Konsumistische Einwirkungen auf die Soziale Arbeit

von Franz Hochstrasser (April 2003)

Inhalt

1 Einleitung

2 Konsumismus
2.1 Arbeit und Konsum
2.2 Konsumistischer Überkonsum
2.3 Wirkungen des Konsumismus

3 Soziale Arbeit
3.1 Soziale Arbeit im Konsumismus: Neue Aufgaben
3.2 Konsumistische Klienten und Klientinnen
3.3 Soziale Arbeit: Druck der Ware Information
3.4 Soziale Arbeit: Computer und Internet
3.5 Ökonomisierung der Sozialen Arbeit
3.6 Konsumistische Sozialarbeitende

4 Schluss


1 Einleitung

Viel wird heute über die so genannte Konsumgesellschaft gesprochen. Mit diesem Begriff wird vorerst nur darauf verwiesen, dass in dieser Gesellschaft der Konsum eine grosse Bedeutung einnimmt. Damit sind auch die insbesondere gesundheitlichen und ökologischen Folgen assoziiert. Mein nachstehender Text gliedert sich in zwei grosse Schritte. Zuerst untersuche ich an Hand des Begriffs "Konsumismus", wie es sich denn mit dem Konsum in der Wirklichkeit, im Alltagsleben verhält und welche Auswirkungen er zeitigt. Danach ist zu fragen, wie diese Auswirkungen auch auf die Soziale Arbeit ausgreifen.

2 Konsumismus

Der Begriff des Konsumismus ist salonfähig, das heisst auch konsumierbar geworden. Er löst nicht mehr Unverständnis aus, wie dies noch vor wenigen Jahren der Fall war. Und er schreckt auch nicht mehr, wie es in den 70-er Jahren des letzten Jahrhunderts Pier Paolo Pasolini gelang (1978). Er brandmarkte - weniger als Theoretiker denn als Polemiker - den Konsumismus als eine Form von Faschismus. Umso sorgfältiger ist vorzugehen, wenn man den Begriff heute mit Inhalt füllen oder ihn definieren will.

2.1 Arbeit und Konsum

Mit Konsum verbinden wir etwa den Einkauf im Warenhaus oder die Wohnungsmiete oder die Urlaubsplanung. Den drei zufällig gewählten Beispielen ist gemeinsam, dass sie mit Aktivitäten verbunden sind, die ausserhalb der menschlichen und damit gesellschaftlichen Arbeitssphäre liegen. Die Arbeitssphäre ist jene Zone, in welcher unter Einsatz psychischer, körperlicher und aus der Natur gewonnener Energie Güter hergestellt werden. Sie werden hervorgebracht, oder mit dem lateinischen Wort: Sie werden produziert. Die hervorgebrachten Güter oder Produkte sind einerseits materielle oder dingliche Güter wie Brote, Taschenuhren oder Mobilfunkantennen. Aus den Beispielen ersehen wir, dass die Arbeit nebst der Energie auch Rohstoffe zur Voraussetzung hat. Diese können direkt der Natur entnommen oder bereits Ergebnis menschlicher Bearbeitung sein. Immaterielle oder ideelle Güter dagegen sind beispielsweise soziale Dienstleistungen, aus Lernen oder Forschen gewonnene Erkenntnisse oder auch Aufsätze, wie ich Ihnen grade einen präsentiere.

Die Arbeit trägt gesellschaftlichen Charakter. Dieser ist dadurch konstituiert, dass die Arbeit zur Erhaltung nicht nur der Individuen, sondern eben der ganzen Gesellschaft dient. Und wesentlich ist, dass Arbeit auf Arbeit von andern sowohl angewiesen ist wie auch verweist. Sie geschieht gemeinsam oder geteilt mit andern Menschen. Auch ein allein präparierter Aufsatz ist in solche Arbeitsteilung eingewebt, indem ich mich etwa auf Überlegungen anderer Menschen abstütze, Anregungen von gegenlesenden Bekannten einarbeite oder meinen Beitrag im Rahmen der vorausgegangenen Ringvorlesung leiste. In jeder Kultur wird die Arbeit jeweils anders organisiert. Keine Arbeit jedoch besteht ausserhalb der Gesellschaft.

Und der Konsum? Zunächst ist er der Antagonist der Produktion. Er ist der Verbrauch der Güter, welche in der Produktion erzeugt wurden. Ich esse Brot, ich lese die Zeit von der Uhr, und wenn ich mein Handy bediene, konsumiere ich auch meinen Anteil von der Mobilfunkantenne.

Schon in den Grundrissen der Kritik der politischen Ökonomie von Karl Marx (o.J., 10-16) kann man lesen, dass und wie die Arbeit und der Konsum zu einander im Verhältnis stehen. Beide sind lebenserhaltende Aktivitäten. Sie bedingen sich gegenseitig, sind einander sowohl Folge wie Voraussetzung. Um arbeiten zu können, muss ich körperlich konsumieren, also Nahrung aufnehmen, um die Anstrengungen der Arbeit bestehen zu können; dies geschieht meist vor oder nach der Arbeit. Konsum findet jedoch auch während des Prozesses der Arbeit statt. Dort werden Rohstoffe, Zwischenprodukte, aber auch eingesetzte Maschinen gebraucht bzw. verbraucht, also konsumiert, um die angestrebten Güter produzieren zu können. Auch die menschliche Arbeitskraft wird im Arbeitsprozess verbraucht, also in spezifischer Weise konsumiert; dies äussert sich in Müdigkeit nach getanem Werk, oder bei zu hohem Verbrauch der menschlichen Arbeitskraft in Krankheit, manchmal auch vorzeitigem Tod.

Umgekehrt bin ich auf eben diese hergestellten Güter, letztlich also auf die Arbeit angewiesen, um konsumieren zu können. Auch die Taube fällt bekanntlich nicht gebraten vom Himmel; ich muss sie erst erlegen, dann zerlegen und in der Pfanne zubereiten, sprich sie in ein essbares Nahrungsmittel umformen, ich habe also einige Arbeitsgänge zu verfolgen, bevor ich sie essen kann.

In einem weiteren Punkt unterscheidet sich der Konsum von der Arbeit: Zwar ist Konsum wie Arbeit je eine individuelle Tat. Beide sind zunächst mit dem einzelnen Körper der Handelnden und bald mit ihren sich formenden, individuellen Psychen verbunden. Und selbstverständlich sind wie die Arbeitstätigkeiten auch jegliche Konsumhandlungen gesellschaftlich überformt. Das lässt sich gut an der Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern zeigen. Anfänglich saugen zwar alle, die einen an der Mutterbrust, bei uns jedoch andere an einem der Brustwarze nachgebildeten Gumminippel. Der Punkt der Differenz liegt in Folgendem: Geschluckt wird individuell, immer. Schluckaktivitäten bzw. Konsumhandlungen bleiben wesentlich ans Individuum gebunden. Weder verweisen sie auf Konsumakte Anderer noch sind sie auf sie angewiesen. Die gesellschaftliche Überformung tritt fast wie etwas Äusserliches dazu. Auf der dinglichen Ebene beispielsweise statt der Mutterbrust der in hochentwickelten Industriebetrieben gefertigte Gumminippel. Auf der sozialen Ebene werden zwar verschiedenste Konsumaktivitäten, insbesondere das Essen, gemeinsam und oft auch innerhalb spezieller Regeln vollzogen. Aber eben, beim Essen teilt man nicht das Essen als Tätigkeit, sondern das Essen als Konsumgut und insbesondere die Anwesenheit Anderer; man teilt zwar mit, man kommuniziert und freut sich (manchmal) aneinander, konsumiert jedoch individuell.

