Die Migrationsgesellschaft:

Situation, Entwicklung, Konsequenzen

von Jésus Hernández-Aristu (Februar 2002)
(Vortrag auf dem 10. Bocholter Forum: 20 - 22 Oktober 2000)

Einleitung und Motivation

Ich möchte beginnen mit einem Wort des Dankes an die Veranstalter dieser Tagung, an das Bocholter Forum, an die Landeszentrale für Politische Bildung Nordrhein-Westfalen, an die Spanische Bildungsakademie und an die Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen NRW. Ich bin zwar dieser Einladung sehr gern gefolgt, doch nicht ohne Zögern, denn meine letzte berufliche Tätigkeit im Bereich der Migrantenbetreuung liegt schon 17 Jahre zurück, genau so viele Jahre, wie ich nach 16-jährigem Aufenthalt in Deutschland in mein Herkunftsland Spanien zurückgekehrt bin. Ich dachte damals, mit meiner Rückkehr hätte ich diesen Abschnitt meiner beruflichen Tätigkeit als Ausländer-Pädagoge abgeschlossen. Doch was für ein Irrtum. Spanien, genau wie alle anderen Länder der Europäischen Union ist, heute eine Migrationsgesellschaft. Spanien war seit Jahrhunderten ein Land, das seine Landsleute nicht in ihren Grenzen hat halten können - aus vielerlei Gründen, aus politischen, aus religiösen und ökonomischen Gründen.

Es leben heute mehr Spanier im Ausland (etwa 2 Millionen), als Ausländer in Spanien (aus Nicht-EU-Staaten sind es ca. 500.000), doch Spanien wird wie alle anderen Länder der Europäischen Union zu einem Migrationsland, zu einem Land, das wie jedes andere zunehmend Menschen aus anderen Teilen der Welt aufnimmt und auch in Zukunft aufnehmen wird - ja, wenn die Berechnungen der UNO stimmen, in Zukunft aufnehmen muss, soll das Land überlebensfähig bleiben.

Ihre Einladung, heute vor Ihnen zu sprechen, ist für mich in Anbetracht der allgemeinen Situation der Migration in Europa ebenfalls eine Herausforderung, mich diesen alten und neuen Tatsachen reflexiv zu stellen.

Ich möchte ihnen meine Überlegungen anbieten als Impuls und Anregung zur Diskussion und zum Austausch miteinander.

1. Migrationsgesellschaft oder Migrationsgesellschaften?

In den letzten Jahren wurden vor allem in der Soziologie für die Konzeptionierung der Gesellschaft allerhand neue Konzepte entwickelt. Seitdem das Konzept von der "modernen" Gesellschaft nicht mehr annährend die Realität der Gesellschaften in Bezug auf die Computerisierung, Globalisierung und Technologisierung der Information beschreiben konnte, entstehen neue Versuche, durch andere Konzepte der gesellschaftlichen Wirklichkeit näher zu kommen. So spricht man heute von der Postmoderne, der zweiten Modernität, der Optionsgesellschaft, der Risikogesellschaft, der komplexen Gesellschaft und nun auch noch von Migrationsgesellschaft.

Ich muss gestehen, dass ich zunächst einmal die Luft anhalten musste, als ich von diesem neuen Begriff, der unsere derzeitige Gesellschaft beschreiben soll, hörte, doch zugleich merkte ich, dass der Ausdruck Migrationsgesellschaft eigentlich noch zu kurz gegriffen ist. Es sollte eher Migrationsgesellschaften heißen. Wir können nämlich nicht mehr, wie gewohnt, nur von unserer eigenen Gesellschaft ausgehen, etwa der europäischen oder westlichen Gesellschaft, und so tun, als ob diese eine einheitliche, unabhängige Größe darstellen würde. Wenn wir differenzierter hinschauen, dann werden wir wahrnehmen, dass jede Gesellschaft, gleich welcher Herkunft und Kultur, gleich wie groß und entwickelt sie ist, sich als eine Migrationsgesellschaft darstellt, unabhängig davon, ob sie eine Aufnahme-Migrationsgesellschaft oder aber eine Entsende-Migrationsgesellschft ist, und wir sehen auch, dass diese Migrationsgesellschaften gleichzeitig in einem reziproken Zusammenhang und in gegenseitiger Abhängigkeit zu einander stehen. D. h., eine Migrationsgesellschaft ist nicht ohne die anderen Migrationsgesellschaften zu verstehen.

Migrationsprozesse stellen "komplexe Bewegungen von Menschen dar, die in vielfältigen Etappen über eine größere Kette unterschiedlicher und häufig nicht von Anfang an geplanter Stationen führen und nicht selten zirkulär verlaufen" (Pries 1998, S.73).

2. Drei Kennzeichen der Migrationsgesellschaften

Ich möchte erst einmal kurz auf die Gesellschaftsbedingungen hinweisen, unter denen die Migrantenkinder und -jugendlichen leben. Vieles davon trifft vergleichbar auf alle Gruppen von Kindern und Jugendlichen in unserer Zeit zu. Es bezieht sich auf gesellschaftliche Ungleichheiten, auf die Spannung zwischen Globalisierung und Lokalisierung und auf den Individualisierungsprozess, wie er in den freiheitlichen und demokratischen Gesellschaften zu beobachten ist.

