, die ihre Enkel großzieht. Jede neue Frau erzählte uns ihre herzerweichende Geschichte. Die Sozialarbeiter und die Veteranin, die jedes Mal kam, ermutigten die neue Teilnehmerin fortzufahren, indem sie sagten: Erzählen Sie uns mehr! Erzählen Sie uns mehr! Am Ende jeder Sitzung sagte die jeweils neue Teilnehmerin, dass diese Erfahrung für sie sehr nützlich aber auch schrecklich auszehrend gwesen sein. Diese Frauen kamen niemals wieder. Wir waren völlig auf dem falschen Weg. So kraftvoll das Treffen auch für die neue Teilnehmerin gewesen sein mag, GAMA sollte eine Gruppe, in der sich die Mitglieder gegenseitig unterstützen, und keine therapeutische Selbsthilfe-Gruppe sein.

Das Muster, die zukünftigen Mitglieder zu einem Treffen einzuladen und sie dann zu ermutigen, alles zu erzählen, förderte nicht die Weiterentwicklung der Gruppe. Die Direktorin jedoch redete weiterhin begeistert über die Gruppe, und alle, mit denen sie darüber sprach, sagten: Oh, das ist genau die Arbeit, die wir tun sollten! Sie wagte es nicht, zu sagen, dass GAMA sich nur so dahinschleppte.

Als Supervisorin ist es mir peinlich zu gestehen, dass ich die Sache, die von Anfang an in eine merkwürdige Richtung lief, nicht sofort in die Hand genommen habe. Nach einiger Zeit der Beobachtung wurde der dysfunktionale Gruppenprozess klarer. Dann kam der Sommer, die Praktikantin verließ die Einrichtung und wir haben die Gruppe für eine Weile gestoppt. Es kam der September, es kam der Oktober und plötzlich war die Gruppe eingeschlafen. Wir waren zwar in Kontakt mit dem einzigen festen Mitglied der Gruppe geblieben, dieses teilte uns schließlich mit: Ich gehe weg aus New York City.

Wir begannen über die Auflösung von GAMA nachzudenken. Aber erinnern Sie sich: Ich habe gesagt, es hat zwei Jahre gedauert! Die Direktorin und eine der Sozialarbeiterinnen gingen zu einem Treffen der Kirchengemeinde und erwähnten die GAMA-Gruppe. Wir waren immer noch nicht bereit, der Welt zu mitzuteilen, dass unser Unternehmen gescheitert war. Der Pastor der Kirche erzählte der Direktorin, ihm sei aufgefallen, dass viele lateinamerikanische Frauen sich hinten in der Kirche versammeln würden, um ihre Erfahrungen mit dem Aufziehen ihrer Enkel auszutauschen. Er wollte gerne wissen, ob wir eine ähnliche Gruppe wie GAMA in seiner Gemeinde starten könnten! Die Direktorin antwortete: Eine hervorragende Idee. Wir starteten diese Gruppe und kurz darauf traf der Vertreter einer Kinderhilfe-Einrichtung (child welfare agency) die Direktorin bei irgendeiner Veranstaltung. Nachdem er von GAMA erfuhr, berichtete er, dass seine Einrichtung mit vielen Großeltern arbeitete, die die Vormundschaft für ihre Enkel übernommen hätten, weil die Eltern der Kinder gestorben seien oder unfähig wären, ihre Kinder zu erziehen. Er lud uns ein, mit diesen Großmüttern eine Gruppe zu beginnen.

Ein Wunder!!! Zwei Gruppen aus dem Nichts. Doch wir sollten nicht vergessen, dass damals in den Vereinigten Staaten 3,2 Millionen Kinder gezählt wurden, die von ihren Großeltern aufgezogen wurden (US Census, 1991).

Offenbar besteht kein Mangel an Leuten, die aus einem solchen Gruppenprogramm - einer verbesserten Version der ursprünglichen GAMA-Gruppe - Nutzen ziehen könnten. Nach der Neugründung der Gruppe, erklärten die Mitglieder selbst: Ich möchte an der Gruppe teilnehmen und ich erwarte ganz bestimmte Dinge von der Gruppe, und sie bildeten Gruppen, in denen sie sich gegenseitig unterstützen konnten, was in folgenden Aussagen zum Ausdruck kommt: Dies ist ein Platz, wo ich mich nicht fremd fühle. Wenn ich in die Schule meines Enkels gehe, dann fühle ich mich als jemand anderes als die Eltern der übrigen Schüler - aber hier fühle ich, dass ihr wirklich versteht, in welcher Situation ich bin.