2.2 Konsumistischer Überkonsum

Im Rahmen der gesellschaftlichen Evolution entwickelten und differenzierten sich Produktion und Konsumtion Schritt um Schritt. Dasselbe geschah auf der Ebene der menschlichen Bedürfnisse und des gesellschaftlichen Bedarfs. Diese Entwicklung vollzog sich lange Zeit innerhalb eines relativen Gleichgewichts. Arbeit und Konsum orientierten sich am Bedarf und den Bedürfnissen, diese wiederum entsprachen der je erreichten Form der Produktion und des Konsums. Es wurde soviel gearbeitet, um genug für den Konsum zu bekommen; die Produktion geschah bedarfsorientiert. Und es wurde soviel konsumiert, um leben und arbeiten zu können; auch der Konsum vollzog sich bedarfsorientiert. Dabei stellten sich immer wieder Mangelsituationen ein, die letztlich aus natürlichen Ereignissen wie Dürren, Überschwemmungen oder aus sonstigen Verknappungen der Rohstoffe entstanden, die zur Herstellung von Nahrungs- und andern Gebrauchsmitteln erforderlich waren. Der Mangel war mit ein Antrieb, die Gewinnung und Herstellung von Lebensmitteln im weiteren Sinne zu verbessern.

Wir leben mit Blick auf die globalen Verhältnisse in einer Reichtumsgesellschaft. Ihre Gesellschafts- und Wirtschaftsform nimmt nicht das relative Gleichgewicht zwischen der Reproduktion des Lebens und dem jeweiligen Gesamt an Bedarf und Bedürfnissen zum Ausgangspunkt. Das kann sie nicht, denn ihr, und das ist dem Kapitalismus, ist die Konkurrenz als ein Grundprinzip eingeschrieben. Jeder Anbieter will schneller, besser, manchmal auch für billigere Endpreise produzieren. Durch die industrielle und inzwischen elektronisch gesteuerte Produktion werden die Dinge in Serie produziert; jedes Produkt ist eine Kopie seiner selbst. Das führt zur Überproduktion von Dingen und Dienstleistungen. Diese drängen auf den Markt, damit sie dort von den Konsumenten und Konsumentinnen gekauft werden. Und sie werden gekauft. Die Folge ist, dass wir in einer Dingwelt leben, will heissen, dass wir fast ausschliesslich von Produkten umgeben sind. Diese wirken in spezifischer Weise auf uns ein. Günther Anders forderte daher "eine psychologische Sonderdisziplin, deren erste Aufgabe darin zu bestehen hätte, unsere Beziehungen zu unserer Ding-, namentlich zu unserer Apparatewelt zu erforschen" (1986, 60); an der gleichen Stelle schreibt Anders von einer eigentlichen "Dingpsychologie", die es zu entwickeln gälte.

Die Dinge, die Apparate treten auf dem Markt als Waren in Erscheinung. Die produzierte Warenfülle übersteigt Bedarf wie Bedürfnisse der Konsumenten. Das relative Gleichgewicht von Reproduktion des Lebens und dem Gesamt an Bedarf und Bedürfnissen ist gestört. Den Menschen müssen neue Bedürfnisse geschaffen, ihre vorhandenen Bedürfnisse müssen zu Konsumbedürfnissen umgewandelt und auf die verschiedenen Waren hingelenkt werden. Das Vehikel dazu besteht aus den Bedürfnissen nach Genuss, Lust und Gier, welche bei den Konsumenten mittels entsprechender Versprechungen angekitzelt werden. Die Versprechungen werden durch den Gebrauchswert der Ware, durch ihr Aussehen bzw. Design oder durch die Werbung getätigt. Da man jedoch nicht immer lustig und gierig sein kann, zielt die Werbung für die Waren äusserst aggressiv auf die potentiellen Konsumenten. Sie werden in eine Wunschspirale gedrängt, sie werden dazu gebracht, mehr zu konsumieren, als sie brauchen, und mehr, als ihnen zuträglich ist. Diesen Überkonsum verstehe ich als das Merkmal, welches es ermöglicht, unsere Kultur als konsumistische und den übermässigen Konsum als konsumistischen Überkonsum zu bezeichnen.

2.3 Wirkungen des Konsumismus

Der Konsumismus ist wirkungskräftig. Er prägt sowohl soziale Strukturen wie auch individuelles Verhalten. Ich erwähne stichwortartig einige Phänomene.

Oben habe ich schon darauf hingewiesen, dass Konsumieren letztlich individuell geschieht. Die Waren werden auf die einzelnen Menschen zugeschnitten, und die Werbung verkündet, dass jede und jeder die propagierte Ware für sich allein haben müsse. Ein schon alltägliches Beispiel: Wo früher ein Fernsehapparat für eine Wohnung ein Luxus war, steht heute in bald allen, auch den Zimmern für Kinder, ein solcher. Alle sehen fern, aber einzeln. Günther Anders schrieb in diesem Zusammenhang von den vereinzelten, verstreuten Konsumenten als "Massen-Eremiten" (1983, 102). Der individuelle Konsum wird zum Verstärker der Individualisierung, die gesellschaftlich auch aus andern Gründen vor sich geht. Ein anderes Beispiel ist der so genannte Convenience-Food. Es handelt sich dabei um vorbereitete, nicht mehr rohe Speisen. Sie können - etwa im Mikrowellenofen - sehr schnell zubereitet werden. Die Ware, sei es ein Cordon-bleu zum Fertigbraten oder eine Halbfertig-Pizza, ist so zugeschnitten, dass sie individuell, das heisst einzeln und ohne Gesellschaft von Andern, konsumiert werden kann. Mehr noch, sie lädt ein, sie fordert auf zum individuellen Konsum.