I. Gesellschaftliche Ungleichheiten

Die Ursachen für die Migrationsbewegungen innerhalb der eigenen Landesgrenzen, wie z.B. vom Land in die Städte, als auch von einer Region oder von einem Land in ein anderes, liegen, wie die Vereinigten Nationen (1994) festellten, in "den internationalen wirtschaftlichen Ungleichheiten, in der Armut, in der Verschlechterung der Umweltbedingungen, in der Verletzung der Menschenrechte, an Unfrieden und Unsicherheit" (S. 59). Manchmal reicht schon einer dieser Faktoren, damit sich ein Mensch zur Migration entschließt. Oft sind es mehrere Gründe, die sich anhäufen (cumulative causation). Das Ergebnis ist, dass viele Aufnahme-Migrationsgesellschaften Unterschiede machen zwischen den verschiedenen Gruppen von Migranten. Die einen werden als Fremdarbeiter, andere als Exilanten, andere wiederum als Flüchtlinge, Vertriebene, als legal, d.h. gesetzmäßig Eingewanderte bzw. als Illegale, andere wiederum als Migranten mit oder ohne Papiere bezeichnet, es gibt also eine ganze Menge unterschiedliche Namen für den Personenkreis, von dem hier die rede ist. Wie es auch immer ist, Tatsache bleibt, dass es mehr und mehr Menschen gibt, die aus den oben genannten, unterschiedlichen Gründen die Grenzen der entwickelten Ländern überschreiten, um innerhalb dieser Grenzen ihre Existenz von Neu an zu begründen. Es gibt andere, die von den Anwerbeländern aufgefordert werden, zu migrieren, wie im Fall der Informatiker, die allerorts benötigt werden.

Letzteres hat z.B. zur Folge, dass die Länder, die diese Fachkräfte dringend selbst brauchen könnten, wie z.B. die Entwicklungs- und Schwellenländer, diese entbehren müssen. Das bedeutet eine neue Form von Ausbeutung, wie Castells, der spanische Soziologe meint, der an der Berkeley Universität in den USA lehrt. Er behauptet, dass die einzige Chance für Afrika und, ich füge hinzu, für alle unterentwickelten, bzw. verarmten Länder Asiens oder Lateinamerikas sei, aus der Unterentwicklung herauszukommen, wenn der schwarze Kontinent und alle anderen Länder den Zugang zum Internetzeitalter schaffen, ohne erst den Zwischenschritt der Industrialisierung durchlaufen zu müssen (vgl. Castels in: El Pais 31. 7. 2000). Werden diese Länder aber auch noch dieser Chance von den entwickelten Ländern beraubt, bleibt den Menschen in diesen Ländern nichts anderes übrig, als aus wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gründen ihr Land zu verlassen, um Anschluss an die entwickelten Ländern zu finden und so weiter und sofort ...

"Solange die Spannungspotentiale internationaler, sozialer Ungleichheitsstrukturen - ... so enorm akzentuiert sind wie am Ende dieses Jahrhunderts, so lange werden auch enorme soziale Triebkräfte für internationale (Arbeits-)Migration in die wohlhabenden Weltregionen bestehen" (Pries 1998, 58). Es gibt noch keine eindeutigen Anzeichen dafür, dass sich das im beginnenden neuen Jahrhundert ändern würde. "Gesellschaften ändern sich, nur dann, wenn sie sich ändern müssen", behauptet Castells (ebenda.).

Früher hat man Abkommen zwischen Anwerbeländer und anderen Staaten, wie z.B. zwischen Deutschland und Spanien Anfang der sechziger Jahre getroffen, vermutlich, um die Migration von beiden Seiten unter staatlicher Kontrolle und befristet zu halten. Doch die selbstreferenziellen Mechanismen der Migrationsbewegungen, wie es sich allerorten in der Form der Familienzusammenführung, als Informationen durch Verwandte und Nachbarn über die Situationen der Aufnahmeländer zeigen, führen dazu, die Migration in den Herkunftsländern zu fördern. Die "Herausbildung von dichten Netz der Transaktion von Informationen, Gütern und Menschen" (Pries 1998, S. 69) bewirkt, dass andere Menschen ebenfalls nachkommen wollen.

II. Die Spannung zwischen Globalisierung und Lokalisierung

Betrachten wir die heutigen Tendenzen in den Gesellschaften, so entdecken wir eine doppelte sich auseinanderziehende Bewegung, zwei gegensätzliche Kräfte bzw. Pole, die neben großen Vorteilen auch Spannungen, Konflikte und Risiken mit sich bringen. Einerseits beobachten wir eine Tendenz zur Globalisierung aller wichtigen Aspekte des gesellschaftlichen Lebens, andererseits und nicht unabhängig davon beobachten wir eine Fragmentierung, den Zerfall der Einheiten zu Bruchstücken bis hin zur vordergründigen Bevorzugung des Eigenen, des Nächsten, des Ortes und der kleinen und überschaubaren Gruppe, der man angehört.

