Das Gelächter der Geschlechter in Organisationen

Die Reproduktion von Ungleichheit in Interaktion und Kommunikation

von Janna Eisele (September 2003)

Vorbemerkungen

Der folgende Beitrag ist ein Auszug aus meiner Diplomarbeit, mit der ich im Jahre 1999 mein Studium der Sozialpädagogik an der Fachhochschule Niederrhein abschlossen habe. Betreut und erstgelesen wurde das gute Stück von Heinz Kersting, als Zweitleserin konnte ich Sabine Krönchen gewinnen, die vielen Lesern auch durch Veröffentlichungen in dieser Online-Zeitung bekannt ist.

Das Herzstück des folgenden Beitrags ist eine Untersuchung von Rose Coser: "Lachen in der Fakultät. Eine Studie über die sozialen Funktionen von Humor unter den Fakultätsmitgliedern einer psychiatrischen Klinik". Sie analysiert in diesem Kontext wie verschiedene Wirklichkeiten mit dem Instrumentarium des Humorverhaltens reproduziert werden: die beiden Variablen "Status" und "Geschlecht" werden hierbei genauer betrachtet und in Beziehung zueinander gesetzt, Muster werden sichtbar gemacht und im Nachhinein stellt sich die Frage, wie diese anscheinend gut eingeübten Interaktionsschemata überhaupt noch aufgelöst werden könnten. Letztendlich ist das Fazit der Untersuchung, dass Humor, geschlechterspezifisch und überlappend dazu statusgebunden bestimmten Regeln folgt, an die Mann und Frau sich zu halten haben: kurz gesagt, statusbedingte Machtverhältnisse und Genderspezifika werden auch im Humorverhalten festgeschrieben.

Als Partizipant des beschriebenen Settings bleiben diese Regeln zunächst unaufweichbar und werden zumeist von allen mitgetragen.

Umso spannender fand ich den Beitrag von Eleonore Höfner in der April-Ausgabe (2003) dieses Online-Journals, in der sie die Rolle von Humor in der Therapie betrachtet. Ähnlich wie ein Therapeut blickt auch der Supervisor oder ein Organisationsberater von oben, sprich von der Metaebene auf das Geschehen und macht die Dynamik des Systems, um das es geht, sichtbar und verstehbar. Als Berater in Gruppenprozessen kann es hilfreich sein, die im folgenden Beitrag dargelegten Mechanismen zu kennen.

Eleonore Höfner beschreibt dahingegen eine andere Form des Scherzverhaltens und stellt dar, wie effizient und entlastend es sein kann, einmal humorvoll an die Schwächen und Probleme des Klienten herangehen, ohne allerdings degradierend zu sein. Diese Form der Herangehensweise kann dem Klienten helfen das eigene Handeln und die Fallstricke des persönlichen Erlebens befreiter anzugehen und Blockaden zu lösen. Es schafft Distanz zu den Problemen und fungiert zudem als verbindendes Element in der Beziehung zwischen Klient und Helfer.

Das Gedankenspiel, das sich daraufhin bei mir abspielte, drehte sich um die Frage, ob das nicht auch ein probates Mittel in Supervision oder Organisationsberatung darstellen würde, zum einen um an garstigen Stellen auf unkonventionelle Art und Weise mit vorhandenen Problemstellungen umzugehen und - als nicht zu unterschätzender Nebeneffekt - eine neue Variante des Scherzverhaltens mit in die Kommunikation zu bringen, die sich geschlechterneutral verhalten würde und sich zudem - wie Eleonore Höfner darstellt - vom altbekannten Ungleichgewicht und "Machtgefälle" verabschiedet. Als Intervention genommen, hilft es zumindest, die konventionelle Dynamik innerhalb der Scherzkommunikation zu durchbrechen.

Dies nur als angedachten (und ich bin mir sicher: vielerorts bereits praktizierten) Ansatz, um vorweg eine Alternative zu dem zu geben, was ich nun im Folgenden ausführlicher skizzieren werde.

Viel Spaß beim Lesen!


1. Bedeutung des Status

Die zentrale Kategorie im Rahmen von Organisationen, die ich als relevant für die Konstitution des Geschlechterverhältnisses innerhalb dieses Kontextes erachte, ist die Variable des Status. Meiner Meinung nach lassen sich etwaige Unterschiede im Verhalten, Handeln und in bestimmten Einstellungen zwischen Frauen und Männern am Besten in Bezug auf unterschiedliche Statuspositionen erklären, so dass sich damit etwaige Erklärungsversuche, die sich auf die unterschiedliche Natur der Geschlechter beziehen, letztendlich als unzureichend erweisen.

Die Frage auf die sich mein Augenmerk in diesem Beitrag nun richten wird ist, in welcher Art und Weise unterschiedliches Verhalten mit unterschiedlichen Statuspositionen zusammenhängt, also wie sich eine bestimmte Verhaltenstendenz vor dem Hintergrund der Position einer Person innerhalb der Gruppe erklären oder deuten lässt. Dabei ist es mir ein besonderes Anliegen darauf hinzuweisen, dass sich Unterschiede im Handeln zwischen Statushöheren und Stausniedrigeren zunächst einmal unabhängig von der Variable des Geschlechts aufzeigen lassen und erst in einem zweiten Schritt damit in Verbindung gebracht werden können.

Die Position eines Stausniedrigeren ist in der Art und Weise abstrakt, als an diese Position gewisse Verhaltenserwartungen seitens der Statushöheren gerichtet werden, die zunächst von der Geschlechtszugehörigkeit der Person absehen. Die Erwartungen seitens der Statushöheren fordern ein Verhalten heraus, dass den Regeln des Machtgefälles zu entsprechen hat. Die Regeln, die es zu beachten gibt, gelten für beide Geschlechter gleichermaßen, obschon manche Regeln durch die kulturellen Erwartungen an die Geschlechterrolle für Frauen – mit Freuds Worten - mitunter "überdeterminiert" sind, d.h. zu den Erwartungen, sich gemäß der eigenen Position in der Gruppe zu verhalten, mischen sich mehr oder weniger stark bestimmte Verhaltenserwartungen bezüglich der Geschlechterrolle. Diese beiden Erwartungsstränge überlagern sich teilweise und machen es aus diesem Grund für Frauen in diesen statusniedrigeren Positionen um so dringlicher, sich gemäß der Erwartungen zu verhalten.

2. Lernerfahrungen in Abhängigkeit zum sozialen Umfeld

Ich gehe von der These aus, dass sich die Unterschiede im Verhalten von Frauen und Männern nicht so sehr aus "natürlichen" oder "wesensmäßigen" Charaktereigenschaften erklären lassen, sondern stärker in Abhängigkeit von strukturellen Gegebenheiten zu beleuchten sind, also auch im Hinblick auf die Frage, welches typisch männliche und typisch weibliches Verhalten als Lernerfahrung aus dem Verwiesen-Sein auf die unterschiedlichen gesellschaftlichen Sphären von Frauen und Männern zu verstehen ist, bzw. als Anpassungsleistung an die aktuellen strukturellen Gegebenheiten.

Bezogen auf die Lernerfahrung berichten Christine Roloff und Sigrid Metz–Göckel (1995 in: Wetterer "Die soziale Konstruktion von Geschlecht in Professionalisierungsprozessen) wie weitreichend institutionelle Einflüsse sich auswirken können. Sie beziehen sich dabei auf eine empirische Beobachtung von koedukativen Gruppen und Mädchengruppen bei einem "Computerprojekt" (Metz-Göckel u.a. 1991) und stellten im Zuge eines Vergleichs dieser unterschiedlichen Lerngruppen heraus, wie deutlich die sozialen Einflüsse die Verhaltensweisen prägten: "Mädchen lassen in koedukativen Konstellationen eine Tendenz zu Kompromiß, Kooperation und Unterordnung erkennen, während sich in Mädchenkursen ihr Verhaltensspektrum breiter entfalten kann und konkurrente, dominante und kooperative Züge aufweist. Ebenso konnten wir institutionelle Einflüsse auf die Entwicklung von Studienfachwahlen in Abhängigkeit von einem Mädchenschul- bzw. einem koedukativen Schulkontext nachweisen und somit die Entfaltung eines breiten oder eines engeren Optionsspektrums in Schulklassen (Kauermann-Walter u.a. 1988)" (in Roloff/Metz-Göckel 1995: 269).

Dieses Beispiel bezieht sich zwar auf die Schule, allerdings lassen sich die Erkenntnisse ebenso auf andere Interaktionszusammenhänge übertragen. Insbesondere die Beobachtung über die unterschiedlichen Tendenzen hinsichtlich des Sozialverhaltens (Dominanz vs. Unterordnung) von Frauen in Abhängigkeit des Kontextes (gemischtgeschlechtliche vs. reine Frauengruppe) finden sich auch in anderen Bereichen bestätigt, dazu u.a. Alfermann (1996: 143ff) zur sozialen Interaktion und Kommunikation in Gruppen, sowie zum Führungsverhalten von Frauen und Männern. Wichtig an dieser Stelle ist mir der Hinweis auf die institutionellen und damit (sozial-)strukturellen äußeren Gegebenheiten, die einen erheblichen Anteil an der Prägung von individuellen Verhalten mittragen.

