10 Jahre Supervisionsausbildung in der Asociación Navarra Mitxelena

von Prof. Dr. Jésus Hernández-Aristu (Juli 2004)

Jetzt sind schon zehn Jahre vergangen und das, was einmal als ein Abenteuer begann, ist Realität geworden. Alles startete am 3. Juli 1993, vor genau einer Dekade, als uns Kolleginnen aus dem sozialen Bereich dazu ermunterten, den Weg zu einer SupervisorInnenausbildung zu betreten. Nun können wir in der Asosiación Mitxelena Navarra schon auf den sechsten Jahrgang ausgebildeter SupervisorInnen zurückblicken. Ca. 70 UniversitätsabsolventInen aus den verschiedensten Bereichen, den sozialen Sektor, dem Bildungswesen, dem Unternehmensbereich und der Verwaltung haben sich in der Asosiación Mitxelena Navarra zu SupervisorInnen ausbilden lassen oder befinden sich noch in der Ausbildung, welche 450 Stunden theoretische und praktische Arbeit umfasst. Unsere SupervisorInnenausbildung lässt sich mit dem Niveau anderen Ländern und anderer Organisationen vergleichen. Sie wurde von der ANSE, der Europäischen SiupervisorInnen-Vereinigung anerkannt.

Die Supervision als praktische Beratung für Beziehungen und Probleme, die am Arbeitsplatz entstehen, ist bei uns in Spanien, zumindest im Norden des Landes im Baskenland, Navarra, Rioja, Zaragoza und anderen Teilen schon weit verbreitet. Zur Zeit wächst das Interesse an Supervision und Supervisionsausbildungen auch auf den Balearen und in Katalonien. Der Bedarf an Supervision besteht nicht nur im sozialen Bereich, sondern auch in anderen Sektoren, wie z.B. in der Produktion, dem Bankwesen, innerhalb der politischen Parteien, den Gewerkschaften und der Verwaltung, wie in vielen weiteren. Mehr denn je suchen die Menschen einen Raum, in dem sie sich von Unzulänglichkeiten und Problemen in den Beziehungen zwischen den Menschen am Arbeitsplatz "desinfizieren" können. Sie brauchen einen Ort, an dem sie sich ihrer seelischen Last entledigen und neue Kraft schöpfen können, um dem Stress standzuhalten, den der Wettbewerb und die daraus folgenden Spannungen zwischen Personen erzeugen. Die Supervision bietet diesen Raum zur Reflexion, um das Arbeitsniveau zu steigern, die Kompetenzen, Kräfte zu vereinen, die Vielfalt der Ideen und Gedanken so zu bündeln, dass sich alle in dem Ergebnis dieser Anstrengungen mehr oder weniger wiederfinden können.

Des Weiteren hat die Asociación Navarra Mitxelena Möglichkeiten und Wege zu anderen Formen der Beratung und Lehre eröffnet. Das sind zum Teil innovative und neuartige Kurse für Spanien. Die Ausbildungen zur Organisationsentwicklung, zum Coaching, zur Beratung und Orientierung und zur Leitung von Arbeitsgruppen vervollständigen das Angebot der Asociación Navarra Mitxelena. Mitxelena ist jedoch nicht im nationalen Radius verblieben. Seit einigen Jahren kooperiert sie mit Parntnerorganisationen in Europa und den U.S.A. Von besonderer Bedeutung ist die Zusammenarbeit mit dem Institut für Beratung und Supervision (IBS) in Aachen und mit der ANSE, an deren Gründung Mitxelena beteiligt war, zu einer Zeit als ISPA, die spnaische Gesellschaft für Supervision noch nicht existierte. Heute besteht die Mehrzahl der Mitglieder der ISPA aus Supervisoren/innen, die in der Asociación Navarra Mitxelena ausgebildet worden sind.

Die Asociación Navarra Mitxelena organisierte zwei größere Tagungen zur Supervision in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich für Soziale Arbeit an der Universidad Publica de Navarra in Pamplona, die Meilensteine in der Entrwicklung der spanischen Supervision dartsellen.

Mitxelena träumt weiter davon, ihr Angebot - neben den bereits bestehenden Beraterausbildungen in all seinen Spezifikationen: Supervision, Teams, Gruppen, Organisationen und Leitung - um weitere Ausbildungen zu vergrössern. Es bleibt noch viel zu tun. Die ersten Schritte sind getan, wir brauchen nur noch weiterzugehen, also packen wir es an. Neben der Freude über die erreichten Ziele und die Arbeit, die in der Asociación Navarra Mitxelena bis jetzt getan wurden, bleibt auch weiterhin unser großes Ziel und unsere wichtige Aufgabe, neue Wege in der Supervision und der Beratung zu eröffnen.

Übersetzung: Lisa Günther


Der Autor:

Prof. Dr. Jésus Hernández-Aristu

  • Jahrgang 1943, Navarra/Spanien,

  • Studium der Philosophie, Theologie und Lehramt in Pamplona, Hauptstadt von Navarra (1960-1967),

  • Studium der Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Rheinland, Abteilung Aachen in Deutschland mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung,

  • Doktor in Erziehungswissenschaft an der Jesuitenunirvesität Deusto bei Bilbao,

  • Ausbildung in Therapie in Deutschland, Schweiz und Belgien,

  • Ausbildung in systemischer Supervision und Organisationsberatung in Deutschland, Supervisor SG,

  • 1988 - 90 Leiter der Hochschule für Soziale Arbeit in Pamplona,

  • seit 1990 Professor an der Universidad Publica de Navarra,

  • Autor bzw. Coautor von ca 15 Büchern und ca 50 Artikeln,

  • 1991-1995 zusammen mit Prof. Dr. Heinz Kersting leitung des TEMPUS-Projekts SWEEL der Europäischen Union zur Einführung der Sozialarbeit in Ungarn,

  • 1993 Gründung der Gesellschaft für Supervision (Mitxelena) in Spanien,

  • seit 1994 Durchführung der ersten Supervisionsausbildungen in Spanien,

  • seit 1999 Gründungspräsident der spanischen Supervisionsgesellschaft (ISPA)

  • "Außerdem trinke ich gern, regelmäßig und gemäß den Regeln Rotwein. Ich liebe es, meine Freunde aus aller Welt in Navarra um mich zu versammeln."

jha00005@teleline.es


Veröffentlichungsdatum: 20. Juli 2004


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