Die Zusammensetzung von großen Luftfahrtsgesellschaften im Cargo- und Personenverkehr, von Großbanken, der Einkauf von Firmen im Bereich der Informationstechnologie u.a. sind Anzeichen für das Verschwinden der Grenzen aller Staaten und Länder. Es entstehen große ökonomische, soziale, politische, militärische und kulturelle Welteinheiten, wo der normale Bürger nur noch staunend und betroffen zuschauen kann, ohne dass er irgend einen Einfluss darauf nehmen könnte. Diese großen Einheiten, die sich der Macht der einzelnen MitbürgerInnen und dem Einfluss der nationalen Staaten entziehen, haben großen Einfluss auf das allgemeine, alltägliche Leben der BürgerInnen. Wir brauchen nur an die Arbeitslosigkeit als Folge der Computerisierung der Produktions- und Verteilungsmittel zu denken oder an die zunehmende Veränderung der Bedeutung von Arbeit, an die Verteilung von Armut und Reichtum, Phänomene, die gleichzeitig vor unseren Augen ständig zunehmen.

Doch nicht nur Geld, Macht, Kultur etc. kennen keinen Grenzen mehr, auch Ideen, Informationen über Menschenrechtsverletzungen, aber leider auch Drogen, Kriminalität und die Mafia, diese letzteren nennt Beck (1997, S. 42) "Vergiftungen" aller Art, überqueren jede Landesgrenze. Sie verwandeln "Raum und Zeit" mit der Folge, dass "die Globalisierung die lokalen und sogar persönlichen Kontexte der gesellschaftlichen Erfahrung umgestaltet" (Giddens 1997, S.23). Globalisierung wird, wie diese Autoren behaupten, zu einem Gemisch, das gar nicht so einheitlich ist, wie es vielleicht auf den ersten Blick erscheint. Globalisierung stellt vielmehr ein komplexes, zumeist widersprüchliches Gebilde dar, das zwar auch gewisse Elemente zur Identifikation (Weltgewissen, Weltbürgertum und Weltgesellschaft) anbietet und für manche Kulturen sogar zur Aufsprengung verkrusteter Gruppenstrukturen führen kann (vgl. Arjun Appadurai 1998, S. 11 ff.), das aber gleichzeitig auch viel Angst, Verwirrung und Unsicherheit einzelnen Menschen und ganzen Völkern hervorrufen kann.

Als Gegenbewegung oder Gegenpol, gleichsam als reaktive Überlebensstrategie suchen die Menschen Zuflucht darum in den "kleinen Größen", in der lokalen Heimat, in der ethnischen Eigengruppe, hier und da auch noch in der traditionellen Religion, zuweilen in der vermeintlichen Sicherheit von Gleichgesinnten z.B. in Sekten, in einer geschlossenen Ideologie, im Kulturbereich oder in Subkulturen.

Das Nächste wird groß geschrieben, weil es kontrollierbar, beeinflussbar und handhabbar ist. Aus Angst vor der Größe der Welt und ihrer Komplexität zieht man sich zurück ins Bekannte und ins Eigene. Daniel Bell warnte davor, wenn er sagte, "innerhalb der zunehmender Mundialisierung (Globalisierung würden wir heute sagen) ist der Staat zu klein, um die großen Probleme des Lebens zu meistern, und doch zu groß, um die kleinen Probleme des Alttäglichen zu lösen ..." (Zitat bei Giddens 1994. S. ), und Giddens fügt hinzu, dass sich die gesellschaftlichen Beziehungen an ihren Rändern (lateral) ausbreiten. Als Gegenzug desselben Prozesses beobachtet er gleichzeitig die Intensivierung des Drucks jener, die die Forderung nach lokaler Autonomie und der regionaler kultureller Identität erheben (ebenda S.68). Das Leben wird dadurch angeblich einfacher. Die Identitäten werden stärker und einheitlicher. Die Kommunikation wird wieder möglich. Doch dieser Rückzug in das Lokale und ins Eigene, ist nicht frei von schwerwiegenden Gefahren. Wie wir allerorts beobachten können, nehmen die Nationalismen, die Fundamentalismen, die Vereinfachungen durch Ideologien überall zu. Ihr Erfolg liegt darin, dass sie den Menschen eine simple Identität anbieten. Sie werden mit Hilfe dieser starren Identität in die Lage versetzt, das was ihnen als Fremdes und Andersartiges erscheint, leichter als Gefahr und als Bedrohung ausmachen zu können. Das Fremde wird zum Feind deklariert, was wiederum gewaltige aggressive Energien freisetzen kann. Das nimmt dann manchmal die Form von neonazistischer Ideologie oder andere Formen von radikalen ausgrenzenden Nationalismen oder fundamentalistischen Glaubensbewegungen an.