Die wesentliche Veränderung war, dass neue Mitglieder bei ihrem ersten Treffen mehr die Gelegenheit bekamen, von den Kämpfen und Erfolgen der anderen Mitgliedern zu erfahren, statt ihre eigene Leidensgeschichte zu erzählen. Die Mitarbeiter verpflichteten sich, den Gruppenmitgliedern dabei zu helfen, die Planung der Gruppe selbst in die Hand zu nehmen. So dachten z.B. die Sozialarbeiter zunächst, dass es hilfreich sein könnte, die Großmütter und die Enkel bei Ausflügen und Picknicks zusammenzubringen. Nun, nachdem die Gruppenmitglieder selbst begonnen hatten, Entscheidungen zu treffen, machten sie den Sozialarbeitern klar, dass sie tagtäglich ihre Zeit mit ihren Enkeln verbrachten und es für sie viel interessanter wäre, einmal ohne ihre Enkelinder mit den anderen Großmüttern zusammen zu sein. Zur Überraschung der Sozialarbeiter sagten die Mitglieder, dass sie es bevorzugen würden, gemeinsam die Fifth Avenue herunterzulaufen als ein Intergenerationen-Picknick im Central Park zu veranstalten! Schließlich entwickelten sie GAMA zu einem Treffpunkt, an dem sich die regelmäßigen Mitglieder und andere Großeltern, die Enkel großzogen, zeitweilig von der Last der Verantwortung des Kinderbetreuens erholen konnten.

Im zweiten Jahr der Treffen entschieden die Gruppen, Referenten einzuladen, die zu ihnen über ihre gesetzlichen Rechte sprechen sollten. Viele von ihnen waren in Sorge, dass irgendjemand daherkommen könnte und von ihnen das Sorgerecht über ihre Enkel einfordern würde. Nur die Gruppenmitglieder, die in Kontakt mit der Jugendhilfe (child welfare system) standen, hatten das gesetzliche Sorgerecht für ihre Enkel. Die Informationen, die sie bei diesen Treffen erhielten, vertrieben einige Ängste, verstärkten aber das Bedürfnis nach Rechtsbeistand. Die GAMA-Mitglieder und die Sozialarbeiter wurden zu Motoren bei der Bildung einer Koalition von Großeltern-Gruppen in der ganzen Stadt. Sie engagierten sich als Lobbygruppe und führten politische Aktionen durch. So demonstrierten sie sogar vor dem Sitz der Regierung des Staates New York.

Zum Schluss möchte ich Ihnen gerne noch aus dem GAMA-Projekt mitteilen, dass die Gruppenmitglieder selbst sich Gedanken darüber machten, wie sie potenzielle Mitglieder erreichen konnten. Sie entschieden sich dafür, die GAMA Ankündigung als eine persönliche Einladung von Mitgliedern an potenzielle Mitglieder zu gestalten. Ich möchte Ihnen aus diesem Text folgendes vorlesen: Wir wissen, dass Sie Unterstützung brauchen - Und wir sind für Sie da.

Das war alles, was sie sagen wollten. GAMA war nicht mehr die großartige Idee einer Einrichtung, sondern ein mögliches Gruppenprogramm von Mitgliedern für Mitglieder. Die Mitglieder hatten die Selbstverantwortung und Selbstorganisation übernommen. Ich bin sehr stolz, berichten zu können, dass diese Gruppen immer noch blühen. Sie werden tatsächlich als ein Zentrum der Unterstützung aber auch als ein Zentrum gesammelter Weisheit angesehen. Politische Entscheidungsträger und wissenschaftliche Forscher besuchen GAMA und beraten sich mit den Großmüttern. Der Erfolg von GAMA ist ein Verdienst der Mitglieder und ich glaube auch ein Verdienst einer soliden Sozialarbeitspraxis, in der die Sozialarbeiter darauf hörten, was Klienten wollen und brauchen.

Vier Prinzipien für die Praxis

Im Anschluss an diese Geschichte wird es Zeit zu fragen: Was können wir aus diesen Erfahrungen lernen?