Beachtet man dabei wiederum den Sachverhalt, dass Frauen eher auf statusniedrigeren Positionen anzutreffen sind, so lässt sich anhand dessen eine Erklärung geben, weshalb sich die gängigen Stereotypen nur so schwerlich aufweichen lassen. Solange Frauen nämlich eher auf statusniedrigeren Positionen arbeiten und dort gemäß den an sie und ihre Position gestellten Erwartungen und Erfordernissen handeln, werden sie damit weiterhin das Bild, das die Stereotype von Frauen zeichnen, entsprechen und es damit in seiner vermeintlichen Gültigkeit bestätigen. Dazu zählen all jene Verhaltensattributionen, die gerade im Kontrast zu dem vorherrschenden Männerbild (rational, durchsetzungsfähig, konkurrenzbereit, ...) einen Ausschluss von Frauen aus den Berufszweigen und/oder Positionen intendieren, die näher an der Macht sind.

Judi Marshall (1984) greift diesen Zusammenhang in einem ähnlichen Kontext auf und verweist dabei auf das gleiche Dilemma, nämlich, dass die Erklärung dafür, dass Frauen in der Regel auf den unteren Positionen anzutreffen sind, (woraus sich außerdem der vermeintliche Hinweis auf deren "Untauglichkeit" für höhere Positionen ergibt,) meist mit dem Verweis auf ihre Geschlechtszugehörigkeit verbunden wird: "Die Einstellungen und Haltungen der Frauen in unteren Positionen werden generell der Geschlechtszugehörigkeit zugeschrieben und als Eigenschaften der Individuen gesehen, wodurch die Bewertung ihrer Kompetenz legitimiert scheint. Marshall fragt jedoch, ob nicht die gezeigten Haltungen eine allgemeine (geschlechtsunspezifische) Reaktion auf nicht vorhandene Möglichkeiten und Macht darstellen" (Krönchen 1999: 5). Dazu führt Marshall weiter aus: "Zu den Haltungen und Verhaltensweisen der ‚unteren’ Organisationsmitglieder gehören: geringe Erwartungen, wenig Verbindlichkeit und Pflichtgefühl, Orientierung an und Bestätigung durch Peers und weniger an Vorgesetzten" (a.o.O.).

Diese Verhaltensweisen, die noch dazu mit anderen Beschreibungen von Frauenbildern konkordant gehen, stützen damit das gängige Frauenstereotyp, nur dass sich in diesem Fall bei genauer Betrachtung der Umstände die Feststellung darüber "Wie Frauen sind" hin zu der Fragestellung verlagert: "Wie lassen sich diese Verhaltensweisen vor dem Hintergrund der zur Verfügung stehenden Ressourcen erklären?". Im Licht dieser anderen Perspektive lassen sich nun viele Verhaltensweisen, die oberflächlich gesehen als typisch weiblich ausgelegt werden nunmehr losgelöst von der Frage der Geschlechtszugehörigkeit darstellen, nämlich als eine letztendlich geschlechtsunspezifische Reaktion auf nicht vorhandene Möglichkeiten der Teilhabe an all den Facetten der Macht, wie Entscheidungsbefugnis, Eigenverantwortlichkeit und Möglichkeiten der Selbstverwirklichung, Zugang zu Ressourcen, Anerkennung, Prestige u.v.m.

Somit kristallisieren sich in meinem Ansatz zwei Grundannahmen heraus, nämlich zum einen, dass es zwar beobachtbare Unterschiede in den Verhaltensweisen und Einstellungen der Geschlechter gibt, dass diese aber nicht vor allem in der Natur der Geschlechter begründet liegen, sondern als Lernerfahrung und Anpassungsleistung aus den Erfordernissen der Sphären des gesellschaftlichen Lebens resultieren, wie sie in der gegebenen Weise zwischen Männern und Frauen aufgeteilt sind. Diese erste Grundannahme ergänzt sich mit der nun folgenden zweiten Grundannahme, dass Männer und Frauen verschieden stark auf die verschiedenen Ebenen des Statusgefüges verteilt sind, dass die statushöheren Positionen zahlenmäßig stärker von Männern besetzt sind und dass für diese Positionen - aus Interesse des Machterhalts- über verschiedene Mechanismen ein Vordringen der Frauen in diese Bereiche erschwert wird. Dazu zählen Schließungsmechanismen verschiedenster Art (vgl. dazu Eva Cyba: "Grenzen der Theorie sozialer Schließung?" in: Wetterer 1995), die letztendlich auf dem Bedürfnis nach Distanz beruhen, einer Distanz, die es erlaubt, die direkte Vergleichbarkeit zwischen Frauen und Männern zu vermeiden, um darüber die für Männern und Frauen zugewiesenen Sphären zu wahren. Begründet und legitimiert wird dies unter Verweis auf die Unterschiedlichkeit der Geschlechter und ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen. Diese Begründung kann in einem letzten Schritt als legitimatorische Ideologie ausgelegt werden.

Die Bedeutung von Geschlecht als soziale Kategorie kann in diesem Zusammenhang schließlich auf die Feststellung verdichtet werden, "dass Geschlecht eine Ordnungsfunktion innehat" (Wetterer 1992: 47) oder noch pointierter: "Geschlecht ist nicht nur eine biologische Kategorie, sondern zugleich eine Statusvariable" (Alfermann 1996: 23).

Vor dem Hintergrund dessen, dass dieser Beitrag sich nicht ausschließlich auf die strukturelle Ungleichheit der Geschlechter im Rahmen von Professionen und innerhalb dessen in der formalen Ordnung der Organisation beziehen soll, möchte ich im folgenden auf die Ebene der Interaktion eingehen, um dort anhand eines ausgesuchten Aspekts – nämlich dem der Scherzkommunikation – aufzuzeigen, inwieweit sich dort bestimmte Muster oder Regeln auffinden lassen, die vor dem Hintergrund von Hierarchie und unterschiedlichen Statuspositionen zu deuten sind und auch Elemente des (ansozialisierten) geschlechtsspezifischen Humorverhaltes einbeziehen.

Wie sich zeigen wird, dienen diese Regeln innerhalb der Scherzkommunikation u.a. dem Aufrechterhalten der sozialen Struktur einer Gruppe. Das hängt damit zusammen, dass sich je nach Status einer Person unterschiedliche Konventionen sowie verschiedene Privilegien im Umgang mit scherzhafter Kommunikation aufzeigen lassen können. Durch diesen verschiedenartigen Umgang werden die bestehenden Gruppenstrukturen reproduziert. Das gleiche gilt für andere Formen der Interaktion, insbesondere für die (nicht scherzhafte) Kommunikation, anhand derer sich ebenfalls deutliche Unterschiede aufzeigen lassen je nach der Position einer Person innerhalb eines Statusgefüges.

3. Die Reproduktion von Ungleichheit am Beispiel von Humor-verhalten

In den folgenden Ausführungen werde ich mich auf die Studie "Lachen in der Fakultät" von Rose Laub Coser beziehen, deren Verdienst es war, die Funktionen von Humor im Hinblick auf dessen Potential zur Reproduktion von Machtstrukturen aufzudecken. Diese Studie ist von Helga Kotthoff ins Deutsche übertragen worden und lässt sich in dem von Helga Kotthoff herausgegebenen Buch "Das Gelächter der Geschlechter" (1996) ausführlicher nachlesen. Im Rahmen dieses Bandes finden sich verschiedene Abhandlungen, die sich mit den sozialen Funktionen von Humor, Witz und Lachen auseinandersetzen und sich dabei insbesondere mit der geschlechtsspezifischen Ausdrucksformen von Heiterkeit auseinandersetzen. Vom Lächeln bis zur Zote werden diese Aktivitäten unter die Lupe genommen und dies unter der Fragestellung, mit welchem Verhältnis Männer und Frauen mit dieser Form der Sprachverhaltensweise herangehen.

3.1 Humor von Frauen und Männern: Einige kleine Unterschiede

Die folgenden Beispiele befassen sich mit verschiedenen Aspekten geschlechtsspezifischen Humors, allerdings nicht mit der Intention, Argumente über die Verschiedenheit der Geschlechter hervorzuheben und damit den Differenzgedanken zu verstärken; vielmehr sollen die Beispiele einen kleinen Einblick geben in geschlechtstypisches Humorverhalten vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Erklärungsversuche, die nicht mit angeborenen oder deterministischen Gründen für Verhaltensunterschiede argumentieren. Zwar lassen sich Unterschiede im Scherzverhalten zwischen Frauen und Männern feststellen, die vorgestellten Erklärungsansätze dafür berücksichtigen jedoch eine Anbindung an strukturelle und/oder gesellschaftliche Bedingungen. Im folgenden seien nun einige kleine Unterschiede genannt, angefangen bei der grundlegenden These des Buches, die eigentlich einen etwas größeren Unterschied nahe legen würde, nämlich dass Frauen und Männer ein unterschiedliches Verhältnis gegenüber der breiten Palette an humorvollen Spielarten haben.

Demnach haben Männer und Frauen mitunter eine ziemlich unterschiedliche Vorstellung darüber, was sie als witzig empfinden und auch in der Art und Weise, wie diese Einlagen zum Besten gehalten werden, lassen sich Unterschiede aufzeigen. Unter der Fragestellung "Was ist daran so lustig? Scherze unter Frauen" in dem Aufsatz von Mercilee M. Jenkins beispielsweise zeigt sich, dass bereits die Definition dessen, was als Humor angesehen wird aus dem männlichen Blickwinkel heraus betrieben wird: "Der männliche Humor ist der tradierte Humor, dem die Öffentlichkeit gehört. Über den weiblichen Humor existieren im wesentlichen Mythen. Er ist in die gängigen Humormodelle nicht integriert." (Kotthoff 1996: 12). Dieses theoriebezogene Defizit hängt u.a. damit zusammen, dass diese "spezielle" Form von Humor überwiegend in reinen Frauengruppen vorkommt, während die Untersuchungen zu Humor meist Situationen heranziehen, in denen entweder Männer oder Frauen in Situationen mit Männern zusammentreffen.