III. Individualisierung oder die Chancen und Grenzen der Freiheit

Doch all das ist nicht ausschließlich ein Problem von Migrantenkindern und Migrantenjugendlichen. Mitrationsgesellschaften, vor allen in den entwickelten Ländern mit demokratischen und freiheitlichen Rechtsordnungen, wie dies in Europa weitgehend der Fall ist, haben in ihrer Modernisierung einen Enttraditionalisierungsprozess durchgemacht (vgl. Giddens 1997). Sie bieten den Kindern und Jugendlichen inzwischen kein in sich geschlossenes System von gesellschaftlich anerkannten und gemeinsamen Werten, Lebensstilen und Lebensformen, sondern vielmehr ein Mosaik von Identitätsentwürfen an, quasi Bausteine zur eigenen Identitätsbildung. Diese Migrationsgesellschaften zeigen Optionen und Möglichkeiten auf, unter denen das Individuum selbst auswählen muss. Man ist so zu sagen "gezwungen" frei zu sein. Dies hat für die Individuen natürlich einige Vorteile: Sie können entscheiden und auswählen, ohne die Familie und Verwandten oder den Nachbarn zu fragen, ohne mit den früheren Generationen überein zu stimmen, ohne sich an traditionelle Verhaltensmuster oder tradierte Vorstellungen halten zu müssen. Sie können jeweils ihren eigenen Lebensentwurf kreieren und ihren eigenen Lebensstil wählen. Daraus ergibt sich ein Mehr an Autonomie und freiem Handlungsraum für den Einzelnen und für seine Rollengestaltung. Der Preis dafür ist, dass eine Gesellschaft von Individuen entsteht, die ständig damit beschäftigt sind, "ihre eigenen Rollen zu koordinieren, ihre Persönlichkeit zu integrieren und ihre Identität zu bilden" (Hamburger 1996, S.).

Die Risiken trägt das Individuum. Diese Modernisierung findet ihren Niederschlag in einer "Personalisierung gesellschaftlicher Probleme und Risiken" (Mansel/Naubauer 1998. S. 68). Der Prozess der Identitätsbildung ist niemals abgeschlossen. Jugendzeit wird zu einem offenen Prozess (Hernández/Lopez 1999), Identität wird zu einem "offenen Identitätsprojekt" für jeden einzelnen (vgl. Kersting 1994). "Heranwachsende haben genau so wie Erwachsene ihren privaten und schulisch-beruflichen Lebensweg in Eigen-Regie zu organisieren, Bildungsentscheidungen bezüglich der Schul- und Berufsbildung zu treffen und schulische Entscheidungen mit privaten Freizeitinteressen zu verbinden" (Mansel/Naubauer 1998).

Doch diese erzwungene Freiheit, löst auch bei Kindern und Jugendlichen Angst aus. Orientierungslosigkeit, schwache Identitäten, Rückzug aus der Gesellschaft in die Privatsphäre sind einige der Folgen, die wir heutzutage bei Jugendlichen feststellen können. Das treibt sie manchmal dazu, Zuflucht in Gruppierungen zu suchen, die oft nur durch eine geschlossene Ideologie zusammengehalten werden und hermetische Subkulturen darstellen. All das erklärt die häufig zu beobachtende Interesselosigkeit der Jugendlichen gegenüber herkömmlichen Vereinigungen, Parteien, Kirchen und Vereinen (Beck 1997, S. 13; vgl. auch Shelljugendstudie 2000, S.261 ff). In modernen Gesellschaften ist die Frage nach der Ich-Identität des Einzelnen virulenter als die Frage nach der Wir-Identität (vgl. Münchmeier 2000, S. 307). Jugendliche aus zumeist traditionsgebundenen Migrantenfamilien haben einen zusätzlichen Grund, sich aus dem gemeinsamen Verkehr zurückzuziehen: Wie die 13. Shelljugendstudie (2000) belegt: Sind es 2/3 der deutschen Jugendlichen, die keinen oder nur äußerst geringen Kontakt zu ausländischen Jugendlichen pflegen oder pflegen wollen.

Schlussfolgernd kann gesagt werden, dass Migrationsgesellschaften jungen Menschen ein vielgestaltiges Mosaik von Identitätsoptionen anbieten. Jedoch starten nicht alle Jugendlichen vom gleichen Ausgangspunkt aus. Auch die Migrationsgesellschaft hält die gesellschaftlichen Unterschiede weiterhin aufrecht. So werden in ihr die einen zu Gewinnern die anderen zu Verlierern des Individualisierungsprozesses.

3. Neue oder alte Strategien für Migrantenkinder und -jugendliche?

In der so beschriebenen Gesellschaft wachsen neben den einheimischen immer auch ausländische Kinder und Jugendliche auf. Die Identitätsbildung in Migrationsgesellschaften verlangt, wie wir ausführten, vor allem von Kindern und Jugendlichen eine enorme Anpassungsfähigkeit und Lernleistung.