Ich glaube, wir können Schlüsselprinzipien aus der GAMA-Erfahrung ableiten. Wenn ich über Prinzipien nachdenke, beziehe ich mich auf die Arbeiten von Harold Lewis (1982), der in sehr interessanter Weise über Fähigkeit und die Entwicklung von Prinzipien spricht. Er schlug vor, dass Prinzipien durch die Kombination von Werten und Ethik, praktischer Weisheit von Klienten und Sozialarbeitern sowie durch empirisch basiertes Wissen entwickelt werden. Prinzipien sind also nicht einfach nur das, was wir sehen und berühren können, sondern sie schließen auch das ein, was wir in Bezug auf gute Sozialarbeitspraxis zu wissen glauben. Sozialarbeiter, die solchen Prinzipien folgen, tun dies nicht robotermäßig. Geert van der Laan sprach auf diesem Symposium über den Unterschied zwischen einem Techniker und einem Professionellen. Ein Techniker folgt Regeln, ein Professioneller folgt Prinzipien, die einer unabhängigen Beurteilung unterliegen.

Erstes Prinzip: Sozialarbeitsprogramme sollen BEDEUTEND sein

Ich glaube, wenn wir nicht die Bedürfnisse der Klienten, mit denen wir arbeiten, ansprechen, macht unser Unterfangen keinen Sinn. Des Weiteren ist es unfair und unethisch, Klienten mit einer Sozialarbeitspraxis zu beglücken versuchen, die nicht bedeutsam für sie ist. Das, von dem die Leute am meisten betroffen sind, ist für sie das ALLERBDEUTSAMSTE. Die Tatsache, dass wir Millionen von Kindern vorfinden, die von ihren Großeltern aufgezogen werden, legt nahe, dass dort ein tatsächlicher Bedarf für Unterstützung besteht. Um aber zu verstehen, was wesentlich ist, müssen wir den Großmüttern zuhören, um herauszubekommen was für sie BEDEUTEND ist. Wir haben herausgefunden, wie ich bereits erwähnt habe, dass das Phänomen des ersten Ansturms in den frühen Gruppensitzungen, auch wenn es sehr verführerisch für die Sozialarbeiter war, nicht ein Schlüsselbedürfnis der Großmütter befriedigte. Später kamen einige Frauen zum Programm zurück und erlebten einen anderen Gruppenkontext. Die Mitglieder berichteten uns, dass die Unterstützung und Hilfe durch die anderen Gruppenmitglieder am effektivsten für sie war.

Tatsächlich schien das Unterstützungskonzept der gegenseitigen Hilfe genau das Richtige für sie zu sein. Eine der Großmütter sagte: Ich will nicht dieselben Fehler mit meinem Enkel machen, die ich mit meinen eigenen Mädchen gemacht habe. Durch gegenseitige Hilfe haben sich die Mitglieder wechselseitig Mut gemacht, sich ihren Ängsten zu stellen. GAMA-Mitglieder kamen aus Familien, in denen für gewöhnlich die Fürsorge von Kindern durch Familienmitglieder grundsätzlich erwartet wird und zur Familienkultur gehört. Aber diese Frauen zogen ihre Enkel aufgrund von außergewöhnlichen Umständen auf. Es ist sicher nicht die Regel, dass ein Kind im Gefängnis stirbt und man allein dasteht, und seinen Enkel aufziehen muss. Das ist tatsächlich eine andere Form von Großelternschaft. Selbst in Familien, bei denen mehrere Generationen zusammenleben ist dies eine weitaus schwierigere und ungewöhnlichere Situation.

Yalom (1985) hat die therapeutischen Faktoren von Gruppen herausgearbeitet. Das Buch, das Julianne Wayne und ich kürzlich fertiggestellt haben (Wayne & Cohen 2001) beinhaltet zwölf Antworten auf die Frage: Warum eine Gruppe? Ich möchte diese kurz beschreiben; als Beweis dafür, warum Gruppen BEDEUTEND für ihre Mitglieder sein können.

Ich verspreche, dass den drei weiteren aus der GAMA-Erfahrung abgeleiteten Prinzipien in meinem Beitrag weniger Raum zugestanden wird. Der Grund dafür ist, dass die Bedeutsamkeit der Klienten, d.h. das Wichtig- und Ernstnehmen der Klienten die Quintessenz der gesamten Sozialarbeitspraxis ist. Jedoch ist dieses Prinzip für sich allein genommen nicht ausreichend, und ohne die weiteren drei Prinzipien hätte GAMA nicht überlebt.