Bezogen auf den "typisch" weiblichen Humor kommt Jenkins, ausgehend von ihrer Untersuchung von Humor und Lachen in einer Müttergruppe, zu der Auffassung, "dass Frauen andere interaktionelle Ziele haben als Männer und dass ihr Humor im Rahmen dieser Ziele funktioniert. Die Frauen setzen ihren Humor z.B. ein, um Ungerechtigkeiten so zu verarbeiten, dass sie selbst sich nicht mehr als die Unterlegenen erleben. Dieser Humor der "ausgleichenden Gerechtigkeit" taucht in den meisten herkömmlichen Humormodellen gar nicht auf" (Kotthoff 1996: 12).

Männer hingegen, so die Feststellung eines anderen Aufsatzes von Holly Stocking und Dolf Zillmann, bevorzugen tendenziell eher eine andere Form des Humors, der alles in allem als aggressiver und auf andere gerichtet eingestuft werden kann. Die Erklärung, welche die Autoren zu dieser Beobachtung geben, bezieht sich wiederum auf die Feststellung, dass Männer, ob angeboren oder anerzogen oder beides, sich tendenziell aggressiver zeigen als Frauen und eher dazu neigen, andere zu dominieren. "Dementsprechend müsste ihnen auch ein Humor näher liegen, der Dominanz schafft und aufrechterhält, als einer der sie unterminiert" (vgl. Kotthoff 1996: 233). Aus dieser Sicht heraus sind Männer demnach geneigter, andere zur Zielscheibe ihrer Scherze zu machen und diese damit im gleichen Zug klein zu machen. Männer, so konnte gezeigt werden, finden angreifenden Humor amüsanter als Frauen. Eine große Zahl von Forschungsergebnissen konnte diese Annahmen bestätigen: "Männer erfreuen sich am meisten an der Demütigung eines Feindes und am wenigsten an der ihres Selbst. Bei den Frauen wurde das genaue Gegenteil beobachtet. Sie amüsieren sich am meisten über selbsterniedrigende Späße" (a.o.O.: 237).

Diese Tendenzen lassen sich wiederum, so die Erläuterung der beiden Autoren, zu diesen Befunden, am ehesten erklären, wenn man die Geschlechterstereotype, die darin zum Ausdruck kommen, ins Auge fasst. Unterschiede in puncto Dominanz und Unterordnung im Scherzverhalten von Frauen und Männern lassen sich so gesehen mit den gängigen Männer- und Frauenbildern abgleichen: "Dominanzstreben funktioniert als Merkmal einer herkömmlichen männlichen Identität und Unterordnung als ein Merkmal einer herkömmlichen weiblichen Identität." (ebd.) Diese Erkenntnis korrespondiert also mit den verschiedenen Präferenzen der Geschlechter bezüglich deren Witzverhaltens, so dass es nicht verwunderlich erschient, dass auch im Witz Dominanz und Unterordnung von den Geschlechtern anders erlebt werden: "Selbsterniedrigung ist für Männer weniger attraktiv, da sie dem männlichen Image schadet, auch wenn die "nur im Spaß" passiert. Auf der anderen Seite bietet diese Art von Humor Frauen sehr subtile Unterwerfungsmöglichkeiten, die noch immer vordergründig Anziehungskraft besitzen, weil Frauen damit Männern gefallen" (Stocking/Zillmann 1996: 237).

Anhand dieser mehr oder minder kleinen Unterschiede zwischen Männern und Frauen wird also wieder einmal deutlich, dass interaktives Verhalten stets in Abhängigkeit von den Rollenverflechtungen der Teilnehmer betrachtet werden muss und dass die Dynamik der Geschlechter sich insbesondere vor dem Hintergrund erschließen lässt, dass viele Facetten deren Selbstdarstellung Teil gesellschaftlich geprägter Rollenerwartungen und der daraus resultierenden Selbstbilder sind. Die normative Kraft dessen, was es heißt ein Mann oder eine Frau zu sein, wird in den bisher dargestellten Unterschieden deutlich und spiegelt sich in einer teilweise prägnant verschiedenen Umsetzung von Dominanz und Unterordnung wieder. So gesehen weisen die Geschlechter sich gleichsam selber - ein jedes für sich - in die ihnen angetrauten gesellschaftlichen Positionen ein und fügen sich damit in das Beziehungsgeflecht ein.

3.2 Humor und Macht: Lachen in der Fakultät

3.2.1. Warum gerade diese Studie?

Die Studie von Rose Laub Coser, auf die ich mich im folgenden beziehen werde, ist bereits 1960 geschrieben worden. Ihr besonderer Verdienst ist es, dass sie, als eine der ersten ForscherInnen den Zusammenhang von Humor und Macht systematisch analysiert hat. Aus diesem Grund wird sie auch als Klassikerin der Humorforschung bezeichnet. Ihre empirische Untersuchung über Scherzen und Lachen während der Fakultätssitzungen der psychiatrischen Abteilung einer angesehenen Universitätsklinik zeigt vor allem, wie Humor dazu beiträgt, hierarchische Strukturen zu reproduzieren und zu stabilisieren. Dabei wird insbesondere die Funktion von Humor, Scherzen und Lachen für das Zustandekommen und das Aufrechterhalten ungleicher Verhältnisse zwischen Statushöheren und Statusniedrigeren deutlich. Zusätzlich zu diesem Aspekt lassen sich Unterschiede in der Handhabung von Humor aufzeigen, die man als geschlechtsspezifisch bezeichnen kann.

Der Grund, weshalb ich eben diese Studie im Rahmen dieser Arbeit herangezogen habe ist der, dass sie sich in erster Linie mit Unterschieden in der Interaktion von Personen befasst, die im Rahmen einer strukturierten Situation auftreten, welche durch eine ausgeprägte Hierarchie gekennzeichnet ist. Damit richte ich das Augenmerk also auf das Zustandekommen von unterschiedlichen Verhaltensweisen, die in erster Linie in ihrer Bezogenheit auf die Gruppe verstanden werden wollen, sprich: im Zusammenhang mit den (Status-) Rollenverflechtungen der Beteiligten. Das jeweilige Verhalten der Einzelnen lässt sich somit in Beziehung zu der sozialen Situation setzen, in der sich die Akteure befinden. Wichtig dabei ist, dass die Variable des Geschlechts dabei nicht außen vor gelassen wird, sondern in Relation zu der jeweiligen Statusposition gesetzt wird, welche die einzelne Person innehat.

Einen weiteren Grund dafür, dass ich diese Studie herausgegriffen habe - oder vielmehr eine Studie, die sich mit Humor und Lachen beschäftigt – ist der, dass dieses Thema im Rahmen von Organisationsberatung eine große Rolle spielt. Da scherzhafte Einlagen u.a. die Funktion haben, eine Situation aufzulockern und die Aufmerksamkeit für einen kurzen Moment von den geschäftlichen Angelegenheiten abzulenken, kann, kommt es häufig vor, dass sie auch in der Beratung von Organisationen, in den Gesprächen der Gruppen des Öfteren Anwendung finden. Mit den Augen und Ohren einer OrganisationsberaterIn, der für dieses Thema der Dynamik des Geschlechterverhältnisses sensibilisiert ist, geben bestimmte Scherzepisoden Aufschluss über einige der Muster, die ich im Folgenden aufzeigen werde. Wichtig ist es auch für den Organisationsberater oder die Organisationsberaterin, selbst einmal zu reflektieren, wie man oder frau sich selber in die Scherzkommunikation einbringt, d.h. in welcher Art und Weise man oder frau selber Witziges beisteuert und wie diese Bemerkungen geartet sind u.v.m..

Die verschiedenen Funktionen von Humor für den Zusammenhalt von Gruppen, die ich nun näher erläutern werde, stellen bereits einen Auszug aus der Studie von Rose Laub Coser dar. Sie sollen an dieser Stelle als Einleitung dienen, um dem der Studie zugrunde liegenden Verständnis von Humor näher zu kommen. Sie lassen sich aber ebenso gut auf den Kontext der Organisationsberatung übertragen.