Heute können sie mit den Kulturen ihrer Eltern, Verwandten und Völker über Kommunikationsmittel wie Telephon, Fernsehen und Internet, aber auch durch Reisen in Verbindung treten. Das war vor 20 Jahren so nicht möglich war: Damals konnten die Migrantenkinder ihre Herkunftskultur meistens nur gefiltert im Zusammenleben mit ihren Eltern kennen lernen. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, sie müssen sich in ihrem sozialen Handeln an die Gegebenheiten und Anforderungen der Aufnahmegesellschaft anpassen, um in dieser überleben zu können. Dies alles müssen sie in derselben Zeitspanne leisten, in der sie effektiv über die Handlungsfähigkeit des Sich-Aneignens noch gar nicht so recht verfügen. Daraus entsteht das was Lopez-Blasco (1985) "Bruchidentitäten" und "Bruchbiographien" genannt hat.

Früher entschied man sich dafür, die Kinder und Jugendlichen ausländischer Arbeitnehmer möglichst schnell in die Verhältnisse der Aufnahmengesellschaft zu integrieren. Die damals geforderte Integration der ersten, aber vor allem auch der zweiten und dritten Generationen war sicherlich seinerzeit höchst nützlich. Ausländische Vereine und gemeinsame Burgerinitiativen sollten dabei helfen. Man ging davon aus, als gebe es so etwas wie ein einheitliches Kulturbild der Aufnahmegesellschaft, an das man sich der Migrant meinte, anpassen zu müssen und auch zu können. Anpassung schien notwendig, wollte man in der Aufnahmegesellschaft anerkannt und akzeptiert sein. Der Nationenbegriff und das kulturelle Leitbild des jeweiligen Volkes verbunden mit den geographischen Grenzen bildeten damals die nichtinfragegestellten Rahmenbedingungen für die Anpassung der Migranten und ihrer Kinder an die Kultur der Aufnahmegesellschaft. Dass dabei Elemente der Herkunftskultur verloren gehen konnten, wurde in kaufgenommen zu Gunsten der vermeintlichen und tatsächlichen Vorteile der Anpassung, der Eindeutschung bzw. der Europäisierung der Migranten. Der Zusatzunterricht in der Muttersprache bedeutete darum eher eine Konzession an die Forderungen der Eltern- und Arbeitervereine bzw. von Organisationen wie den Gewerkschaften und Kirchen, und war weniger gedacht als die Begründung neuer Ressourcen aus den Herkunftsgesellschaften für die jeweilige Aufnahmegesellschaft.

Doch wie bereits dargestellt wurde, hat sich inzwischen einiges geändert.

Die Migrationsgesellschaften sind wie ein Mosaik, das Einzelsteine bereitstellt, um daraus eigene Identitäten zu entwerfen. Diese Identitäten gleichen in ihren unterschiedlichen Facetten den Elementen eines Kaleidoskops. Sie stellen eine Vielzahl bunter Möglichkeiten, Konzeptionen, Verbindungen, Kulturen, Kontakte etc. dar. Je nach Standpunkt und Zusammensetzung kristallisiert sich diese oder jene Identität heraus. Elisabeth Beck-Gernsheimer findet 1998 (S. 154) auf die Frage, wer ist Deutscher, auf grund von ethnischen Zuordnungen keine eindeutige Antwort mehr, weil in Deutschland damals schon jede siebte Ehe von oder mit einer AusländerIn geschlossen worden war und jedes fünfte neugeborene Kind entweder von einem ausländischen Elternpaar abstammte oder einen ausländischen Vater oder eine ausländische Mutter hatte. Ähnliche Schwierigkeiten zeigen sich bei der genauen Definition, wie türkisch eigentlich manche Kinder aus türkischen Familien sind, die in Deutschland aufwachsen und über einen deutschen oder türkischen Pass verfügen (vgl. Münchmeier 2000, S. 305 ff.). Der Trend zu bunteren Familienverhältnissen nehmen in Deutschland ebenso zu wie in anderen Migrationsgesellschaften. Darum spricht Pieterse (vgl. 1998, S. 87 ff.) inzwischen von einer Kreolisierung bzw. einer Mischkultur. Es entstehen neue Identitäten, mehr individueller als kollektiver Art. Das macht die Sache nicht gerade leichter. Doch liegen darin auch Chancen, die es zu nutzen gilt.

Diskussion der siebziger und achtziger Jahre über Integration, Assimilation und/oder Akkulturation der Migranten in die Aufnahmegesellschaft dürften heute nicht mehr von Interesse sein, sie verlieren ihre Bedeutung. Es geht nicht mehr um ein "Entweder-Oder", sondern um ein "Sowohl-Als-Auch. "Natürlich wird es einen Mischmasch von Identitäten geben, doch werden dabei auch neue Chancen für universalistische Identitäten entstehen z.B. für so etwas wie ein Weltgewissen (vgl. Leirman 1976) und für eine Weltgesellschaft. Das bunte Bild von Religionen, Kulturen und Völkern des "globalen Dorfes", wie man die Erde genannt hat, wird bereits sichtbar in dem Stadtteil, in dem man lebt, in dem Betrieb, in dem man arbeitet, in der Straßenbahn, mit der man fährt, manchmal sogar in der eigenen Familie und vielleicht schon in der eigenen Lebensgeschichte.

