Nachruf zum 11. September 2002

von Bernd Kersting-Bilk (Januar 2003)

Was in den Straßen lag, lagerte: lehmziegel-
bröselnd berändernd: unsere (Babylon-)Augen:
Wie Schnee, der kein Schnee war (fall out);
oder Fluss, der die Deiche (ground zero, unter-
grunds) abweidet: wiederum füllte mit (ohne Si-
renen) Luftschutz- / Lichtausfall-Räumen, Oder
die Selbst-(weil aus heiterstem Himmel jäh)
Sterbens-Gefühlstränen. Altophobien der Herz-
beutel, Jet-Lifte, Kurs-Stürze, wenn jäh der Staub
triefte. Was wie mit Schneeräumern /-schaufeln
beiseite geräumt ist. Dass auf den (central parc)
Wiesen die Tollkirschen, Märzbecher, Pfand-
Büchsen, Wallpapers, Fetzen von Zeitungen wie-
derum blühten und blättern. Wie die, die kein
Nachtlager fanden, und lesen die Zeitungen dort
deswegen wiederum auf. Weil diese zwischen die
Kleider geschichtet, die Kälte vermindern; wie die
weiterhin trommelnden Brücken, in denen getro-
mmelt wird weiter. Von denen, die obenauf weg-
gehen: wie auf Deichkronen hoch: durch wie ab-
geweideten Schnee: und die Schlackwurst ge-
häuft auf den Tellern: herbstzeitlos, trauerstaub-
trocken, wiederum trittfest: diesen September.



Bernd Kersting-Bilk


Veröffentlichungsdatum: 27. Januar 2003


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