3.2.2. Humor in seiner Funktion für den Zusammenhalt von Gruppen

Ein charakteristisches Merkmal von Humor ist es, dass jegliche scherzhafte Kommunikation eine zutiefst interaktive Angelegenheit darstellt: "Humor ist eine Form kommunikativen Verhaltens, die mehr aktive Teilnahme erfordert als andere Formen von Gruppenverhalten. Scherzhafte Einlagen, Einladungen zum Mitlachen an die Anwesenden betonen oder schaffen Gruppenzugehörigkeit und erlauben es gleichzeitig allen, ihre Aufmerksamkeit für einen Moment von den ernsthaften Gruppenangelegenheiten zurückzuziehen" (Coser 1996: 97). In dieser Beschreibung klingt bereits das verbindende Moment von Humor an, der die Möglichkeit schafft, miteinander über eine Sache zu lachen. Dieses gemeinsame, vereinte Lachen schafft ein Gefühl von Gruppenzusammenhalt, das um so größer ist, wenn das Lachen über eine gemeinsame Sache auch Menschen vereint, die sich die meiste Zeit über als verschieden und/oder einander fremd wahrnehmen. "Im Lachen sind alle gleich; soziale Barrieren wie z.B. Status sind vorübergehend kleiner, weil gemeinsames Lachen ein gewisses Ausmaß an gemeinsamer Situationsdefinition voraussetzt" (Coser 1996: 97). Mit gemeinsamer Situationsdefinition ist gemeint, dass die Anwesenden miteinander darin übereinstimmen, dass eine bestimmte Situation, so wie sie von einer Person geschildert wurde, komische Momente in sich trägt. Auch Versprecher können als belustigend wahrgenommen werden. Humor hängt also immer von der gemeinsamen Wahrnehmung seiner Adressaten ab. Erst durch das gemeinsame Lachen als Reaktion der Gruppe wird die witzige Bemerkung als witzig anerkannt. Geht man nun davon aus, dass die meisten Witze, die jemand macht intendiert, sprich: beabsichtigt, witzig sind (mit Ausnahme der Versprecher) so kann man Humor auch als gezielte Einladung verstehen: Humor lädt zum Lachen ein als Zeichen seiner (An-)erkennung und als willkommene Ablenkung vom Tagesgeschehen. Dabei kommt es häufig vor, dass die lustigen Bemerkungen auf eine anwesende Person abzielen, etwa indem deren Verhalten oder eine bestimmte Bemerkung augenzwinkernd kommentiert wird. Wird diese Bemerkung dabei so "verpackt", dass sie noch nicht die Grenze zum Hohn oder Spott überschritten hat (wobei diese Grenze durchaus fließend ist) so sind diese Witze gleichzeitig auch eine Einladung an die "leidtragende" Person selber, mitzulachen, ungehindert der Tatsache, dass sie selber Zielscheibe der Belustigung darstellt.

3.2.3. Zielscheiben von Humor

Dem Humor wohnt also eine vereinigende Kraft inne, wobei gleichzeitig deutlich geworden ist, dass Humor in der Regel eine Zielscheibe braucht, auf welche die witzige Bemerkung abzielt. Humor geht in diesen Fällen zu Lasten von anderen Personen – fingierten Figuren oder aber real existierenden, die entweder Teil der Gruppe sind oder Personen über die in deren Abwesenheit gesprochen wird. Der andere Fall ist der Witz, der auf die Kosten der eigenen Person geht.

So genannter "nichttendenziöser Humor" wiederum kommt ohne eine solche (personifizierte) Zielscheibe aus und basiert auf unschuldige und harmlose Wortspiele, Sinnverkehrungen und skurrilen Darstellungen. "Formen der Inkongruenz sind sehr lebendig, und eine Steigerung ins Absurde ist dadurch normal" (Stocking/Zillmann 1996: 241). Diese Form von Witz, die sich auch mit "absurden Humor" oder "Nonsenshumor" (ebd.) umschreiben lässt, enthält im Gegensatz zu der deutlich zielgerichteten Witzform weder aggressive Elemente, noch geht sie auf Kosten anderer (ein Grund, weshalb diese Witzart nicht sexistisch ist/sein kann).

3.2.4. Die aggressive Seite des Humors

Vergleicht man diese beiden Formen von Humor, so wird deutlich, dass in Humor und Witz durchaus Elemente von Aggression zum Ausdruck kommen können, sei sie nun deutlich zielgerichtet oder nicht. Nimmt man den "nichttendenziösen Humor" heraus, so lässt sich gar feststellen, dass Witz und Humor immer etwas mit Aggression und Spannungslösung zu tun haben (vgl. Coser 1996: 99).

Bereits Freud (1938/1950 in: Coser 1996: 99) machte auf diesen Zusammenhang aufmerksam, indem er die Rolle von Witz und Humor in seiner Funktion als Mittel zur Aggressionsentladung, zur Freisetzung von Feindseligkeit und Spannungslösung herausarbeitete. Ein wichtiger Witztyp sei, laut Freud beispielsweise die Rebellion gegen Autoritäten, denn gerade in solchen Situationen, in denen ein persönlicher Affront gegen eine (höherstehende) Person als unpassend und konfrontativ angesehen würde, bietet der Witz von daher eine vertretbare Möglichkeit, Dinge zu kommentieren, ohne dabei verletzend oder augenscheinlich aggressiv zu werden, abgesehen davon, dass man sich durch eine konfrontative Art selber angreifbar machen würde (eben durch den Vorwurf, aggressiv oder ungerecht zu sein). Martin Grotjahn fasst diese Seite des Witzes folgendermaßen zusammen: "Wer Witze macht, andere neckt, aufzieht, imitiert, der Clown, der Zyniker, der Humorist ..., sie alle gehören zur großen Gruppe der Menschen, die um ein erlaubtes Ventil für ihre Aggressionen kämpfen" (Grotjahn 1957: 34 in: Kotthoff 1996).

Gleichzeitig ist Humor aber auch ein Mittel der Versöhnung, der Bestätigung gemeinsamer Werte, des Lehrens und Lernens, des Bittens um und des Gewährens von Unterstützung, des Überbrückens von Differenzen. (vgl. Coser 1996: 100), denn Humor und Witz erlauben es, selbst unangenehme Dinge wie Kritik leichter annehmbar zu verpacken, genauso wie sie es möglich machen, eigene Schwächen oder Fehler einzugestehen, ohne dabei das Gesicht zu verlieren. Sofern es gelingt, den oder die anderen zum Lachen einzuladen, versichert man sich über diesen Weg des gemeinsamen Lachens eine Form des Verständnisses: das gemeinsame Lachen oder Schmunzeln hilft so über eine potentiell gefährliche Situation hinweg, indem sie das Problem als nicht so schwerwiegend erscheinen lässt. Somit kann Humor dazu dienen, schwierigen Situationen oder Differenzen zwischen einzelnen Personen eine andere Färbung zu verleihen.

Bezogen auf die Studie von Rose Laub Coser bietet das Setting der vorliegenden Untersuchung geeignete Voraussetzungen um zu überprüfen, inwieweit die bisher vorgestellten Funktionen von Humor dort zum Tragen kommen (Gruppenzusammenhalt, Aggressionsentladung, eigene Fehler zugeben können etc.).

Von besonderem Interesse ist dieses Setting gerade deshalb, weil es sich dabei um formale Dienstbesprechungen handelt, die Teil der beruflichen Tätigkeit der teilnehmenden Gruppenmitglieder sind. Der Zweck dieser Treffen ist also zweckorientiert und gilt dem Geschäftlichen und damit immer dem Erhalt der Organisation. Das Verhalten während der Sitzungen steht demnach im Zusammenhang mit dem Zweck der Sitzungen, woraus sich schließlich schlussfolgern ließe, dass Humor wohl eher die Ausnahme als die Regel darstellen würde. Affektiv – vergnügliche Ausschweifungen sind allein deshalb nicht die Regel, bzw. in der Art und Weise gestattet wie etwa bei informellen Gesprächen, weil sie das Geschäftliche und den "ernsten Schein" der Organisation angreifen, von der Tagesordnung ablenken und dem glatten Funktionieren des Ablaufs gefährlich werden können. Von daher lenkt jede Einladung zum Lachen innerhalb dieses speziellen Kontextes von den beruflichen Aufgaben ab und damit letzten Endes vom so genannten "Ernst der Lage". Deswegen ließe sich vermuten, dass nicht jeder in der Gruppe in der gleichen Art und Weise dazu berechtigt sei, dieses an sich gewagte Unterfangen zu starten. In der Tat sichert sich eine Gruppe, so die Ergebnisse der Studie, automatisch gegen diese Bedrohung der Versammlung und deren geregelten Ablauf ab und zwar über zwei Kontrollmechanismen:

  1. durch die spontan entstehenden Verteilungsmuster (wer scherzt? wer scherzt wie oft?) und

  2. dadurch, dass die Zielscheiben der angriffslustigen Scherze Gruppenkonsens bilden und verstärken (wer scherzt worüber?)

Wie genau die Gruppe der Mitglieder der Fakultätssitzungen sich zusammensetzen stellt in dem Zusammenhang eine wichtige Frage dar.

3.2.5. Die Hierarchie innerhalb der Gruppe

Die in der Studie beobachteten Sitzungen wurden von Personen besucht, die unterschiedliche Statuspositionen und unterschiedliche Verwaltungsaufgaben hatten, so dass es sich dabei um eine recht gemischte Gruppe handelte, in denen Personen mit unterschiedlichen Funktionen aufeinander trafen. Geleitet wurden diese Besprechungen von dem Chef-Psychiater oder seinem Stellvertreter, einem anderen Psychiatrieprofessor. Besucht wurden sie von fünf leitenden Psychiater/inne/n (darunter zwei Frauen), sechs Assistenzpsychiatern und sechs nichtmedizinischen Mitarbeiterinnen, die sich aus zwei Psychologinnen, einer Soziologin und drei Sozialarbeiterinnen zusammensetzten. Angefangen beim Chef-Psychiater bis hinunter zu den Sozialarbeiterinnen zeigt sich damit ein recht ausgeprägtes Hierarchiegefälle. Des weiteren fällt auf, dass die Frauen, obwohl sie zahlenmäßig fast genauso stark vertreten waren (8 : 10) wie die Männer, bis auf zwei Ausnahmen (die Psychiaterinnen) die weniger prestigeträchtigen Posten bekleideten.