4. Bedeutung und Funktion Sozialer Räume als Vermittler von flexiblen Identitäten

"Wer aufdeckt, dass und wie geographische Räume und Soziale Räume nicht mehr zusammenfallen, ja mehr noch, dass geographische Räume zunehmend an Bedeutung verlieren, entzieht dem territorialen Verständnis von Staat und Gesellschaft den Boden" (Beck 1998, S. 9). D.h. nicht mehr der Staat, innerhalb dessen Grenzen man wächst und gedeiht, ist entscheidend für die Entwicklung einer eigenen Identität sondern der Soziale Bezugsraum, dem man sich zugehörig fühlt. Diesem Raum sind keine Grenzen gesetzt. In seiner Grenzenlosigkeit passen Unterscheidungen jeglicher Art: soziale, ebenso wie kulturelle, ethnische wie religiöse, geschlechtliche wie schichtspezifische, genauso wie sprachliche Unterschiede.

Diese Differenzierungen könnte man genau so gut als Reichtum und wichtige Ressourcen einer Gesellschaft verstehen. Stellen sie sich einmal einen Augenblick lang London, Berlin, Amsterdam, Paris, Köln oder Brüssel ohne die Mannigfaltigkeit ihrer Restaurants und Küchen vor. Würde man auf einen Schlag alle ausländischen Lokale der genannten Städte schließen, so würden sie vieles von ihrer Attraktivität und Anziehungskraft verlieren.

Das gleiche gilt im Bereich der Musik. Schon längst haben wir in die Repertoires eines jeden Landes die Musik der ganzen Welt integriert. Das gleiche gilt für die Literatur. Lesen doch z.Zt. die Jugendlichen aller Länder die Bücher über Harry Potter. Wahrscheinlich werden in Zukunft BürgerInnen jeder Gesellschaft (und nicht nur der kleineren, oder mehrsprachigen Gesellschaften wie die Niederlande, Belgien und die Schweiz) mehrere Sprachen beherrschen und benutzen.

Das Entstehen dieser Kultur(en) im "globalen Dorf" erzeug(en)t neue Sichtweisen, neue Perspektiven und neue Mentalitäten, von denen wir in unseren Migrationsgesellschaften alle profitieren können.

Damit es möglich wird, dass aus den Unterscheidungen neuer Reichtum und kreative Ressourcen werden, ist es notwendig, erst mal die politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Es müssen Regulierung durch Abkommen getroffen werden zwischen den Herkunfts- bzw. Aufnahmenstaaten und den Regierungen, die von den Migrationströmungen berührt werden. Was wir diesbezüglich in den südlichen Ländern Europas im Umgang mit den wildwüchsigen Emigrationsströmen erleben, widerspricht in jedem Fall der Menschenwürde. Viele Afrikaner finden auf dem Weg zu unseren Ländern den Tod. Oft werden sie an den Staatsgrenzen festgenommen und anschließend des Landes verwiesen. Das geht einher mit grauenhaften und menschenunwürdigen Begleiterscheinungen.

Neben den gesetzlichen Rahmenbedingungen sind es vor allem die Menschenrechte und erworbenen Arbeiterrechte: das Recht auf Arbeit und Wohnung, auf Schule und Ausbildung, die für alle auf allen Stufen der Migration garantiert werden müssen.

In den vergangen Jahrzehnten hat man festgestellt, dass Kinder und Jugendliche der zweiten und dritten Generationen eher fragmentierte Identitäten entwickelt haben. Wir sprachen dann von Kindern und Jungendlichen mit "Identitäten zwischen den Welten".

Früher hat die ethnische Identität, die im Herkunftsland scheinbar mit der staatlichen Identität zusammenfiel, die entscheidende Rolle gespielt. Heute sind Bezugsgruppen, Intereressengruppen, Kulturgruppen, ethnische Zugehörigkeit, Glaubensgemeinschaft von größerer Bedeutung.

Voraussetzung für ein respektvolles Miteinander verschiedener Gruppen und Gruppierungen ist, dass wir Demokratie, Toleranz und Offenheit als Lernprozess in unseren bunten Migrationsgesellschaften inszenieren. Hierbei können neben den herkömmlichen Institutionen wie Kindergarten, Schulen und Universitäten, Kirchen und Glaubensgemeinschaften, die ortsgebundenen Vereinigungen, Sportvereine etc. eine wichtige und entscheidende Rolle spielen. Notwendig aber wird, dass sie über die geographischen Grenzen hinweg mit Gruppen oder Gesellschaften anderer Kulturen, anderer Ethnien, anderer Staaten in Kontakt treten. Nur so werden wir "Soziale Räume" schaffen, die lokal und transnational zugleich sind.

"Im globalen Zeitalter teilen die nicht-westlichen Gesellschaften mit dem Westen denselben Raum und Zeithorizont", sagt Beck (1999: 123).