Zweites Prinzip: Sozialarbeitsprogramme sollen INTEGRIEREND sein

GAMA lehrte uns, dass einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg eine solide INTEGRATION des Programms in die Organisation der Einrichtung ist, die die Gruppenarbeit anbietet. Dies wurde zu dem Zeitpunkt deutlich, als die Sozialarbeiter es nicht ertragen konnten, dass andere Programme an die Stelle von GAMA treten sollten. Ein anderes deutliches Zeugnis für die Bedeutung von GAMA war, dass die Direktion auch dann noch über das Program sprach, als das Programm selbst kaum stattfand. GAMA hatte einen festen Platz im Herzen der Einrichtung eingenommen. Viele Sozialarbeiter haben mit Gruppen gearbeitet, mit denen das genaue Gegenteil passierte. Diese Gruppen waren als Anhängsel an andere Angebote eingerichtet worden. Sie waren nichts anderes als schmückendes Beiwerk. Wenn Gruppen nur als Beiwerk fungieren, stehen sie in der Gefahr, als erstes gestrichen zu werden. Oft werden die Sozialarbeiter bei den ersten Problemen mit diesen Gruppen in anderen Projekten eingesetzt. Im Falle von GAMA wurde sehr schnell klar, dass die Planungen der Sozialarbeiter und die Zielsetzung der Institution für diese Gruppen neu überdacht werden mussten. So wurde ein Gruppenarbeitsseminar als Pflichtveranstaltung für alle Sozialarbeiter entwickelt, die neu in die Institution eintraten. Weil die GAMA-Gruppen eine solch hohe Bedeutung für die Integration der Einrichtung besaßen, forderten sie die Mitglieder der Institution geradezu heraus, diese Gruppen auch in Zukunft weiter zu führen.

Bertha Reynolds betonte immer wieder: Die echte Praxis beinhaltet stets den jeweils aktuellen Bedarf, die Probleme, die die Klienten mit sich bringen, die Ängste, die die Probleme hervorrufen, die Lösungen, die attraktiv erscheinen und das Wissen bzw. die Fähigkeiten, die zur Durchführung zur Verfügung stehen (zitiert nach Ehrenright 1985, S. 13). Es waren die klugen Sozialarbeiter im GAMA-Programm, die es verstanden, die Gruppen an die Institution zu binden. Ich schlage darum vor, das Prinzip der INTEGRATION in der Praxis dazu zu benutzen, um notwendige Programme davor zu bewahren, nur eine Randerscheinung in der Institution zu werden.

Dazu ist es notwendig, zu verstehen, was innerhalb der anbietenden Institution besonders wichtig ist. Nur so kann gewährleistet werden, dass neue Initiativen zu den Prioritäten passen, die die Institution sich gesetzt hat. Ich weiß, es mag etwas zynisch klingen, aber nur so finden Programme, die wichtig sind, einen Weg ins Zentrum der Institution. Auf diese Weise kann vermieden werden, bloß als "schmückendes Beiwerk" zu fungieren.

Drittes Prinzip: Sozialarbeitsprogramme sollen PERSÖNLICH sein

Dieses Prinzip mag einige von Ihnen schockieren, und manchmal, wenn ich irgendwo darüber spreche, löst es lebhafte Diskussionen aus. Ich glaube jedoch, dass unsere GAMA-Erfahrungen und viele Erfahrungen in anderen Projekten uns lehren, dass Sozialarbeit PERSÖNLICH sein sollte. Während BEDEUTEND-Sein die Klienten und INTEGRIEREND-Sein die Sozialarbeitsinstitution ansprechen, spricht das PERSÖNLICH-Sein die Sozialarbeiter selbst an. Damit die Sozialarbeiter in der GAMA-Geschichte sich ihr Interesse, ihre Begeisterung und ihre Hingabe ("commitment") diesen Gruppen gegenüber bewahren konnten, brauchten sie mehr an Motivation, als nur ihren Job zu tun.

Alle Mitarbeiter waren persönlich mit GAMA verbunden. Für die Abteilung bot dieses Programm die Chance, der Institution zu zeigen, wie gut sie war. Wenn die Leitung der Institution die Sozialarbeiter wo anders einzusetzen wollte, sagte die Abteilung: Das geht nicht - das ist GAMA!