Der Zweck der Sitzungen war die Präsentation der "Fälle" durch die Assistenzpsychiater, also die Assistenten, die sich noch in der Facharztausbildung befanden. Die Psychiater leiteten die Sitzungen im Sinne der genannten Aufgabe. Der Charakter der Sitzungen war also dadurch geprägt, dass die Assistenten ausgesuchte (Problem-)Fälle vorzustellen hatten und sich in der Hinsicht noch in einer Art "Lehrer-Schüler-Verhältnis" zu den ranghöheren Professoren befanden. Die Mitglieder des nichtmedizinischen Personals hatten im Vergleich dazu eine ähnliche Position inne. Ihre Aufgabe war es, ergänzende Informationen auf ihre Sicht der Fälle zu liefern, doch auch sie waren dabei den Beurteilungen seitens der höher qualifizierten Psychiater ausgesetzt.

3.2.6. Der Ablauf der Sitzungen

Der Fokus dieser Studie richtete sich nun darauf, die Muster der scherzhaften Episoden während dieser offiziellen Besprechungen zu untersuchen, um herauszuarbeiten, inwieweit diese einem anderen Muster folgen, als z.B. das Scherzen bei informellen Treffen, "wo Statushierarchien entweder nicht präsent oder nebensächlich sind" (Coser 1996: 102). Der Ablauf der formalen Sitzungen hingegen ist von der vorhandenen Struktur der Gruppe geprägt und erhält durch das Vorhandensein der Hierarchie eine andere Qualität als informelle Treffen oder Besprechungen zwischen Personen gleichen Status. Damit verschieben sich auch die Spielregeln im Scherzverhalten, da – im Vergleich zu informellen Gesprächen - die Mitglieder weniger gleichberechtigt aufeinander treffen.

3.2.7. Der Konflikt zwischen Nähe und Distanz

Das Thema der sozialen Barrieren innerhalb der Gruppe stellt sich nun folgendermaßen dar: "Wenn wir Radcliffe-Browns (1952) vergleichenden Analysen über Scherzbeziehungen in primitiven Gesellschaften folgen, können wir annehmen, dass Humor einen Konflikt zwischen sozialer Nähe und Trennung löst. Nähe und Verbundenheit entstehen durch gemeinsame Angelegenheiten, Distanz und Auseinanderstreben durch die den Gesellschaft innewohnenden Statussysteme" (Coser 1996: 100). Bezogen auf das zu analysierende Setting der Besprechungen lässt sich beides wiederfinden: Die Verbundenheit wird über die gemeinsame Aufgabe (die Behandlung der PatientIn oder der PatientInnen) hergestellt, die Trennung oder Distanz unter den Anwesenden lässt sich aus deren unterschiedlichen Positionen innerhalb des Hierarchiegefüges heraus erklären: Auf der eine Seite stehen demnach die leitenden, bereits etablierten Professoren mit ihrer langjährigen Berufserfahrung, auf der anderen Seite die werdenden Assistenzärzte, die sich noch in der Ausbildung befinden und schließlich und endlich noch die "anderen" Mitarbeiter, die bezogen auf ihre berufliche Qualifikation noch unterhalb der beiden eben genannten Personenkreise stehen, sprich: die Psychologin, die Soziologin und die Sozialarbeiterinnen.

Um nun die von Radcliffe-Brown formulierte These zu überprüfen, nach der Humor also den Konflikt zwischen dem Bedürfnis nach Verbindung (Assoziation) und Unterscheidung (Dissoziation) (Coser 1996: 104) zu lösen hilft, beobachtete Coser die Beziehung unter den "Humoristen" und analysierte die Ziele, Inhalte und Themen ihrer witzigen Bemerkungen. Hinsichtlich der Ziele und Inhalte der witzigen Bemerkungen stellt sich nun vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Gruppenmitglieder sich mit einem ausgeprägten Hierarchiegefälle konfrontiert sahen (Konflikt der Trennung) die Frage, in welchem Maße die gemachten Witze versteckte Aggressionen ausdrückten. Coser richtete damit den Augenmerk auf die von Freud formulierte These der Aggressionsentladung durch Humor: "Freuds Bemerkung, dass ein wichtiger Witztyp Rebellion gegen Autoritäten ausdrückt, müsste bedeuten, dass in hierarchisch geordneten Gruppen diejenigen auf den niedrigeren Hierarchiestufen mehr Gebrauch machen von den versteckten Aggressionssignalen als diejenigen auf den höheren Stufen. Letztere müssten von dem Bedürfnis "zurückzuschlagen", durch Witze einen "Triumph der Unverletzlichkeit" – wie Freud es nannte – genießen zu wollen" (Coser 1996: 101), frei sein. Das zu erwartende Ergebnis wäre also gewesen, dass die statusniedrigeren Mitglieder in den Sitzungen häufiger Witze machen würden.

Die Auswertung der Untersuchung ergab jedoch, dass diese Prognose nicht bestätigt werden konnte. Bezogen auf die Anzahl der gemachten Witze fand sich ein deutliches Übergewicht zugunsten der statushöheren Gruppenmitglieder: Auf die leitenden Psychiater entfielen durchschnittlich 7,5 Witze, während die Assistenzpsychiater mit 5,5 Witzen das Mittelfeld anführten und damit die anderen Mitarbeiter, die das Schlusslicht bildeten, deutlich abhängten. Diese konnten nur durchschnittlich 0,7 Witze auf ihrem Konto verbuchen. Die Verteilung von Humor nach Status zeigt demnach keineswegs, dass die statusniedrigeren Gruppenmitglieder dieses Instrument der indirekten Rebellion häufiger benutzen, sondern im Gegenteil, dass sie es eher selten heranzogen. Die größere Witzzahl der psychiatrischen Fachärzte im Vergleich zu den Assistenzärzten ist um so interessanter, wenn man die Tatsache mitbedenkt, dass die Assistenten letztendlich im Ganzen mehr reine Sprechzeit in Anspruch nahmen, als alle anderen, da es ihre Aufgabe war, die eigenen Fälle vorzustellen. So kam es, dass sie bei immerhin 14 der 20 Sitzungen das Rederecht während drei Vierteln der gesamten Sitzung hatten. Festzuhalten bleibt, dass die Tatsache ihrer höheren Redezeit nicht zwangsläufig zu einer höheren Zahl von witzigen Bemerkungen führte (vgl. Coser 1996: 101).

Anhand der vorliegenden Witzverteilung würde nun die Vermutung nahe liegen, dass die statushohen Mitarbeiter der Klinik aggressiver seien als die statusniedrigeren (vgl. Coser 1996: 101), da sie deutlich mehr Witze produzierten als die unter ihnen Stehenden. Das dem nicht so ist, bzw. dass diese Interpretation zu kurz greift, wird klar, wenn man den aggressiven Akt von der psychisch aggressiven Einstellung (attitude) unterscheidet (Merton 1949: 99 – 126 / 1959: 24 – 188 in Coser 1996: 101). Die Schlussfolgerung, die Coser mithilfe dieser Unterscheidung zieht, führt sie schließlich zu folgender Annahme: "Wenn diejenigen auf den niedrigen Rängen weniger Aggression durch Witzigsein äußern, heißt dies nicht, dass sie weniger Aggressionen haben. Sie lassen diese vermutlich in anderen Situationen heraus, z.B. bei informellen Treffen, wo Statushierarchien entweder nicht präsent oder nebensächlich sind" (Coser 1996: 101). Eine geringere Witzzahl ist damit also nicht gleichbedeutend mit dem Nicht-Vorhandensein von Aggression. Eine höhere Witzzahl hingegen kann als Zeichen von vermehrter Aggression gewertet werden, aber gerade im Hinblick auf den Umstand, dass es die statushohen Mitglieder der Gruppe waren, macht diese Verknüpfung letztendlich nicht allzu viel Sinn. Wie sich weiter unten zeigen wird, macht dieses Ungleichgewicht mehr Sinn, wenn man das Augenmerk stärker auf einen anderen Aspekt verlagert.

An dieser Stelle bleibt jedoch festzuhalten, dass es oftmals sinnvoll ist, den Blickwinkel von den Einstellungen und Dispositionen einzelner Personen hin zu dem tatsächlich zu beobachtbaren Verhalten dieser Personen zu lenken. Die Tatsache, dass Personen (hier: die Statusniedrigeren) sich in unterschiedlichen Situationen unterschiedlich aggressiv verhalten, wird damit mehr als von den äußeren Umständen und Bedingungen abhängig angesehen und nicht mehr bloß auf die persönlichen Merkmale einer Person bezogen. Bezogen auf das Setting der Untersuchung betont Coser, dass es also nicht darum gehen soll, herauszustellen wie sich Status psychisch auswirkt, "sondern darum, wie Status als Teil eines Rollenbeziehungsgeflechts das Verhalten seiner Träger bestimmt" (Coser 1996: 101). Würde Status sich ausschließlich psychisch auswirken, müssten die Statusniedrigeren öfter aus Motiven der Frustration heraus (versteckte) Aggressionen zeigen. Dass sie dies nicht tun, lässt sich in erster Linie mit den Erfordernissen der sozialen Situation erklären.

3.2.8. Weibliche Rollenkonflikte

Die Eigenheiten des spezifischen Kontextes (Hierarchiegefälle, statusniedrigere Position der Frauen) erweisen sich schließlich ebenfalls als äußerst relevant für die Analyse des Scherzverhaltens der Frauen. Die beruflich definierten Rollen der einzelnen Personen in dieser Untersuchung werden je nach Geschlecht noch von den Erwartungen an die jeweilige Geschlechterrolle überlagert, so dass sich in dieser speziellen Situation für die Frauen an vielen Stellen ein typisch weiblicher Rollenkonflikt ergibt. Bezogen auf das Scherzverhalten ergibt sich dieser Rollenkonflikt daraus, dass Frauen geschlechterstereotyp betrachtet eher vorsichtig sein müssen, was das Zeigen von Aggressionen in der Öffentlichkeit anbetrifft, sei es offen oder verdeckt, da diese Art von Verhalten nicht mit den Erwartungen an die Rolle der Frau vereinbar sei. Aggressives Verhalten wird demnach eher Männern zugestanden als Frauen (vgl. Coser 1996: 102).