Die Warenfülle ist unermesslich, und ob der Vielzahl der Produkte entsteht auch eine qualitative Vielfalt. Sie wird oft gepriesen, übrigens mit Bezug auf die Möglichkeit, die Individualität der Konsumenten und Konsumentinnen zur Entfaltung zu bringen. Bei näherem, oder besser distanzierterem Hinsehen wird allerdings ein eigenartiges Phänomen erkennbar: Konsumierend nähern sich die Menschen einander an, sie werden sich ähnlich. Das bezieht sich nicht auf die zwischenmenschliche Ebene, sondern auf die Produkte, die sie konsumieren. Aus der Warenvielfalt wird offensichtlich Ähnliches ausgesucht. So kleiden sich heute in unsern Breitengraden viele Menschen, als ob sie von der Beerdigung kämen, nämlich durchgehend schwarz. Norbert Bolz unterstellt das Streben, anders als die Andern sein zu wollen, ebenfalls diesem Angleichungsvorgang (vgl. Bolz, 1999). Wo nicht Uniformierung, so ist doch die Konformierung der Konsumierenden unabsehbar. Sie wird auch von der Warenseite her unterstützt. Denn die Gesamtzahl der Angebote nehme ab, sagen Ernst Ulrich Weizsäcker u.a.: "Wie viele lokale Getränke sind von Coca-Cola verdrängt worden? Wie viel Obst- und Gemüsesorten sind infolge der Standardisierung der Sorten von den Märkten verschwunden?" (Weizsäcker u.a., 1996, 321). Zusätzlich gleichen die Produzenten aus Konkurrenzgründen die Designs, die Ausstattung, die Funktionsweise ihrer Produkte einander an. Das ist beispielsweise an den Automodellen der verschiedensten Konzerne bestens sichtbar.

Die Fülle an Waren zwingt zu unentwegtem Entscheiden. Sie können nicht alle gekauft, nicht alle konsumiert werden. Jedem Kauf- und Konsumakt stehen viele Alternativen gegenüber. Man kann nicht mehr auswählen, sondern man muss - Wahlzwang statt Wahlfreiheit. Das hat Konsequenzen: "Jede Wahl ist das Verschenken von hundert andern Möglichkeiten, jede Entscheidung von dem Verdacht überschattet, eine Fehlentscheidung zu sein" (Türcke, 2002, 69). So gebiert jede Alternative eine weitere, und jede zwingt mich neu, zu entscheiden, und jeder Entscheid eröffnet die Möglichkeit, der falsche gewesen zu sein. Da jedoch oft Kriterien zu einem begründeten Entscheid fehlen, wird die Wahlfreiheit faktisch ausgehöhlt. Diese beengende Einwirkung der Warenvielfalt auf die Entscheidungstätigkeit der Konsumierenden habe ich an anderer Stelle die freiheitliche Totalisierung der Alternative genannt (vgl. Franz Hochstrasser, 1998).

Die konsumistische Handlung unterschreitet die komplexen Handlungsmöglichkeiten der Menschen. Sie folgt folgendem Schema: Das Genussversprechen, welches einer Ware vorauseilt, bedeutet mir einen Anreiz, die Ware zu konsumieren; der Reiz ist so stark, dass ich tatsächlich zum Konsum schreite, also auf den Reiz reagiere. Damit folge ich dem alten behavioristischen Reiz-Reaktions- oder Stimulus-Response-Schema (S-R). Wenn mich der Konsum der Ware mit dem versprochenen Genuss belohnt, wird mein Verhalten bekräftigt und ich ergreife ein neues Exemplar aus der Warenserie, weil auch dieses mir Genuss verspricht, und ich konsumiere auch dieses, und... Da praktisch sämtliche unserer Konsumgüter "verwart" sind und sie in Serien und in Überfülle auftreten, bleibt uns kaum die Möglichkeit, erweiterte Konsumhandlungen zu vollziehen; dabei handelt es sich (modellhaft) um Handlungen, in welche eigene Bedürfnisse reflektiert einfliessen, die sich an begründeten Zielen orientieren, sie tragen also Vorwegnahmen von Zukünftigem in sich; oder sie unterziehen Teilergebnisse im Handlungsvollzug einem Ist-Soll-Vergleich, usw. In der konsumistischen Handlung dagegen werden wir auf das S-R-Niveau hinunter gedrückt wie die konditionierten Ratten im Labor. Als Konsumisten und Konsumistinnen werden wir damit zu kultureller Regression gezwungen. Damit ist ein Zurückschreiten auf entwicklungsgeschichtlich frühere und einfachere Entwicklungsstufen gemeint. Oder umgekehrt gesagt: Die Menschen verfügen über einen erheblich breiteren Verhaltensfächer als nur über das auf Reize ausgerichtete Reaktionsverhalten. Zwar ist der hohe Konsumstandard in unsern Breitengraden ohne Zweifel ein Ergebnis des Fortschritts. Er erzwang jedoch zugleich auch die Regression menschlicher Handlungen. Verallgemeinert mit Horkheimer und Adorno zu sagen: "Der Fluch des unaufhaltsamen Fortschritts ist die unaufhaltsame Regression" (1991, 42).

Oben habe ich geschrieben, dass im Konsumismus die Menschen nicht mehr gemäss ihrem Bedarf konsumieren. Zwischen die bedarfsgerechten Konsumakte schieben sich viele zusätzliche. Die eine Folge ist, dass sich bedarfsgerechte und vom Bedarf unabhängige Konsumtionen angleichen. Man weiss gar nicht mehr so recht, was man braucht und was man nur will. Die andere Folge ist die Beschleunigung des Konsumierens. Diese wird unterstützt durch die Gestaltung der Waren. Ihr Diktat lautet nicht mehr nur: Konsumiere mich, sondern: Konsumiere mich schneller. Denn die vielen Serienwaren müssen konsumiert, vernichtet werden, damit neue auf den Markt treten und wiederum konsumiert werden können. Beispiele für solche Beschleuniger sind etwa der Fast-Food, der das Programm schon im Wort mit sich führt. Oder die Fernsehproduktionen, seien es Werbebeiträge oder anderweitige Filme: Die Schnittfolgen vermehren sich, einzelne Bilder sind immer weniger lang zu sehen, bald flimmern sie in einer Hektik über den Schirm, wie das früher nur bei Sendestörungen der Fall war. Dem Diktat des Immer-Schneller zu folgen, bringt Unruhe und Stress in die so genannte Freizeit, die vollends zur Konsumzeit umgewandelt ist (vgl. zur Beschleunigung generell: Eriksen, 2002).

So erweist sich der Konsumismus als ein dichtes Geflecht. Es setzt sich zusammen aus Steuerungen, Lockungen, Zurichtungen und Beeinträchtigungen der Menschen. Ihr Wirken ist vielfältig, ihre Wirkung ist eindringlich. Dagegen anzukommen ist illusorisch. Alle Menschen sind mehr oder minder in das Geflecht eingesponnen. Wie Mücken zappeln wir im konsumistischen Netz. Auch wenn wir die Mechanismen des Konsumismus aufzudecken vermögen, bleiben wir im Handeln dennoch Gefangene.