Sie machten die Fortführung von GAMA zu einem wichtigen Bestandteil ihrer PERSÖNLICHEN Reputation und ihres Erfoges. Ich habe schon erzählt, wie in diesem Projekt mein eigener Erfolg auf dem Spiel stand. Ich fürchtete, dass man mich fragen würde, warum "Dr. Gruppenarbeit" GAMA nicht zum Erfolg verhelfen konnte. Als wir überlegten, das Programm aufzugeben, bekam ich das Gefühl: Wenn du GAMA wehtust, verletzt du dich selbst! Für die Sozialarbeiter gab es ebefalls eine sehr intensive PERSÖNLICHE Verbindung mit GAMA. Eine der Sozialarbeiterinnen war selbst von ihrer Großmutter aufgezogen worden. Eine andere hatte eine sehr enge und hingebungsvolle Beziehung zu ihrer Großmutter und gleichzeitig eine mehr feindselige Beziehung zu ihrer Mutter. Diese PERSÖNLICHEN Verbindungen - und der Mut diese auszusprechen - waren wesentlich für den letztendlichen Erfolg von GAMA. Die beteiligten Mitglieder waren in der Lage, die PERSÖNLICHEN Verbindungen wahrzunehemen und zu pflegen. Sie taten das auf professionelle Weise und so arbeiteten sie effektiv mit den Gruppen.

William Schwartz (1971) hat den Ausdruck Einfühlung ("tuning in") erfunden. Er versteht darunter einen Prozess, in dem wir versuchen, die vielen Arten, wie Klienten sich fühlen, zu verstehen. Der Prozess beruht auf der Selbst-Wahrnehmung der Sozialarbeiter und schafft einen Zugang zu den eigenen Gefühlen. Einfühlung dient zwei Zielen:

  1. der Vorbereitung für die Arbeit mit Klienten

  2. der Wahrnehmung des eigenen Anteils des Sozialarbeiters in seiner Sozialarbeits-Intervention. Das erfolgt in vier Schritten:

Ich habe einen fünften Schritt, Offenheit, hinzugefügt, von dem ich annehme, dass er besonderer Betonung bedarf. Mit ihr können sich die Sozialarbeiter weiter gegen die Fehlannahme schützen, sie könnten ihre Klienten wahrhaft verstehen, wenn sie ihre eignen Gefühle zu lassen. Sie tun dann das, was Shulman (1999) Offensein gegenüber den Äußerungen der Klienten nennt. Sie sehen ihre Klienten als echte Menschen.

Das Bedürfnis, Programme PERSÖNLICH zu machen, ruft alle Ängste hervor, die Sozialarbeiter haben, einschließlich der Ängste, dass Gruppenmitglieder feindselig, ausfallend, unkontrollierbar, widerspenstig oder übermäßig abhängig von den Sozialarbeitern werden können. Es gibt noch eine andere große Angst, nämlich die, dass die Mitarbeiter der Institution die Sozialarbeiter als inkompetent beurteilen. Die Wurzel ist oft die Angst vor dem Scheitern, die Angst vor Schuldzuschreibungen und die Angst vor der Verurteilung. Ängste sind häufig gute Signale für andere Anliegen und Bedürfnisse. Sie sollten nicht einfach als normale Angstgefühle übergangen werden. Ängste können z.B. signalisieren, dass die Sozialarbeiter mehr über ihre Praxis lernen müssen. Das Beobachten ihrer Ängste und Sorgen kann sie zu höherer Kompetenz führen. So kann vermieden werden, dass die Sozialarbeiter ängstlich und schlecht vorbereitet ihre Gruppenarbeit beginnen.

Durch das Beobachten der eigenen Beteiligung und durch die Identifikation sind der Sozialarbeiter und die Verantwortlichen der Institution in der Lage, sich mit den PERSÖNLICHEN Ängsten und Sorgen zu konfrontieren. Sie kommen dann nicht unerwartet. Vielleicht gelingt es ihnen so auch leichter, eine Balance zwischen Hoffnung und Angst herzustellen. In einem Parallel- Prozess zum Prozess des Sozialarbeiters mit den Klienten erfahren die Sozialarbeiter viel über ihre eigene Befindlichkeit. Das Erleben kann helfen ein PERSÖNLICHES Konzept zu entwickeln. Dieses Konzept könnte die eigene Motivation stärken, sich trotz oder gerade wegen dieser Ambivalenz, die besteht aus dem Wunsch, sich auf die Klienten einzulassen, und der gleichzeitigen Angst vor diesem Einlassen (Lillian Ripple, 1956), ein Risiko einzugehen, in der Hoffnung, dass etwas Besseres möglich werden kann. Wir ermuntern die Sozialarbeiter, während des gesamten Prozesses mit den Klienten auf ihre Motivationen und auf ihre Barrieren zu achten.