"Frauen müssen heute vorsichtig sein, weil jedes Zeigen von Aggressionen, ob offen oder versteckt, von jedem Mann in unserer Konkurrenzgesellschaft als Herausforderung verstanden wird [...], der er entgegenzutreten hat [...]. Der Mann von heute nimmt diese Aggressionen erwartungsgemäß als erniedrigend und mit seiner Würde unvereinbar wahr" (Grotjahn 1957: 37 in Coser 1996: 102). Und er fügt hinzu: "Frauen haben genauso viel natürliche Intelligenz, Aggression und Lust, Witz zu genießen, wie Männer. Aber wenn sie klug sind, zeigen sie es nicht" (Grotjahn 1957: 52 a.o.O.). Damit verweist Grotjahn also auf die bereits oben angeführte Beobachtung, dass das Verhalten einer Person nicht zwangsläufig etwas über deren Fähigkeiten oder dem Bedürfnis danach, eine bestimmte Verhaltensweise an den Tag zu legen, zu tun hat. Wie jemand sich verhält hat also so gesehen immer etwas damit zu tun, ob dieses Verhalten in einer bestimmten Situation als (von den anderen) angemessen wahrgenommen würde. Grotjahn sieht dies als "Anpassungsleistung", die darauf hinaus läuft, dass es manchmal klüger sein kann, für Frauen bestimmten Impulsen nicht nachzugeben.

Diese bereits vor gut 30 Jahren getroffene Feststellung lässt sich, wie bereits vielfach gezeigt, in ihren Grundzügen auch noch an Beispielen aus der Gegenwart illustrieren. So verweist Coser auf das Bild der Frau in der heutigen Zeit und erinnert daran, dass in unserer Kultur (noch immer) von Frauen erwartet wird, dass sie eher passiv und rezeptiv sind als aktiv und initiativ (vgl. Coser 1996: 102). Bezogen auf das Humorverhalten der Geschlechter bedeutet dies, dass "eine Frau mit Sinn für Humor lacht (aber nicht zu laut!), wenn ein Mann scherzt oder einen Witz erzählt. Ein Mann mit Sinn für Humor ist witzig in seinen Bemerkungen und erzählt gute Witze. Der Mann gibt, die Frau erhält" (Coser 1996: 103). Dieses klassische Muster nun sieht sich in der Auswertung der Untersuchung von Coser bestätigt. In der Witzverteilung nach Geschlecht ergab die Studie, dass die Männer während der Sitzungen wesentlich mehr Witze machten als die Frauen – nämlich 99 von insgesamt 103 -, wobei die Frauen als Reaktion auf die humorvollen Bemerkungen oft lauter lachten als die Männer (vgl. Coser 1996: 103).

Nun stellt sich natürlich die Frage, ob diese Ungleichgewicht etwas damit zu tun hatte, dass die Männer deutlich in der Überzahl gewesen waren, so dass die wenigen Witze von Frauen dadurch erklärt werden könnten, dass wenig Frauen anwesend waren. De facto war jedoch die Zahl der Frauen bei diesen Sitzungen in etwa genauso groß wie die der Männer, denn außer den nichtmedizinischen Mitarbeitern, die allesamt weiblich waren, gab es auch noch zwei Psychiaterinnen. Trotz dieses zahlenmäßigen Vorteils seitens der Frauen und eingedenk der Tatsache, dass die beiden Psychiaterinnen vom Status her erwartungsgemäß eigentlich mehr hätten scherzen können, konnten die Frauen insgesamt nur ein verschwindend geringes Kontingent an witzigen Bemerkungen auf ihrer Seite verbuchen. In anderen Situationen hingegen zeigten diese Frauen deutlich mehr Spaß an witzigen Bemerkungen, beispielsweise im Rahmen von informellen Treffen, in denen sie einen mitunter exzellenten Humor an den Tag legten (vgl. Coser 1996: 102). Weshalb sie ein solches Verhalten nun während der offiziellen Sitzungen so spärlich an den Tag legten, erklärt sie – in der Tradition von Grotjahn - wie folgt: "Die Tatsache, dass sie ihren Witz und ihren Sinn für Humor während der formellen Sitzungen nahezu gar nicht zeigten, hat nichts mit ihren Fähigkeiten oder ihrem Charakter zu tun, sondern damit, dass sie sich den Erfordernissen der sozialen Situation anpassten."

Bezogen auf die statusniedrigeren Mitarbeiterinnen lassen sich diese Erfordernisse (abgesehen von den Erfordernissen der weiblichen Geschlechterrolle) zusätzlich daraus ableiten, dass sie von ihrer Ausbildung und Qualifikation her weit unter den statushohen Psychiatern standen und ihnen mit ihrer Sicht der Dinge, was die Patienten betraf, nur Zusatzinformationen lieferten, durch die das Wissen der Psychiater ergänzt wurde. Diese Rolle nun lässt sich auch auf die Assistenten übertragen. Coser beschreibt die Position der Assistenten als durchaus mit derjenigen Rolle vergleichbar, die der Frau in unserer Gesellschaft oft zugeteilt wird: "Sie sollten lernen, Wissen erhalten und die intellektuelle Überlegenheit der Fachkräfte akzeptieren" (Coser 1996: 103). In dieser Hinsicht ähnelte sich also die Rolle der weiblichen Mitarbeiterinnen und die der Assistenzärzte, da beide in einer Art "Lehrer-Schüler-Verhältnis" zu den erfahrenen und hochqualifizierten Psychiatern standen. Wir haben es also mit einem Autoritätsgefälle zu tun, und bezogen darauf mit bestimmten Konventionen, die in der Interaktion zwischen "ungleichen" Personen dabei zum Tragen kommen. Übertragen auf die (ungeschriebenen) Regeln bezüglich des Humorverhaltens, bedeutet dies, dass "zuviel Witz und Scherz ... von ihrer Seite als Infragestellung des Lehrer-Schüler-Verhältnisses aufgefasst (würde)" (Coser 1996: 103).

Festzuhalten bleibt also, dass die niedrigere Witzzahl der statusniedrigeren Gruppenmitglieder, ob Frau oder Mann, aus dem zuvor genannten Grund heraus erklärt werden kann: Das Lehrer-Schüler-Verhältnis impliziert, dass ein Zuviel an spaßigen Einlagen seitens der "SchülerInnen" als Affront gegen die Autorität der "Lehrer" gewertet werden könnte. Bezogen auf die spezifische Rolle der Frau zeigte sich außerdem, dass sie – mit dem Termini von Freud ausgedrückt – als "überdeterminiert" zu bezeichnen ist: "Zu den kulturellen Erwartungen an die weibliche Rolle kommt noch ihre niedrige Position in der Gruppe" (Coser 1996: 103).

3.2.9. Die Zielscheiben der Witze

Darauf aufbauend betrachtet Coser nun die verschiedenen Zielscheiben der Witze: Witze auf Kosten von sich selber oder Witze auf Kosten von denjenigen Personen, die im Statusgefüge unter einem stehen (dazu zählen auch die PatientInnen, sowie deren Angehörige). Eine andere Kategorie stellen schließlich die Witze ohne ein deutliches Ziel dar.

In der Auswertung der Zielscheiben der Witze je nach Status der WitzemacherIn zeigte sich ebenfalls ein sehr prägnantes Muster. Wie sich herausstellte, waren es die statushohen Psychiater, die die meisten Witze auf Kosten der unter ihnen Stehenden machten: Sie nahmen am häufigsten die Assistenten aufs Korn, während diese als Zielscheibe ihrer Witze meist die PatientInnen oder sich selbst wählten. "In den beiden Fällen, wo einfache Mediziner über Psychiater scherzten, waren diese bei der Sitzung nicht anwesend. Nicht ein einziges Mal wurde einer der statushohen Psychiater von einem Assistenten zur Zielscheibe eines Witzes gemacht" (Coser 1996: 104). Es sieht demnach so aus, dass nicht nur die Witzhäufigkeit, sondern auch die Richtung der Witze dem Autoritätsgefälle entspricht. Was die wenigen Witze der Psychologinnen und Sozialarbeiterinnen anbetrifft, untermauert das diese Tatsche, da beobachtet werden konnte, dass ihre Witze sich nur gegen PatientInnen oder gegen sich selber richteten (a.o.O.) und weiter, dass auch sie nicht ein einziges Mal nach "oben" hin scherzten, indem sie etwa einen Assistenten oder einen Psychiater zum Gegenstand ihrer witzigen Bemerkungen gemacht hätten.