Um im Bild zu bleiben: Gefangenschaft kennzeichnet einen Mangel, nämlich den Mangel an Freiheit. Freiheit kann unter anderem als die bewusste Einschränkung von Handlungsmöglichkeiten gesehen werden (vgl. Gil, 2002, 33-46). Die Folgerung lautet: Indem die konsumistische Reichtumsgesellschaft Gefangene produziert, bringt sie auch Mängel hervor, Reichtumsmängel sozusagen. Sie begrenzen für die Menschen die Möglichkeiten, über Möglichkeiten bewusst zu entscheiden. Das gilt schon für die materiell-ökologischen Lebensbedingungen der Menschen. So weist nebst vielen anderen auch Maria Mies darauf hin, dass der Überkonsum zu neuen materiellen Mangelerscheinungen führt, beispielsweise den Mangel an sauberer Luft, an ausreichendem und trinkbarem Wasser, an akustischer Ruhe usw. (vgl. Mies, 1994, 51); vielerorts ist die Möglichkeit beschnitten, gute Luft zu atmen oder sauberes Wasser zu trinken; die Möglichkeiten liegen ausserhalb der Reichweite bewusster Entscheidungen. Die Reichtumsmängel entstehen jedoch auch in den Subjekten selbst. Sie erweisen sich als psychische Mängelsituationen, von welchen oben schon kurz die Rede war.

Die Reichtumsgesellschaft schafft Armut. Wie dies geschieht, ist hier nicht zu behandeln. Die von Armut Betroffenen sind zwar vom durchschnittlichen Konsum ausgeschlossen. Sie leben jedoch in einer Welt, in welcher der Konsum einen kulturprägenden Stellenwert erreicht hat. Ihre Armut kann (auch) dadurch zur individuell existentiellen Qual werden. Als grösser werdende soziale Gruppe konterkarieren sie gesamtgesellschaftlich die oben genannten Reichtumsmängel in bitterer Weise.

Die bisherigen Ausführungen lassen erkennen, dass ich dem Konsumismus kritisch gegenüberstehe. Es gibt jedoch auch andere Einschätzungen. Norbert Bolz präsentiert eine Variante davon in seinem "konsumistischen Manifest" (2002). In lediglich äusserlicher Anlehnung an das kommunistische Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels aus dem Jahre 1848 betätigt sich Bolz als Apologet des Konsumismus. Er beobachtet und bestätigt ihn. Auf dem Hintergrund der Ereignisse des September 2001 erhebt er gar die Forderung, man solle "die ‚Risikostaaten’ mit dem konsumistischen Virus infizieren" (a.a.O., 15), weil sie angeblich dadurch friedlicher würden; mit den "Risikostaaten" meint er solche, die dem westlichen Wirtschafts- und Kulturmodell skeptisch bis ablehnend gegenüber stehen. Hier soll jedoch der oben eingeschlagene Weg weiterverfolgt werden.

3 Soziale Arbeit

In unserem Zusammenhang stellt sich nun die Frage, wie die konsumistische Kultur auf die Soziale Arbeit übergreift. Kann sie sich dem Konsumismus entziehen? Oder wird sie ein sozialer Selbstbedienungsladen, welcher konsumierbare Angebote für Klientinnen und Klienten zur Verfügung hält? Tendiert sie dazu, ihre Leistungen innerhalb der Mechanismen von Werbung zu vermarkten? Baut sie auf konsumistische Kunden, indem sie diese einerseits mit ihren Angeboten anzieht, gewissermassen konsumistisch "reizt", und sie anderseits zugleich in ihrer konsumistischen Prägung bestärkt? In den folgenden Abschnitten möchte ich einige Aspekte darstellen, wie Soziale Arbeit mit der konsumistischen Wirklichkeit verflochten ist:

Zunächst stellt der Konsumismus der Sozialen Arbeit neue Aufgaben. Diese verändern sich auch durch den Umstand, dass sowohl die Klientschaft wie die Sozialarbeitenden konsumistische Splitter ins Gesamtbild hineintragen. Die Fülle an Informationswaren, Computer und Internet werden dann auf konsumistische Auswirkungen auf die Soziale Arbeit untersucht. Dass Ökonomie und Konsumismus eng zusammenhängen, versteht sich von selbst; interessant ist jedoch zu prüfen, wieweit in der Diskussion um die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit konsumistische Aspekte thematisiert werden.

3.1 Soziale Arbeit im Konsumismus: Neue Aufgaben

Faktisch befasste sich Soziale Arbeit schon immer mit Fragen des Konsums und seiner Folgen. Dies geschah jedoch vornehmlich unter der Perspektive von Knappheit und Armut. Dies ist die Perspektive ungenügender Konsummöglichkeiten. Innerhalb der konsumistischen Lebenswelt ist jedoch auch Reichtum Quelle neuer Beeinträchtigungen und neuen Leids. Daraus entsteht schon eine erste Anforderung: In unseren Zeiten hat Soziale Arbeit auch auf Reichtumselend Antwort zu geben, dies sowohl in der Theorie wie in der Praxis. Der Fokus ist vermehrt zu richten auf Konsumprobleme, die aus Mechanismen des Überflusses heraus entstehen und somit genauer als konsumistische Probleme bezeichnet werden können.

Es wäre interessant, den Eingang solcher Fragestellungen in die Praxis und die Theorie Sozialer Arbeit historisch nachzuzeichnen. Ernst Engelke (1999) gibt einen Überblick über die Theorien der Sozialen Arbeit. Das letzte Kapitel befasst sich mit einigen des 20. Jahrhunderts. Darin erscheinen Konsumprobleme vor allem als Folge von Knappheit und Armut, eben als Abwesenheit von Konsummöglichkeiten. Einzig Silvia Staub-Bernasconi benennt die Kehrseite von Konsumproblemen, die für unsere Lebensverhältnisse charakteristisch sind. Soziale Probleme ergeben sich unter anderem dadurch, dass "... die individuellen Wünsche grenzenlos sein und mithin deren Erfüllung die Befriedigung der Bedürfnisse anderer Menschen beeinträchtigen können" (Staub-Bernasconi, 1995, 135). Wesentlich an dieser Aussage ist der Hinweis, dass sowohl Wünsche wie auch deren Erfüllung grenzenlos sein können. Nur eine Folge davon liegt in der Beeinträchtigung der Wunscherfüllung Anderer, was faktisch auf eine Konsumenten-Konkurrenz hinausläuft. Sicherlich wären darüber hinaus für konsumistische Verhältnisse auch die nicht befriedigende Wunscherfüllung, die konsumistische Prägung der Bedürfnisstrukturen überhaupt oder die durch gesellschaftlichen Reichtum möglich gewordene Übersättigung samt den je daraus entstehenden Folgeproblemen zu thematisieren.

Auch mit systemtheoretischen Kategorien ist die Notwendigkeit nachweisbar, dass sich Soziale Arbeit mit konsumistischen Problemen auseinandersetzt. So muss ein System, um bestehen zu bleiben, sich selbst durch entsprechende Operationen hervorbringen bzw. sich selbst erhalten. Dieser Mechanismus der Systemerhaltung ist nicht spezifisch für die Soziale Arbeit. In der Sozialen Arbeit jedoch bewirkt er, dass sie immer wieder zusätzliche Kriterien definiert, mit welchen sie Problemlagen oder Defizite dingfest machen kann. "Soziale Arbeit ist, kurz gesagt, auf permanenten Problemnachschub angewiesen; sie muss ständig neuen potenziellen Klientinnen und Klienten Hilfe anbieten können ..." (Kleve, 2001, 32). Der Mechanismus der Systemerhaltung erweist sich somit als ein Tor, durch welches der Konsumismus in die Soziale Arbeit eindringt.