Viertes Prinzip: Sozialarbeitsprogramme sollen VERANTWORTLICH sein

Nun kommen wir zu unserem vierten und letztem Prinzip. Wenn ich sage, dass Programme VERANTWORTLICH sein sollen, meine ich damit nicht, dass Programme vor allem professionell schön klingen sollen. Sie müssen ethisch und kompetent fundiert sein, um wirklich verantwortlich genannt zu werden. Ich werde nie James Garlands Äußerungen bei einer der ersten internationalen Konferenzen der Association for the Advancement of Social Work with Groups vergessen. Er fragte die Teilnehmer des Workshops: Wie oft haben Sie jemanden sagen gehört: 'Komm, mach eine Gruppe?'' Und dann fragte er uns: Hat irgendjemand je jemanden sagen gehört: 'Komm, mach einen Klienten?' Das war für mich eine Offenbarung! Einen Klienten zu machen, ist illegal, unmoralisch und schlichtweg eine dumme Praxis! Nach den Worten James Garland, dürfen wir annehmen, dass es ebenso unethisch und dumm ist, eine Gruppe ohne Vorbereitung, Planung und Kompetenzen zu beginnen. Daher muss alle Sozialarbeitspraxis - ob mit Einzelnen, Gruppen, Gemeinden oder Organisationen - VERANTWORTLICH sein. In meiner Geschichte von GAMA wird schmerzlich klar, dass wir diesem Prinzip nicht immer gefolgt sind. So haben wir der Gruppe selbst einen Namen gegeben und uns das von den allerersten Teilnehmern nur bestätigen lassen. Es stimmt, dass diesen der Namen GAMA gefiel, aber verantwortliche Praxis hätte andere Optionen nahegelegt. Außerdem haben die Sozialarbeiter die Pläne für das erste Treffen alleine getroffen, obwohl sie merkten, dass etwas nicht stimmen konnte, als die Teilnehmerinnen sich fragten, warum sie überhaupt da waren. Der Schlüssel zum VERANTWORTLICH-Sein ist, mehr zu planen, als nötig ist, und weniger Gebrauch davon zu machen. Die Bedürfnisse der Mitglieder müssen Priorität besitzen und der Druck, der von Seiten der Institution und der Vorgesetzten ausgeht, sollte außen vor gelassen werden. In meiner professionellen Laufbahn verdanke ich viel dem Denken von Ruth Middleman, die mit Gale Goldberg Wood auf brillante Weise die wesentlichen Kompetenzen und ihre Anwendung auf die Praxis der Sozialen Gruppenarbeit beschrieben hat (Middleman & Wood 1990). Einiges davon möchte ich mit ihnen teilen, weil sie so bemerkenswert einfach sind. Die erste ist Gruppendenken. Wenn Sie mit einer Gruppe arbeiten, betrachten Sie sie als eine Einheit von Aufmerksamkeit.[4] Die zweite Fähigkeit ist Scanning, was ausdrückt, dass die Sozialarbeiter alles, was in der Gruppe passiert, aufnehmen sollen. Bei dieser Fähigkeit bauen wir auf die Fähigkeit des Fokussierens auf eine Person und des Erweiterns dieser unserer Sichtweise. Für diejenigen, die sich im Photographieren auskennen, gibt es eine gute Möglichkeit, über diese Fähigkeit nachzudenken, die in dem Versuch besteht, die Aktionen in der Gruppe wahrzunehmen: Das Wechseln von einem Porträt-Objektiv zu einem Weitwinkel-Objektiv. Die dritte Fähigkeit ist die der Förderung von Zusammenhalt und die stetige Arbeit daran, Verbindungen zwischen den Mitgliedern während des gesamten Gruppenlebens herzustellen. Kurland and Salmon haben viel zu diesem Konzept beigetragen, indem sie die Unterscheidung zwischen Einzellarbeit in einer Gruppe und Gruppenarbeit in einer Gruppe getroffen haben (1992).

Anstatt nur an individuelle Mitglieder zu denken, die ihre individuellen Ziele erreichen wollen, lenken Kurland und Salmon die Aufmerksamkeit der Sozialarbeiter auf die Gruppe als ganze and auf ihre gemeinsamen Ziele. Wenn zum Beispiel Betty ein Problem in der Gruppe mitteilt, geschähe der individuelle Ansatz in der Form, die Mitglieder zwar zur Anteilnahme an Bettys Problem einzuladen, aber weiterhin nur auf Bettys Problem zu fokussieren. Ein Gruppenansatz würde in dieser Situation nach Möglichkeiten suchen, in denen Bettys Problem mit den Erfahrungen anderer Mitglieder korrespondiert. Auf diese Weise würde eine neue Diskursebene entstehen. Bei Gruppenarbeit in der Gruppe liegt der Fokus auf dem Teilen der Erfahrungen und dem Lösen von Problemen als einem Anliegen, das auch die anderen Mitglieder betreffen kann.