Am besten lassen sich diese Beobachtungen dahingehend zusammenfassen, dass in der Regel auf Kosten der Machtlosen gewitzelt wurde und dass diejenigen an der Spitze mehr Rechte auf die Rolle des Aggressors nach unten hin für sich beanspruchten, als die unter ihnen Stehenden ihrerseits nach oben. Damit zeigt Coser`s Studie, dass Humor, der auf Kosten von Personen geht, nach einer Hackordnung funktioniert. Die Hackordnungshypothese findet sich darin bestätigt, "dass sowohl Vorgesetzt wie auch Untergebene feindselige Späße immer über Anwesende machten, die auf der sozialen Stufenleiter tiefer standen als sie, nie über solche über ihnen" (Stocking/Zillmann 1996: 239). Durch die Verwendung von aggressivem Humor und der Freude daran signalisieren Individuen demnach, welchen Status sie sich und anderen zuordnen. Damit wird deutlich, dass durch die unterschiedliche Handhabung von Humor Gruppenstrukturen oder, genauer gesagt, Hierarchien reproduziert werden: "Durch Humor auf Kosten von Machtlosen werden Statusstrukturen unterstützt" (Coser 1996: 104). Mit höherem Status verbinden sich demnach mehr Rechte und Freiheiten, die proportional zum sinkenden Status an Gültigkeit verlieren. Durch die Beachtung dieser Abstufungen bestätigen sich die einzelnen Personen in ihrer jeweiligen Position.

Ein weiterer Grund dafür, dass Statusniedrigere erfahrungsgemäß eher auf eigene Kosten scherzen oder andernfalls nach "unten" hin, sieht Coser darin begründet, dass Humor von Statusniedrigen eher akzeptiert wird, wenn er sich gegen legitime Ziele richtet (vgl. Coser 1996: 104). In dem Fall sieht es so aus, dass Witze von Statusniedrigeren gegen PatientInnen oder gegen sich selbst als legitimes Ziel zu werten sind. Coser begründet dies damit, dass als legitime Zielscheiben vorwiegend Sündenböcke akzeptiert werden, die nicht in der Gruppe selber zu finden sind, so dass durch das gemeinsame Lachen über eben diese Sündenböcke Übereinstimmung in der Gruppe gefunden werden kann (Gruppenkonsens).

Was das Scherzen auf eigene Kosten anbetrifft, ist das Prinzip durchaus vergleichbar: Indem man sich selber zur Zielscheibe eines Witzes macht, erlaubt man den anderen über einen zu lachen. Man opfert sich gleichsam freiwillig als Sündenbock. Dies ergibt Sinn vor dem Hintergrund der Tatsache, dass man als Statusniedriger eigene Fehler eingestehen kann, da man noch nicht in die Ränge derjenigen aufgestiegen ist, die diese Fehler bereits hinter sich gelassen haben. Man/frau signalisiert, dass man/frau sich selber unmöglich gemacht hat, noch lernen muss und noch nicht alles kann ohne dabei das Gesicht zu verlieren. Eigenes Verhalten, oder Versagen so zu verpacken, dass es anderen die Möglichkeit gibt, darüber zu lachen, bringt es mit sich, sich einerseits "auszuliefern", andererseits aber das Verständnis der anderen einzuholen, indem man sie zum Lachen einlädt und damit ernsthafterer Kritik aus dem Wege geht.

Ein weiterer Grund dafür, dass es sich beim Witzemachen von Statusniedrigeren um ein legitimes Ziel handeln muss, wird durch die eingangs vorgestellte Prämisse deutlich, dass es an sich immer ein gewagtes Unterfangen darstellt, als Statusniedrigerer die ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, zumindest in dieser Form, da eine Einladung oder Aufforderung zum Lachen in einem solchen Kontext, indem es primär um das Geschäftliche bzw. Organisationelle geht, prinzipiell eine Ausschweifung darstellt. Das bedeutet letzten Endes, dass es ein potentiell riskantes Unterfangen darstellt, quasi eigenmächtig einen solchen Schritt einzuleiten. Coser merkt dazu an, dass im Grunde genommen nur einer diese Technik problemlos anwenden kann und zwar der Vorsitzende, der eine solche Besprechung leitet. Ihm unterliegt die Kontrolle über den Ablauf, den Sinn und Zweck, sowie der Abfolge der Inhalte einer Sitzung und er schlägt gleichsam den Ton an, der in der Besprechung gelten soll. Das Scherzen der Assistenten und der sonstigen Mitarbeiter ist also immer ein riskantes Spiel, da es den leitenden Psychiatern für einen Moment die Situationskontrolle aus der Hand nimmt (vgl. Coser 1996: 105). Von daher "muss" zumindest die Wahl der Zielscheibe in der Art und Weise getroffen werden, dass die Scherze nur auf eigenen Kosten oder auf Kosten anderer Sündenböcke gehen. Zu vermeiden gilt es – illegitimerweise – nach oben hin zu scherzen und damit die Autoritäten anzugreifen. Das würde letztendlich den Rahmen – das Lehrer-Schüler-Verhältnis – sprengen.

Betrachtet man unter diesem Blickwinkel nun noch einmal das spezielle Scherzverhalten der Frauen, so fällt ins Auge, dass sie zum einen weniger scherzten als die Männer und dass sie, wenn sie scherzten, sich selber als Gegenstand der Belustigung anboten, oder aber – wie in gehabter Weise – nach unten hin scherzten. Dieses Verhalten lässt sich speziell für die Frauen eben aus dem Blickwinkel heraus betrachten, dass die weiblichen Gruppenmitglieder in der Statushierarchie zum größten Teil auf den unteren Rängen angesiedelt waren, während die über ihnen Stehenden überwiegend männlichen Geschlechts waren. Damit verdoppeln sich also die Gebote für das Scherzverhalten der Frauen: Zum einen haben sie es mit Autoritäten zu tun, die sie nicht angreifen dürfen und zum anderen sind diese Autoritäten Männer, denen gegenüber man – laut Grotjahn – als Frau ohnehin vorsichtig sein sollte, was das Zeigen von (verdeckten) Aggressionen anbetrifft.

3.2.10. Das Verringern sozialer Distanz

Wie sich gezeigt hat, werden in einer hierarchischen Struktur Humor und die darin zugrunde liegenden Aggressionen nach unten hin abreagiert, was dazu beiträgt, dass über diesen Weg Statusstrukturen reproduziert werden. In dieser Beobachtung findet sich das von Radcliffe-Brown formulierte Bedürfnis nach Unterscheidung bestätigt. Auf der anderen Seite steht jedoch das Bedürfnis nach Verbindung oder Verbundenheit, welches bei jeder Lachepisode mit hergestellt wird, da durch Lachen stets auch Nähe hergestellt wird. Allerdings bleibt einzuräumen, dass der Abbau sozialer Distanz immer auch an Status gebunden ist: Den Mächtigen ist es weit eher erlaubt, durch Witziges soziale Nähe herzustellen als den unter ihnen Stehenden (Coser 1996: 106). Dieser Hinweis soll gleichzeitig die oben angedeutete Vermutung, es handele sich bei dem quantitativ umfangreicheren Humoraktivitäten der Professoren um ein Zeichen von erhöhter Aggression, relativieren.

Goffman beschrieb dieses Vorrecht der Statushöheren, indem er feststellte, dass die Beziehung zwischen Über- und Untergeordneten in dem Sinne unsymmetrisch ist, nämlich "dass [...] die Übergeordneten sich Vertraulichkeiten herausnehmen, diese den Untergeordneten aber nicht erlaubt sind" (Goffmann 1956 in: Coser 1996: 106). Zu diesen Vertraulichkeiten gehört schließlich auch die dem Humor innewohnende Kraft, die Menschen im Lachen zusammenzuführen. Laden nun die Statusniedrigen zum Lachen ein, so gilt es für sie, sich an bestimmte Regeln zu halten: Untergebene beispielsweise dürfen Distanz mit Hilfe von Humor in der Regel nur dann reduzieren, wenn sie es auf eigene Kosten tun. "Damit greifen sie die "Spitze" nicht an, sondern erlauben der "Spitze" einen Angriff auf sich" (Coser 1996: 106). Auch das ist eine Form der Vertraulichkeit!

3.2.11. Aufwärtsmobilität

Gleichzeitig stellt das Scherzen auf eigenen Kosten, obwohl es an sich eine eher unterwürfige Verhaltensweise darstellt, einen aktiven Akt der "Aufwärtsmobilität" dar. Coser beschreibt das so: "So können sich Untergebene durch Scherzen auf unauffällige Weise beliebt machen; sie bringen sich ein. Wir können konsequenterweise daraus schließen, dass Scherzen, besonders wenn es auf eigene Kosten geht, ein Zeichen von Aufwärtsmobilität ist" (Coser 1996: 106). Auf diese Weise bemühen sie sich um ein "Dazugehören" und um eine Akzeptanz, die durch das Lachen der Fachärzte gewährt wird.

Ich finde diesen Aspekt deshalb so bemerkenswert, da er eine gehörige Portion an Paradoxie in sich birgt: "Aufwärtsmobilität" durch "Selbstherabsetzung"! Bei genauerer Betrachtung allerdings löst sich diese Paradoxie jedoch auf und gewinnt zunehmend an Sinn und Plausibilität. Das Bedürfnis sich beliebt zu machen, bei denjenigen, die in der Hierarchie über einem selber stehen, ist ein nachvollziehbares, menschliches Bedürfnis und ist besonders in Organisationen relevant, wenn es darum gehen soll, die eigene Position entweder zu festigen oder zu verbessern. Dass dies in vielen Fällen besonders gut über den Weg der Selbstherabsetzung zu bewerkstelligen ist, ist eine Eigenheit, die viel mit unserer Kultur zu tun hat, welche sich in erster Linie in Kommunikationssystemen von Dominanz und Unterordnung manifestiert.

4. Kommunikation und Macht

Abschließend möchte ich noch einmal die wesentlichen Punkte herausarbeiten, die mir im Bezug auf diese Studie und als Transfer zum System der Organisation als besonders wichtig erscheinen.