Die nachstehenden Überlegungen beziehen sich jedoch nicht primär auf spezifisch konsumistische Probleme, die in sozialen Diensten zur Bearbeitung anstehen. Es geht mir mehr darum, konsumistische Auswirkungen auf die Soziale Arbeit als eines gesellschaftlichen Teilsystems zu diskutieren.

3.2 Konsumistische Klienten und Klientinnen

Die Aktivitäten oder Leistungen der Sozialen Arbeit werden in einem Verhältnis zwischen Produzent und Konsument erbracht. Das ist die Sprache des Ansatzes, welcher Soziale Arbeit als Dienstleistung versteht. Der Konsument konsumiert die Leistung nicht nur, sondern er wirkt gemeinsam mit dem Produzenten an der Erbringung der Leistung mit. Der Konsument wird zum Ko-Produzenten bzw. zum externen Produktionsfaktor. In Anlehnung an Marx’ Ausführungen in den "Grundrissen" präzisiert Andreas Schaarschuch: "Das heisst, jeder Konsumtionsakt von sozialen Dienstleistungen ist gleichzeitig ein Akt der Produktion, jede Produktion zugleich Konsumtion" (553). Unter Einbezug des Subjektstatus des Klienten spitzt der Autor die Aussage zu; er sagt, dass der Ko-Produzent der primäre Produzent ist, denn als Subjekt gestaltet oder verändert er aktiv sein Leben. Die Auffassung des Subjekts als Gestalter des eigenen Lebens deckt sich mit der systemtheoretischen Sicht. Dieser gemäss ist der Klient als psychisches und soziales System gegenüber seiner Umwelt abgeschlossen. Er kann daher (auch vom sozialarbeiterischen Produzenten) "lediglich zur Selbstveränderung angeregt, verstört werden" (Kleve, 2001, 35). Schaarschuch fasst zusammen: "Soziale Dienstleistung ist ein professionelles Handlungskonzept, das von der Perspektive des nachfragenden Subjekts als aktiver Produzent seines Lebens und Konsument von Dienstleistungen zugleich ausgeht und von ihm gesteuert wird" (554).

Unter konsumismuskritischer Perspektive sind Einschränkungen anzuzeigen. Die Formulierungen von Schaarschuch sind idealtypisch. Sie unterstellen hier den Konsumenten auf der Ebene des relativen Gleichgewichts von Produktion und bedarfsgerechter Konsumtion. Doch dies kennzeichnet nicht mehr die Verhältnisse, in denen hier und heute Soziale Arbeit geschieht. Der "Konsument von Dienstleistungen" dringt - dies von mir idealtypisch gezeichnet - als individualisierter Konsumist ins Erbringungsverhältnis der Sozialen Arbeit ein. Der Konsument sucht den Sozialdienst mit seiner konsumistisch formierten Bedürfnis-, Denk- und Handlungsstruktur auf. Dabei ist zum einen an die oben erwähnte Wunschspirale zu erinnern. Und zum andern ist einzubeziehen, dass sich das Verhalten der Menschen innerhalb der produzierten Dingwelt massgeblich verändert; in Anlehnung an Günther Anders sind die dingpsychologischen Komponenten des Verhaltens von Klienten und Klientinnen zu berücksichtigen (vgl. Hochstrasser, 1997 b).

Das Gesamt so strukturierter Klienten und Klientinnen definiert die Nachfrageseite der Sozialen Arbeit als Dienstleistung um. Es kann in der Folge Nach- und zugleich Vorauslieferungen von Angeboten sozialer Institutionen auslösen. Gut beobachtbar ist dies etwa bei sozialen Diensten für Jugendliche oder alte Menschen. Nebst ihren Kerngeschäften bieten solche Dienste oft verschiedenste zusätzliche Leistungen an. Dies geschieht sicherlich in der guten Absicht, den entsprechenden Personen Unterstützung in attraktiver Form anzubieten. Und der Effekt ist, dass diese Personen an die "services" attrahiert, also angezogen werden, um sie zu konsumieren.

So wird in Praxisberichten vermehrt darauf hingewiesen, dass Klienten und Klientinnen heutzutage sehr selbst- und anspruchsbewusst auftreten. Sie wollen offensichtlich die Dienstleistungen wie Waren geliefert bekommen, und sie pochen auf ihr entsprechendes Marktrecht. Oder man kennt die Personen, die zu gleicher Zeit mit verschiedenen sozialen Diensten im Kontakt stehen, sich also auch diesbezüglich sozialmarktkonform verhalten. Das Case-Management ist u.a. eine Antwort darauf (vgl. Wendt, 1997).

Die bisherige Darstellung des "konsumistischen Konsumenten" kann Verwirrung stiften. Denn auf der Oberfläche betrachtet gleicht sie der Sicht der Neoliberalisierer. Auch sie sehen die Klienten und Klienten als anspruchsbewusste Kunden, die Dienstleistungen beziehen wollen. Doch hinter ihrer Sicht verbirgt sich einiges, was sich von meiner unterscheidet. Ihre Auffassung ist, dass diejenigen, die Ansprüche einlösen, also Dienstleistungen beziehen, dafür bezahlen sollen; sie hätten also die Verpflichtungen eines Tauschvertrags einzuhalten. Die staatspolitische Folgerung daraus ist, dass Rechtsansprüche auf soziale Dienstleistungen ausgelöscht werden. Die marktlogische Folgerung ist, dass soziale Dienstleistungen entstaatlicht, von Privaten angeboten, dem "freien" Markt und damit dem Mechanismus von Angebot und Nachfrage unterstellt werden sollen.

Weiter bleibt verborgen, dass das neoliberale Konzept die Menschen als Konsumisten will, nein: braucht. Und wie ansatzweise schon gezeigt, tendenziell missbraucht. Konsumistische Mechanismen, also auch Klientinnen und Klienten sozialer Dienste in ihren konsumistischen Prägungen zu analysieren heisst zugleich, den Neoliberalismus zu kritisieren.