Wenn früher unsere Kinder und Jugendlichen als Deutsche, Türken, als Spanier oder als was auch immer aufgewachsen sind, und dies als normal und als maßgebend angesehen wurde, so wird heute das Normale das Anderssein sein. Das kann ein kollektives Anderssein, aber auch ein individuelles Anderssein bedeuten. Wichtig dabei ist, dass der einzelne nicht allein gelassen wird. Die Ortsvereine und ortsgebundenen Organisationen, die Institutionen und Familien, in denen unsere Kinder aufwachsen, tragen zum Entwerfen von Identitäten bei. Es ist wichtig, dass sie beseelt sind von den Werten der Demokratie, der Pluralität und der Toleranz, besonders der Toleranz, die das Anderssein erträgt (Ambiguitätstoleranz).

Hierbei können neben den sozialstaatlichen Erziehungsmaßnahmen, auch die lokalen Vereinigungen aller Art eine wichtige Rolle spielen beim Erlernen von Identitätssegmenten, als Mediatoren bei auftauchenden Konflikten und Problemen, als Beobachter und Wächter von diskriminierenden Abläufen und Wirkungen, als Vermittler von Werten wie Toleranz und Respekt vor einander, als Gesprächspartner vor Behörden, als Akteure zur Bildung von sozialen Netzen im Umfeld der Wohnviertel und darüber hinaus. Kinder und Jugendliche finden in solchen Gemeinschaften Sicherheit, Zuflucht und das Gefühl der Zugehörigkeit. Sportvereine, Vereinigungen solidarischer Tätigkeit, Zugehörigkeit zu Gruppen, die sich um universalistische Werte, Demokratieunterstützung, Menschenrechtswahrung, Ökologie und Umweltschutz kümmern oder Kultur- und Freizeitinteressen befriedigen, bieten BürgerInnen und vor allem Jugendliche Chancen und Möglichkeiten zur Identifikation und zur Entwicklung und Aufrechterhaltung von Eigenidentitäten.

Wenn dieses Werte hautnah gelebt werden, dann fällt es den jungen Generationen auch nicht schwer, sich damit zu identifizieren. Dabei kann es uns passieren, dass wir erstaunt feststellen müssen, wie ähnlich wir uns alle sind.

Gewerkschaften, Parteien, Vereine, Gruppierungen aller Art und einzelne Persönlichkeiten haben diesbezüglich in Deutschland in den vergangen Jahrzehnten schon Großes geleistet. Man denke an die Leistungen der Gewerkschaft, die die Tarifgebundheit der Gehälter auch für die ausländischen ArbeitnehmerInnen erreicht hat, an die Öffnung der Parteien auch für die Mitgliedschaft anderer StaatsbürgerInnen, an die Unterstützung der Vereinigungen ausländischer BürgerInnen, wie z.B. die spanischen Elternvereine, die ihrerseits viel für ihre Landsleute geleistet haben und damit zum Vorbild wurden für viele andere Gruppierungen, man denke aber auch an die vielen Sportvereine, die ihre Tore für ausländische Kinder und Jugendliche geöffnet haben.

Es bleibt in Europa und in den Herkunftsländern noch viel zu tun. Ich behaupte, wir sind alle Passagiere auf demselben Schiff in die Zukunft. Die jungen Generationen werden die Welt entdecken und neu (er)finden, die wir miteinander ausmachen.

Wir alle: WissenschaftlerInnen, PolitikerInnen, VertreterInnen von Gruppen und Gemeinschaften, Mitglieder von Parteien und Kirchen, Professionelle aus Helferberufen und Freiwillige sind an dieser Stelle aufgerufen.


Bibliographie

Appadurai, A. (1998): Globale ethnische Räume. In: Beck, U. (Hrsg.) Perspektiven der Weltgesellschaft. Suhrkamp. Frankfurt a. M. S. 11 - 40.

Beck: U. (1998a): Qué es la Globalización. Falacias del globalismo, respuestas a la globalización. Paidos. Barcelona. (Titel auf Deutsch: Was ist Globalisierung. Irrtümer des Globalismus - Antworten auf Globalisierung. Suhrkamp. Frankfurt a. M. 1997).

Beck, U. (Hg.) (1998b): Perspektiven der Weltgesellschaft. Suhrkamp. Frankfurt a. M.

Beck, U. (1999): Schöne neue Arbeitswelt. Vision Weltbürgergesellschaft. Campus. Frankfurt a. M.

Beck-Gernsheim, E. (1998): Schwarze Juden und griechische Deutsche. In: Beck, U. (Hrsg.) Perspektiven der Weltgesellschaft. Suhrkamp. Frankfurt a. M. S. 125 - 167.

Beck, U. (Hg.) (1997): Kinder der Freiheit. Suhrkamp. Frankfurt a. M.

Becker, B., Paetau (Hg.) (1997): Virtualisierung des Sozialen. Die Informationsgesellschaft zwischen Fragmentierung und Globalisierung. Campus. Frankfurt a. M./New York.

Deutsche Shell (Hg.) (2000): Jugend 2000. 13. Shell Jugendstudie Band 1 u. 2. Leske und Budrich. Opladen.

Castells, M. (1997): La era de la informaicón. Economía, sociedad y cultura. Band 2. El poder de la identidad. Alianza Editorial. Madrid.