Fazit

Die vier Prinzipien, dass Programme BEDEUTSAM, INTEGRIEREND, PERSÖNLICH und VERANTWORTLICH sein sollen, dienen als Leitfaden, um über erfolgreiche Sozialarbeitspraxis nachzudenken und diese dem entsprechend zu praktizieren. Wir sind ihnen nicht immer gefolgt, während wir uns mit GAMA abgemüht haben. Jedoch sind sie ganz klar aus dieser Arbeit hervorgegangen und rahmen die ständig weitergehende Entwicklung von GAMA ein. Die Prinzipien sind einfach und sie lenken die Aufmerksamkeit auf wesentliche Elemente der Praxis. An dieser Stelle möchte ich Ihnen gerne ein Zitat aus dem Juni des Jahres 1955 vorlesen. Es stammt aus der Zeitschrift "The Group" (Die Gruppe).

Harley Treckers Artikel behandelt den Prozess der Fusion des amerikanischen Berufsverbandes der Gruppenarbeiter (American Association of Group Worker) mit dem neu gegründeten nationalen Berufsverbandes der Sozialarbeiter (National Association of Social Worker).

"Die Tatsache, dass wir gelernt haben, zusammen zu arbeiten, ist für uns von großer Wichtigkeit. Wir haben gelernt, hervorragende Ideen als Resultat unseres professionellen Prozesses zu erschaffen. Es trifft zu, dass unser demokratischer Prozess manchmal sehr langsam voranzuschreiten schien, aber wenn wir die endgültigen Ergebnisse betrachten, können wir nicht anderes tun als festzustellen, dass es eine solide und lohnende Art des Arbeitens gewesen ist" (Trecker 1955, 5).

Fast fünfzig Jahre später bin ich der Meinung, dass diese Worte von Harley Trecker nicht nur unsere Arbeit treffend beschreiben. Wir haben einige langatmige Sitzungen erlebt, aber im Großen und Ganzen ist die Zeit durch aufregende Arbeit schnell vorbei gegangen. Der Prozess des Zusammenseins hat wunderbare Resultate hervorgebracht. Ich fühle mich sehr geehrt ein Teil dieses Unternehmens gewesen zu sein. Es ist für mich ein Privileg bei diesem Symposium in Pamplona, viele von Ihnen näher kennen gelernt zu haben und ich denke, dass Sie meine Ansichten über dieses Symposium teilen. Darum liegt es nahe, dass ich meinen Vortrag mit Folgendem schließe: Dieses Symposium ist eine große Gruppe, die BEDEUTEND gewesen ist für die Leute, die gekommen sind und für die, denen die Ergebnisse dienen sollen. Dieses Symposium ist INTEGRIEREND für unser professionelles Arbeiten, und wenn wir jetzt nach Hause gehen, nehmen wir unsere Erfahrungen als einen neuen Teil von uns selbst mit. Wir sind aus vielen PERSÖNLICHEN Gründen gekommen. Wahrscheinlich sind die meisten gekommen, um Neues zu lernen und um Kontakte zu knüpfen, aber wir haben auch jeder unsere eigenen ganz persönlichen Beziehungen zu Menschen und Inhalten des Symposiums. Die Organisatoren und Teilnehmer haben diese Erfahrungen gemeinsam in einer außergewöhnlich VERANTWORTLICHEN Weise erschaffen. Die Praxis und die damit verbundene Weisheit, die bei dieser Veranstaltung präsentiert wurden, sind unvergleichbar. Ich danke Ihnen.


Anmerkungen:

[1] Dieser Beitrag wurde im Oktober 2001 von Carol S. Cohen als Abschlussvortrag auf dem VI. Europäischen Symposium für Soziale Arbeit: "Methoden der Intervention in der Sozialen Arbeit: Die Frage nach dem Was und dem Wie" in Pamplona gehalten.

[2] Anmerkung der Übersetzerin: Im Original: "Grandmothers as Mothers again".

[3] Anmerkung der Übersetzerin: Generativität nennen Psychologen das Verlangen, den kommenden Generationen etwas Bleibendes zu hinterlassen, das über das eigene Selbst und den individuellen Tod hinausreicht.

[4] Gruppendenken war das Thema des Symposiums in New York City 2002


Literatur

COHEN, C.S. (1995). Making it happen: Building successful support group programs. Social Work with Groups, 18 (1), 67-80.