3.3 Soziale Arbeit: Druck der Ware Information

Soziale Arbeit wird als personbezogene Dienstleistung beschrieben. Anders als etwa der Arzt, der über eine Vielfalt von Instrumenten, weiteren Hilfsmitteln und Medikamenten verfügt, scheint die Sozialarbeiterin in ihrem Arbeitsumfeld beinahe warenlos; sie beschränkt sich auf Dinge wie den Schreibblock, den Stift und den Computer und wohl auch eine Kaffeetasse. Ihre hauptsächlichste Ware ist die Information. Einerseits gibt sie diese an ihre Klienten und Klientinnen weiter. Anderseits beschafft sie sie sich aus Büchern, Zeitungen, Zeitschriften, Radio und Fernsehen. Damit ist sie eingeklinkt in den medialen Mechanismus der Umlagerung von Wichtigkeit. Wo früher eine Information gesendet wurde, weil sie wichtig war, wird sie heute wichtig, weil sie gesendet wurde. Christoph Türcke beschreibt diesen "neuen Nachrichten-Hochdruck" (2002, 17), der zweifellos auch auf Sozialarbeitende einwirkt und, wie bei allen andern, auch bei ihnen zu einem "Existenzdruck des modernen Sensoriums" wird. "Jeder Zeitgenosse, der irgend mithalten will, muss einerseits blitzschnell aus einem Überangebot von Nachrichten auswählen, ständig Acht geben, dass seine Auswahl konkurrenzfähig bleibt, und sich zu diesem Zweck einem medialen Trommelfeuer aussetzen" (a.a.O.). Beispielsweise reicht in manchen Fernsehsendungen eine Nachricht nicht aus; unterhalb des Sprechers oder der Sprecherin laufen zwei Schriftbänder mit unterschiedlicher Geschwindigkeit, die ihrerseits ebenfalls und zeitgleich zweite und dritte Nachrichten liefern.

Dieser Hochdruck wird in den Sozialbereich hineingetragen durch die marktfähige Umsetzung von theoretischen und methodischen Nachrichten und durch die Anbieter von Aus- und Weiterbildungen. Sie sind die Lieferanten von neuer methodischer Informations-, Technik-, auch Weiterbildungszertifikats- und Theorieware. Die Lieferungen erfolgen in einer Dichte, die individuell nicht zu bewältigen ist. Oft fällt es schwer, daraus kriteriengeleitete Wahlen zu treffen. Auch hier wirkt die erwähnte Totalisierung der Alternative.

Zwei sich widersprechende Verhaltensantworten sind denkbar und beobachtbar: Man übernimmt den Druck und hastet jeder neuen methodischen Mode samt zugehörigen Materialien nach, oder aber man schützt sich vor dem fremdbestimmenden Druck und wehrt ihn ab, um sich in informationsarme, theorieferne Gefilde zurückzuziehen. Beide Varianten stehen für sich genommen den Zielen Sozialer Arbeit entgegen. Mit Blick auf diese Ziele kann man sich nicht nur für die eine oder die andere Variante, sondern man muss sich für beide zugleich entscheiden. Und setzt dadurch handelnd Widersprüche. Der selbstgesetzte, an sich selbst gerichtete, widersprüchliche Handlungsauftrag lautet: Sei du up to date und gib dem konsumistischen Informationsdruck nach, und - gleichzeitig - entziehe dich zu deinem Schutz dem Druck mit dem Risiko der Veraltung deiner beruflichen Qualifikation.

3.4 Soziale Arbeit: Computer und Internet

Der Computer wird unter anderem allseits deswegen geschätzt, weil er ein schier wundersamer Speicher von Daten, Texten, kurz: von Gedachtem der unterschiedlichsten Art ist. Das ist ein Vorteil, der auch der Sozialen Arbeit zugute kommt. Der Vorteil trägt jedoch eine nachteilige Komponente in sich. "In dem Masse, in dem elektronische Speichertechniken andere Techniken verdrängen, werden auch damit verbundene Formen des Empfindens, Denkens und Handelns verdrängt oder zumindest weitgehend modifiziert" (Kurnitzky, 2002, 118). Damit ist eine technologische Überformung von Erlebtem, Erfahrenem bezeichnet. Auch diese Überformung erfasst generell alle Benutzer von Computern. Im sozialarbeiterischen professionellen Umgang mit Menschen gewinnt der Vorgang jedoch besondere Bedeutung. Natürlich besteht soziale Tätigkeit nicht nur aus Computerarbeit.

Doch der Computer ist ein kaum mehr wegzudenkendes Arbeitsmittel. Es wird in der Arbeit konsumiert. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass dieser Konsum umfassender wird, als es vom Arbeitsgegenstand her erfordert wäre. Er tendiert damit zu konsumistischem Konsum. Mir scheinen folgende Fragen prüfenswert: Werden mit der computergestützten Speicherung die Facetten von zwischenmenschlichen Begegnungen erfasst oder gehen sie verloren? Ermöglicht der Computer als ein zur Schnelligkeit anspornendes Medium kreisende, schweifende Gedanken zu formulieren, oder drängt er zur "schnellen Sprache", die spröde und schnörkellos Sachverhalte fixiert? Verändert diese Sprache die Erinnerung, den Gedächtnisinhalt? Versetzt einen das technologisch Gespeicherte in die Lage, nachträglich nicht mehr Gewusstes dem Gespeicherten anzureichern? Allgemeiner gesagt: Können per Computer erlebte Sachverhalte menschlich gespeichert werden oder wird dadurch Menschliches versachlicht? Die zweite Alternative entspräche nicht den Anliegen von Sozialer Arbeit. Daher lohnt eine genaue Prüfung der Fragen.

Nun zum Internet: Es transportiert verschiedenste Angebote. Ein Teil davon setzt auf Information, also auf Gegenstände, die tendenziell eher kognitive Bedürfnisse der Netzbesucherinnen und -besucher befriedigen wollen. Hier liegen Möglichkeiten für eine "nützliche Nutzung" des Internet durch die Soziale Arbeit. Zugleich aber - das habe ich im obigen Abschnitt beschrieben - erweisen sich die Möglichkeiten als Informationsdruck, dem nur schwer zu begegnen ist. Darauf gehe ich nicht mehr weiter ein, sondern werfe einen Blick auf positive Möglichkeiten der Internetnutzung für die Professionellen.Jochen Wittenberg u.a. (2001) untersuchten mittels einer Online-Expertenbefragung Chancen und Risiken des Internet bezüglich des Einsatzes in der Sozialen Arbeit.