Wie sich gezeigt hat, lassen sich die unterschiedlichen Verhaltenstendenzen von Personen am ehesten hinsichtlich ihrer Position in der Gruppe beschreiben, bzw. daraus ableiten. Wichtig dabei ist, dass die Gruppenstruktur durch eben diese unterschiedlichen Verhaltensweisen reproduziert wird, d.h. dass die gezeigten oder erwarteten Handlungsmuster mit der Position der betreffenden Person korrelieren und dass sich die Gruppenmitglieder dadurch in ihren Positionen gegenseitig bestätigen. Dadurch, dass je nach Position andere Verhaltensweisen üblich sind, nimmt also eine jede ihren Platz im Hierarchiegefüge ein und versichert sich und den anderen die allgemeine Gültigkeit der Struktur. So wird durch ein eigentümliches Zusammenspiel auf der Ebene der Interaktion – in diesem Fall der Scherzkommunikation – die bestehende Ordnung der Organisation bestätigt und aufrecht erhalten.

Ein anderer Aspekt, der in diese Beobachtungen mit hinein spielt, bezieht sich auf die Frage, inwieweit bestimmte Verhaltensweisen als geschlechtsspezifisch anzusehen sind. Dazu lässt sich sagen, dass sich – bezogen auf die vorliegende Studie – am ehesten sagen lässt, dass der Faktor Geschlecht in mancherlei Hinsicht verstärkend wirkt, insofern als die jeweiligen Personen vor dem Hintergrund der jeweiligen Geschlechtsrollenerwartungen ihr Verhalten den Erfordernissen der Situation anpassen. Bezüglich des beobachtbaren Verhaltens bewegten sich die Akteure – so weit sich das feststellen lässt – relativ eingegrenzt im Rahmen des traditionellen Geschlechterverhältnisses. Diese Aussage bezieht sich allerdings mehr auf die Geschlechterrollenerwartungen, die allem Anschein nach im Rahmen dieser Sitzungen nur eine modifizierende Rolle spielten. Es war jedoch weder die Absicht der Untersuchung noch die meiner nachträgliche Interpretation, herauszuarbeiten, inwieweit die Geschlechter geschlechtsspezifische Verhaltensweisen an den Tag legen, vielmehr wollte ich anhand dieser Studie aufzeigen, inwieweit sich die Geschlechtsrollenerwartungen und die Erwartungen an die statusbedingte Position der jeweiligen Personen miteinander überschneiden. Im Hinblick darauf lässt sich aus dem Datenmaterial ableiten, dass insbesondere die Frauen mit einer "Doppelrolle" konfrontiert waren: Zu den kulturellen Erwartungen an die weibliche Rolle kam für sie zusätzlich die niedrige Position in der Gruppe hinzu, so dass manche Verhaltensweisen für sie in doppelter Hinsicht "tabu" waren. Es bleibt allerdings einzuräumen, dass die Spielregeln für die statusniedrigen Frauen sich mit den Spielregeln der statusniedrigen Männer deckten. So gesehen zeigten Frauen und Männer durchaus vergleichbares Verhaltensweisen, zumindest in Anbetracht der Tatsache, dass sie es als Statusniedrige mit Statushöheren zu tun hatten.

Rosmarie Welter-Enderlin greift diesen Sachverhalt auf, indem sie auf ein Beispiel zurückgreift, in dem diese Beobachtung von den "Betroffenen" selber thematisiert wird. Die Erfahrung, dass ein Kollege beim Zuhören einer angeblich typischen Erfahrung einer Kollegin sagt: "Aber mir geht es doch in solchen Situationen genau gleich," kann dann mit seiner gleich niedrigen sozialen Position in einem vergleichbaren Kontext in Verbindung gebracht statt als Bagatellisierung weiblicher Erfahrung gewertet werden" (Welter-Enderlin 1996: 75). Damit verschiebt sich also die leichtfertige Kategorisierung einer Erfahrung oder einer Verhaltensweise als einer typisch weiblichen hin zu einer Apostrophierung dieser Erfahrung als einer typischen kontextgebundenen Erfahrung oder Verhaltenstendenz.

Ich finde es in diesem Zusammenhang nochmals erwähnenswert, dass das Witzverhalten der Statusniedrigen – welches eher weiblich konnotierte Züge des sich "Unterwerfens" aufwies (Witze auf eigene Kosten) – sich auch als eine Form der Aufwärtsmobilität herausstellte. Auch wenn ich es vermeiden möchte, ein bestimmtes Verhalten als typisch männlich oder aber typisch weiblich zu betrachten, so ist es doch interessant, festzustellen, dass dieses vermeintlich weibliche Verhalten sowohl Männern als auch für Frauen als nützlich erscheint, um eben diese Dynamik der Aufwärtsbewegung zu bewerkstelligen. Letztendlich besagt dies, dass diese Art von Verhalten eng an die statusbedingte Position einer Person gebunden ist und sich zu einem großen Teil aus dem Hierarchiegefälle heraus erklären lässt. Unterwürfiges Verhalten entsteht demnach aus den Erfordernissen der sozialen Situation, wobei mit den Worten von Welter-Enderlin der soziale Status der jeweiligen Ansprechpartner bzw. des jeweiligen Publikums bedeutsamer ist als das Geschlecht des oder der Sprechenden (vgl. Welter-Enderlin 1996: 80).

Übertragen auf das Geschlechterverhältnis innerhalb von Organisationen bedeutet dies eine Abkehr von einem primär geschlechtszentriert geleiteten Blick auf Verhaltensunterschiede zwischen einzelnen Personen. Das Verhalten einer Person kann aus dieser Sichtweise heraus nicht isoliert gesehen werden, sprich nur allein im Hinblick auf die Geschlechtszugehörigkeit einer AkteurIn. Es muss vielmehr vor dem Hintergrund gesehen werden, dass die entsprechende Person ihre Berufsrolle und ihre sich daraus ergebende (Status-)position mit den Erwartungen an ihre Geschlechterrolle abgleicht. Diese Betrachtung freilich sollte aus einem Bewusstsein für die impliziten und expliziten Bedeutungen der Geschlechterrolle heraus geschehen.


Literatur:

Alfermann, Dorothea (1996): Geschlechterrollen und geschlechtstypisches Verhalten. Berlin/Köln: Kohlhammer

Coser, Rose Laub (1996): Lachen in der Fakultät. Eine Studie über die sozialen Funktionen von Humor unter den Fakultätsmitgliedern einer psychiatrischen Klinik. In: Kotthoff, Helga (Hg.): Das Gelächter der Geschlechter: Humor und Macht in Gesprächen von Frauen und Männern. 2. Auflage. Konstanz: Universitäts-Verlag: 97-118

Cyba, Eva (1995): Grenzen oder Theorie sozialer Schließung? Die Erklärung von Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern. In: Wetterer, Angelika (Hg.): Die soziale Konstruktion von Geschlecht in Professionalisierungsprozessen. Frankfurt am Main/New York: Campus: 51-70

Jenkins, Mercilee M. (1996); Was ist daran so lustig? Scherzen unter Frauen: Kotthoff, Helga (Hg.): Das Gelächter der Geschlechter: Humor und Macht in Gesprächen von Frauen und Männern. 2. Auflage. Konstanz: Universitäts-Verlag: 43-60

Kotthoff, Helga (Hg.): Das Gelächter der Geschlechter: Humor und Macht in Gesprächen von Frauen und Männern. 2. Auflage. Konstanz: Universitäts-Verlag

Krönchen, Sabine: Männerkultur/Frauenkultur. Sind Frauen als Managerinnen (nur) Durchreisende in einer Welt der Männer? Oder: Welche Plätze und Positionen gibt es für Frauen und Männer in Organisationen? (05.01.00)

Roloff, Christine, Metz-Göckel, Sigrid (1995): Unbeschadet des Geschlechts ... Das Potentiale-Konzept in der Frauenforschung. In: Wetterer, Angelika (Hg.): Die soziale Konstruktion von Geschlecht in Professionalisierungsprozessen. Frankfurt/New York: Campus: 263-286

Stocking, Holly, Zillmann, Dolf (1996): Humor von Frauen und Männern. Einige kleine Unterscheide. In: Kotthoff, Helga (Hg.): Das Gelächter der Geschlechter: Humor und Macht in Gesprächen von Frauen und Männern. 2. Auflage. Konstanz: Universitäts-Verlag: 229-246

Welter-Enderlin, Rosmarie (1996): Mann weiss, frau berät anders – wirklich? In: Berufsverband für Supervision und Organisationsberatung (BSO) (Hg.): Zwischen Boom, Business und Berufsethik. Bern, Schweiz: Reader zum gleichnamigen BSO-Fachkongress, anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Berufsverbandes: 71-84

Wetterer, Angelika (1992) (Hg.): Profession und Geschlecht: Über die Marginalität von Frauen in hochqualifizierten Berufen. Frankfurt am Main/New York: Campus

Wetterer, Angelika (1995) (Hg.): Die soziale Konstruktion von Geschlecht in Professionalisierungsprozessen. Frankfurt am Main/New York: Campus:


Die Autorin

Jana Eisele

geb. 1974 in München,
Studium der Sozialpädagogik an der Hochschule Niederrhein,
Auslandsaufenthalt nach dem Abitur (au-pair in London, GB),
Anerkennungsjahr in der JVA Düsseldorf,
Fortbildung zur Sozialmanagerin mit anschließendem Praktikum im Bereich Fundraising und Marketing bei der action medeor in Tönisvorst

Veröffentlichungsdatum: 7. September 2003


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