COHEN, C. S. (1997). The impact of culture in social work practice with groups: The grandmothers as mothers again case study. In: E.P. Congress, Ed. Multicultural Perspectives in Working With Families. New York: Springer Publishing Co. 311-331.

EHRENRIGHT, J. (1985). J. (1985). The altruistic imagination. Ithaca, NY: Cornell University Press.

ERICSON, E. H. (1963). Childhood and society (2nd ed.). New York: WW Norton.

GARLAND, J. (1992). Developing and sustaining group work services: A systemic and systematic view. Social Work with Groups, 15(4), 89-98.

GITTERMAN, A. & SHULMAN, L. (1994). Mutual aid groups, vulnerable populations, and the life cycle. NY: Columbia University Press.

HERNÁNDEZ ARISTU, J. (2003). El lenguaje como instrumento de refléxion en la práctica del Trabajo Social, o de cómo hablar y scuchar en el diagnóstoco y en la intervención social. In: Miguel Olza Zubiri, Jésus Hernández Aristu (Ed.): Trabajo Social: Cuestiones sobre el qué y el cómo. (pages 9-28) Zaragoza: Libros Certeza.

KURLAND, R. & SALMON, R. (1992). Group work vs. casework in a group: Principles and implications for teaching and practice. Social Work with Groups, 15(4), 3-14.

LEWIS, H. (1982). The intellectual base of social work practice: Tools for thought in a helping profession. Binghamton, NY: Haworth.

LORENZ, W. (2001). Social work in Europe: A general overview and future trends. . In: Miguel Olza Zubiri, Jésus Hernández Aristu (Ed.): Trabajo Social: Cuestiones sobre el qué y el cómo. (pages 20-48) Zaragoza: Libros Certeza.

MIDDLEMAN, R. & GOLDBERG WOOD, G. (1990). Skills for direct practice in social work. NY: Columbia University Press.

RIPPLE, L. & ALEXANDER, E. (1956). Motivation, capacity and opportunity as related to casework service: Nature of the client's problem. Social Service Review, 30 (1), 38-54.

SCHWARTZ, W. (1971) On the use of groups in social work practice. In W. Schwartz & S. Zalba, Group Work. (pages 3-24) New York: Columbia University Press.

SHULMAN, L. (1999) The skills of helping individuals, families, groups and communities (4th edition). Itasca, IL: F.E. Peacock.

STEINBERG, D. (1997). The mutual aid approach to working with groups: Helping people help each other. Northvale, NJ: Jason Aronson.

TRECKER, H.B. (1955). Highlights, harvests, and hopes - AAGW perspective and promise. The Group, 17 (5). 3-6.

TROPP, E. Developmental Model from Encyclopedia 1971 Social Group work: the developmental approach. Encyclopedia of social work. 1246-1252. New York: NASW.

US BUREAU OF THE CENSUS (1991). Current population reports: Marital status and living arrangements (Series P-20, No 450). Washington, DC: Government Printing Office.

WAYNE, J. & COHEN, C.S. (2001). Group work education in the field. Alexandria, VA: Council on Social Work Education.

YALOM, I.D. (1985). The theory and practice of group psychotherapy (3rd ed.) NY: Basic Books.


Entnommen dem Buche: Miguel Olza Zubiri, Jesús Hernández Aristu (Hg.): Trabajo Social: Cuestiones sobre el qué y el cómo, Zaragoza 2003, Seiten: 49-65; ISBN: 84-88269-81-1. Die Erlaubnis zur Übersetzung und zum Abdruck erteilte freundlicher Weise der Verlag LIBROS CERTEZA, ZARAGOZA. Aus dem Englischen übersetzt von Monika Bröcker, fachlich überarbeitet von Heinz J. Kersting.


Die Autorin:

Carol Cohen
Dr. in Social Work ist Associate Professor an der School of Social Work der Adelphi University in New York. Sie arbeitete praktisch in der Sozialen Arbeit bei den Catholic Charities of Brooklyn and Queens als Groupworkerin, Supervisorin und Gemeinwesenarbeiterin. Sie führte mehrere Forschungsprojekte durch und veröffentlichte zahlreiche Bücher und Aufsätze. Sie hält auch als Professorin den Kontakt zur Praxis aufrecht. Sie ist zurzeit Vorsitzende der Social Work Board des Staates New York. Sie war die Präsidentin des 24th Annual International Symposium of the Association for the Advancement of Social Work with Groups in New York 2003.


Veröffentlichungsdatum: Juni 2005


©   IBS - Institut für Beratung und Supervision - Aachen