Chancen bieten sich insbesondere in der Aus- und Weiterbildung, im fachlichen Kontakt innerhalb der eigenen oder auch mit andern Institutionen sowie für die Informierung der Öffentlichkeit. Oliver Poseck (2001 a) bietet in seinem Buch "sozi@larbeit Online" eine Reihe gelungener Beispiele von kleinen und grossen Institutionen, die Online gegangen sind. Interessant ist besonders www.partypack.de, die Partydrogen-Info-Seite der Drogenhilfe Köln e.V. (vgl. Ralf Wischnewski, 2001). Die Seite ruft aus folgendem Grund das Interesse hervor: Sie will explizit Prävention gegenüber dem Konsum von Drogen betreiben. Dies geschieht beispielsweise mit Information über Drogen, die besonders in der Techno-Szene konsumiert werden, über safer-use, über Erste-Hilfe-Hinweise in Notfallsituationen, über strafrechtliche Konsequenzen im Zusammenhang mit illegalen Drogen, und vieles anderes mehr. Damit nutzt das Projekt partypack.de das Medium Internet zunächst zu antikonsumistischem Zweck. Es reproduziert damit die Widersprüchlichkeit, die generell in der Drogenarbeit steckt: Auch diese kann sich nicht ausserhalb des konsumistischen Geflechts stellen. Denn sie zielt faktisch auf eine Optimierung des Konsums. Gemeint ist damit seine Diversifizierung, also seine optimalere Ausrichtung auf verschiedenste Konsumgüter und damit die Auflösung der Abhängigkeit von einem oder einigen wenigen Stoffen (vgl. Hochstrasser 1995, 99-132). Die Website www.partypack.de verstärkt das Gesagte: Sie "vervollständigt" ihre Präventionsinformationen durch Service- bzw. Konsum-Angebote, die sie meines Erachtens etwas leichtfertig als "Popularisierung von Pädagogik" bezeichnet. So gibt sie Hinweise auf Szene-News, auf Veranstaltungsorte in der Kölner Region, sie bietet einen tagesaktuellen Partykalender, einen Online-Techno-Flohmarkt und anderes mehr.

Mit dem referierten Beispiel rückt die Frage in den Vordergrund, welchen Nutzen das Internet der Sozialen Arbeit hinsichtlich der Klienten und Klientinnen bieten kann. Jochen Wittenberg u.a. (2001, 51-53) nennen unter anderen folgende Vorteile: Informierung über Dienstleistungen von Institutionen, Zeitersparnis, Senkung der Hemmschwellen durch Anonymisierung beim Erstkontakt, Möglichkeit von Online-Beratungen.

Ich möchte nur zu letzterem einige konsumismuskritische Überlegungen anstellen. Online-Kommunikation ist immer technisch vermittelte Kommunikation. Die Gesprächspartner sehen und hören sich nicht. Das kann ein Vorteil sein, wenn sachlicher Informationsaustausch ansteht. Bei der Bearbeitung von menschlichen Problemlagen jedoch stellen sich Verluste ein. Denn zwischenmenschliche Kommunikation ist ein Gesamt von verbalen, gestischen, mimischen und akustischen Äusserungen der Beteiligten. Das technische Medium transportiert lediglich die verbalen Äusserungen. Und auch diese schliessen oftmals verschiedene Bedeutungen ein, die nur unter Einbezug der auditiven und symbolischen Äusserungen aufgeschlossen werden können. So gehen in der technisch vermittelten Kommunikation wesentliche Momente verloren, welche direkte zwischenmenschliche Kommunikation geradezu ausmachen. Im übrigen gehen für die Online-Beratung all diejenigen Menschen verloren, welche nicht über die Kompetenzen des Internetumgangs verfügen.

Als eine von verschiedenen Zielgruppen, welche für Online-Beratung in Frage kommen, nennt Poseck (2001 b, 91) "Klienten, die vorerst bei der Beratung ein gewisses Mass an Distanz erhalten möchten". Unter systemtheoretischer Sicht ist diese Distanz bei jeder Beratung gegeben, eine direkte Einwirkung auf die Ratsuchenden ist nicht möglich, sie können lediglich "irritiert" werden in der Absicht, dass sie die Irritation aufnehmen (Resonanz) und ihre Handlungsstruktur entsprechend modifizieren. Doch auch die Irritation bedarf einer bestimmten Nähe, damit sie überhaupt zu Stande kommt. Wenn jedoch Distanz gewissermassen die Geschäftsgrundlage für die Beratung darstellt, ist fraglich, ob sich ein wie immer gearteter Beratungserfolg einstellt. Zusätzlich entsteht die Situation, dass die Beratung zum Konsumgut gerät, welches wenn nicht Genuss, so doch eine schnelle Befriedigung ermöglichen soll. Es ist jedoch immer auch möglich, dass sich die Befriedigung nicht einstellt. Dann wird, auf dem Handlungsniveau von Stimulus und Response, die Beratung abgebrochen.

3.5 Ökonomisierung der Sozialen Arbeit

Die Diskussion um die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit wogt weiter. Interessant sind in diesem Zusammenhang Überlegungen, die aus langer Zeit vor den neoliberalen Slogans stammen; ich weise auf jene von Ilse Arlt hin, die bereits 1921 veröffentlicht wurden (dabei beziehe ich mich auf die Darstellung von Ernst Engelke, 1999, 276 f., 283). So thematisiert Arlt beispielsweise unerwünschte Nebenwirkungen, welche durch soziale Hilfeeinrichtungen entstehen (vgl. in heutiger Diktion Kleve, 1999, 198-202). Weiter kritisiert sie die fehlende Leistungsbilanz von Hilfsmassnahmen oder auch das Fehlen des Urteils der so genannten Befürsorgten über die erbrachten Leistungen von Hilfseinrichtungen. Arlt mahnte also schon damals Aktivitäten an, die heute im Rahmen von Qualitätsmanagement und -sicherung geläufig sind - und heute im Rahmen der Ökonomisierungsdebatte kontrovers diskutiert werden.

Wie oben schon angedeutet, wird Soziale Arbeit erneut und vermehrt als personenbezogene Dienstleistung gesehen. Meines Erachtens ist es kein Zufall, dass die Ökonomisierungs- und die Dienstleistungsdebatte zur gleichen Zeit geführt werden. Mit der Sicht von Sozialer Arbeit als Dienstleistung treten auch Konsumismus bezogene Fragen ins Blickfeld.

Die gegenwärtige Ökonomisierung sozialer Dienste wird u.a. an den Begriffen von Effizienz und Effektivität festgemacht. Wolf Rainer Wendt beschreibt sie im Zusammenhang des Case-Managements (vgl. Wendt, 1997, besonders Kapitel 1 und 2). Insbesondere die Kunden- oder Nachfrageorientierung trägt ökonomieorientierte Züge; letztlich geht es darum, dass soziale Einrichtungen sich auf dem Sozialmarkt behaupten. Durch Qualitätsmanagement soll die Wirksamkeit der Leistungserbringung verbessert und mittels Evaluation überprüft werden. Heiko Kleve konstatiert für die solchermassen ökonomisierte Soziale Arbeit die "Gefahr, ihre gewonnene systemische Autonomie des sozialen Helfens (vgl. Merten 1997) gleich wieder an wirtschaftliche Orientierungen, an die ökonomische Autopoiesis des Zahlens zu verlieren"(Kleve, 2001, 34; vgl. auch Haupert, 2002, 15). Kleve kritisiert weiter, dass mit der Ökonomisierung eher triviale Mechanismen in die Soziale Arbeit eingeführt würden. Insbesondere glaube man "weiter an die zielgerichtete Veränder- und Steuerbarkeit psychischer und sozialer Systeme, an den aufklärerischen Mythos der menschlichen Mach(t)barkeit" (a.a.O., 35).