Castells, M. (2000): Hablando de Afrika. El Pais. 31 de Julio de 2000.

Giddens, A. (1994): Consecuencias de la modernidad. Alianza Universidad. Madrid (Englischer Originaltitel: The consecuences of modernity. Polity Press 1990).

Giddens, A. (1997): Jenseits von Links und Rechts. Suhrkamp. Frankfurt a. M.

Gimmenez R. C. (1996): La integración de los inmigrantes y la interculturalidad. Bases teóricos de una propuesta práctica. En Arbor CLIV, 6/7 Julio 1996. S. 119-147.

Hamburger, F., Höffer-Mehlmer, M. (1996): Ambitos de intervenicón socioeducativa y perspectivas para la educación permanente de adultos al cambio de siglo. En: Hernández/López: Cambio Social y Formación Permanente. Ministerio de Educación y Ciencia. Madrid. S. 47-56.

Hernández Aristu, J., López Blasco,A. (1998): Formación profesional dual. Una intervención reflexiva. Nau Llibres. Valencia.

Kersting, H. (1994): Identitätsbildung und Berufsprofile in der Jugendarbeit. In: Klüsche, W.: Professionelle Identitäten in der Sozialarbeit/Sozialpädagogik. Schriften des Fachbereichs Sozialwesen an der Fachhochschule Niederrhein. Band 9. Mönchengladbach. S. 11-27.

Leirman, W. (1976): Emanzipatorische Erwachsenenbildung. Vorlesung. Pädagogische Hochschule Aachen. Zitat in : Hernández, J. (1977): Pädagogik des Seins. Achenbach. Lollar. S. 119.

López-Blasco, A. (1985): Identitätskrise spansicher Jugendlicher in Deutschland. Juventa. München.

Hernández, J., López-Blasco, A. (1982): Die Integrationsforschung in der Bundesrepublik Deutschland. In: Weidacher, L., Lopez-Blasco, A.: Ausländerpolitik und Integrationsforschung in der Bundesrepublik Deutschland. Eine Darstellung wichtigster Ergebnisse mit Auswahlbiographie. DJI Verlag. München. S. 50-67.

López Blasco, A., Hernández Aristu, J. et alii (1999): Jóvenes en una sociedad segmentada. Evaluación de la formación ocupacional. Nau Llibres. Valencia.

Mansel, J., Naubauer, G. (1998): Armut und soziale Ungleichheit bei Kindern. Über die veränderten Bedingungen des Aufwachsens. Leske und Budrich. Opladen.

Münchmeier, R. (2000): Miteinander - Nebeneinander - Gegeneinader?. Zum Verhältnis zwischen deutschen und ausländischen Jugendlichen. In: Deutsche Shell. (Hg.): Jugend 2000. 13. Shell Jugendstudie. Leske und Budrich. Opladen S. 221-260.

Pieterse. J.N. (1998): Der Melange-Effekt. Globalisierung im Plural. In: Beck, U. (Hg.): Perspektiven der Weltgesellschaft. Suhrkamp. Frankfurt a.M. S. 87-125.

Pries, L. (1998): Transnationale Soziale Räume. In: Beck, U.: Perspektiven der Weltgesellschaft. Suhrkamp. Frankfurt a.M. S. 55-86.

United Nations Population information Network. Department of Economic and Social Affairs. INFOMRE DE LA CIPD. 94/10/18.


Der Autor:

Prof. Dr. Jésus Hernández-Aristu

  • Jahrgang 1943, Navarra/Spanien,

  • Studium der Philosophie, Theologie und Lehramt in Pamplona,
    Hauptstadt von Navarra (1960-1967),

  • Studium der Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Rheinland,
    Abteilung Aachen in Deutschland mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung,

  • Doktor in Erziehungswissenschaft an der Jesuitenunirvesität
    Deusto bei Bilbao,

  • Ausbildung in Therapie in Deutschland, Schweiz und Belgien,

  • Ausbildung in systemischer Supervision und Organisationsberatung
    in Deutschland, Supervisor SG,

  • 1988-90 Leiter der Hochschule für Soziale Arbeit in Pamplona,

  • seit 1990 Professor an der Universidad Publica de Navarra,

  • Autor bzw. Coautor von ca 15 Büchern und ca 50 Artikeln,

  • 1991-1995 zusammen mit Prof. Dr. Heinz Kersting leitung des
    TEMPUS-Projekts SWEEL der Europäischen Union zur Einführung
    der Sozialarbeit in Ungarn,

  • 1993 Gründung der Gesellschaft für Supervision (Mitxelena)
    in Spanien,

  • seit 1994 Durchführung der ersten Supervisionsausbildungen
    in Spanien,

  • seit 1999 Gründungspräsident der spanischen Supervisions-
    gesellschaft (ISPA)

  • Außerdem trinke ich gern, regelmäßig und gemäß den Regeln
    Rotwein. Ich liebe es, meine Freunde aus aller Welt in Navarra
    um mich zu versammeln."

jha00005@teleline.es


Veröffentlichungsdatum: 18. Februar 2002


©   IBS - Institut für Beratung und Supervision - Aachen