Der Aufsatz von Andreas Schaarschuch (1999) ist ein Beispiel für die Parallelität von ökonomischer und Dienstleistungsdebatte. Er schlägt vor, für die Dienstleistung der Sozialen Arbeit als Erbringungskontexte die privaten Anbieter von staatlich-öffentlichen Diensten zu unterscheiden (a.a.O., 554 f.). Die Klienten der ersteren nennt er "Kunden", diejenigen der öffentlichen Dienste "Nutzer. Das wird dort problematisch, wo er verschiedene Indikatoren zur Unterscheidung der beiden Kontexte inhaltlich füllt. So wird auf der Kundenseite dem Indikator "Referenzsystem" der Begriff "Markt", auf der Nutzerseite der Begriff "Staat" zugewiesen. Dabei gerät aus dem Blick, dass zunehmend auch staatlich-öffentliche Stellen dem Marktdiktat unterstellt sind (vgl. Hochstrasser 1997). Sie finden sich auf dem erwähnten Sozialmarkt wieder und werden wie die privaten Anbieter klaren ökonomischen Vorgaben unterstellt. Schaarschuch schreibt dies jedoch (unter dem Indikator "Entscheidungskriterium") nur der Kundenseite zu; der Nutzerseite gibt er den Begriff "politisch" bei. Die Typologie enthält weitere Unklarheiten; ich trete hier nicht näher darauf ein.

Schaarschuch diskutiert auch die gesellschaftlichen Bedingungen, in denen Soziale Arbeit als Dienstleistung erscheint. Als zentrales Moment hebt er den zunehmenden Geltungsverlust der Arbeitssphäre heraus. Die Inklusion oder Normalität der Menschen ist nicht mehr durch den Besitz und Verkauf ihrer Ware Arbeitskraft gewährleistet. Demnach sei Inklusion nur noch auf der Ebene der Bürgerrechte gegeben, folgert Schaarschuch. Meines Erachtens nimmt er mit dieser scheinbar logischen Folgerung eine implizite politische Stellungnahme vor, nämlich für die bestehende Form von Demokratie, und ebenfalls implizit, für die öffentlich-staatlichen sozialen Dienstleistungen. (Die heftige Kritik von Bernhard Haupert, 2002, 1-4, gegen die Argumentation Schaarschuchs als angeblichem Befürworter neoliberaler Ökonomisierung Sozialer Arbeit ist daher kaum verständlich.)

Schaarschuchs bürgerschaftliches Engagement ist zwar legitim, lässt aber analytisch eine Ebene ausser Acht, die einbezogen gehört. Dem schwindenden Stellenwert der Arbeitssphäre entspricht die gestärkte gesellschaftlich-ökonomische wie individuelle Bedeutung der Konsumsphäre. Inklusion kann nicht nur über den Bürgerstatus gewährleistet werden, wie Schaarschuch meint (vg. a.a.O., 557). Fakt ist, dass sie massenhaft über den Konsum bzw. über den Kauf von Waren geschieht. Der Status des Konsumenten ist zumindest mitentscheidend über die Inklusion. Und in konsumistischen Verhältnissen heisst Konsument zugleich konsumistischer Konsument. Dies schlägt in der Praxis sozialer Dienste durch. Sie ist in sich verbreiterndem Rahmen mit Fragen der Erhaltung oder Erreichung von Konsumnormalität befasst.

3.6 Konsumistische Sozialarbeitende

Wie alle andern Leute sind auch die Sozialarbeitenden durch den Konsumismus geprägt. Auch sie können sich ihm nicht entziehen. Das versuchte ich oben an Hand des Gebrauchs von Computer und Internet zu beleuchten. Als Angehörige einer mit hoher Reflexion arbeitenden Profession werden die Sozialarbeitenden jedoch ihre konsumistischen Anteile in ihrer alltäglichen Arbeit überprüfen. Sie werden auf solche Bereiche achten, wie sie oben skizziert wurden, aber auch weitere konsumistische Fallen entdecken. Und sie werden daraus die geeigneten Konsequenzen ziehen. Diese Sätze sind nicht im Sinne einer verdeckten Schuldzuweisung geschrieben. Sie sollen vielmehr dazu anregen, sich in den Widersprüchen, die der Konsumismus der Sozialen Arbeit eingraviert, als Handelnde zu positionieren. Dies kann nicht dadurch geschehen, indem man die Widersprüche glättet. Vielmehr sollen sie bewusst erkannt und nachvollzogen werden. Die Umsetzung in Handlungen geschieht dadurch, dass man bewusst Widersprüche setzt, also widersprüchliche Ziele verfolgt.

4 Schluss

Soziale Arbeit wird mitgeprägt durch die konsumistische Kultur, in der sie geleistet wird. Darin entfaltet sie einen spezifischen Widerspruch. Er ist die konsumistisch vermittelte Weiterentwicklung des Widerspruchs von Kontrolle und Förderung. Dieser war der Sozialen Arbeit als "Doppelmandat" von allem Anfang an eingeschrieben. Seine Bedeutung ist heute nicht mehr so ausgeprägt, aber je nach Arbeitsfeld noch immer gegeben (vgl. Kleve 1999, 244-249). Unter konsumistischen Verhältnissen könnte man von einem "konsumistischen Doppelmandat" sprechen; es kann folgender Massen gefasst werden: Soziale Arbeit hat den Auftrag, die Klientinnen und Klienten einerseits darin zu unterstützen, ihre Autonomie auch gegenüber den konsumistischen Anfechtungen zu behaupten oder zu entwickeln. Diversifizierter Konsum anstelle des durch eine Ware monopolisierten Drogenkonsums oder ein Kaufverhalten, das den finanziellen Möglichkeiten angepasst ist, sind Beispiele. Anderseits und zugleich besteht nun auch der nicht hintergehbare, sich erweiternde Auftrag, die Klienten und Klientinnen konsumistisch einzubinden. Das kann geschehen durch die konsumistische Nutzung materieller oder ideeller Warenangebote als Mittel in der Sozialen Arbeit - ich hatte als Beispiel auf die Online-Beratung hingewiesen - oder aber durch die Setzung konsumistischer Anforderungen an die Klientschaft; hier ist nochmals die Kehrseite des diversifizierten Konsums zu erwähnen: Sie erweist sich innerhalb der konsumistischen Mechanismen faktisch als "optimaler Konsum".


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Der Autor:

Dr. Franz Hochstrasser

  • Geboren 1945 im Kanton Luzern, Schweiz,

  • Dipl. Psychologe, Dr. phil.
  • 11 Jahre tätig als Berater von Jugendlichen
  • 13 Jahre Direktor der Fachhochschule für Soziale Arbeit beider Basel
  • Inhaber einer GmbH für Beratung im Bildungs- und Sozialbereich
  • Diverse Publikationen, insbesondere zu Sozialer Arbeit und Konsumismus

eMail: info@fhochstrasser.ch

Web: www.fhochstrasser.ch


Veröffentlichungsdatum: April 2003


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