Unter Supervision

Konstruktivistische Balintgruppenarbeit *

von Heinz Kersting (Oktober 2001)

Als SupervisorInnen sind wir es gewohnt, dass in der Gruppensupervision die Dynamik der Gruppe ganz besonders wichtig für die Entwicklung der Gruppenmitglieder ist. Ich möchte mit der Balintgruppenarbeit eine weitverbreitete psychoanalytische Gruppenmethode vorstellen, in der die Gruppendynamik kaum eine Rolle spielt. Ich beschreibe die Balintgruppenarbeit allerdings nicht schulenimmanent, so wie sie Psychoanalytiker erklären würden[1], vielmehr beobachte ich sie aus der Vogelperspektive als Beobachter zweiter Ordnung. Die Schlussfolgerung, die ich aus meinen Beobachtungen ziehe, ist, dass die Balintgruppenarbeit auch als ausgesprochen systemisch-konstruktivistisches Verfahren genutzt werden kann. Aber hatte nicht bereits Sigmund Freud immer wieder darauf hingewiesen, "dass die Sprache der Psychoanalyse eine provisorisch gewählte sei, gültig so lange, als sie noch nicht durch die Physiologie ersetzt werden könnte" (Kris 1962: 46)?[2]

Meine eigenen Erfahrungen mit Balintgruppenarbeit

Ich selbst besuchte nach meiner Ausbildung zum Supervisor zur eigenen Kontrolle der von mir erteilten Supervisionen, eine "Balintgruppe", die von einem Sozialarbeiter, der Supervisor und selbst Gruppendynamiker ist, geleitet wurde. Dort wurde ich mit der ganz anderen Kultur der Balintgruppe vertraut. Gruppendynamische Prozesse, die sich zwischen den Mitgliedern der Balintgruppe abspielten, wurden vom Gruppenleiter bewusst zurückgestellt, bzw. nur kurz bearbeitet oder auf mögliche Gespräche außerhalb der Gruppe verwiesen. Es gehörte zur Balintkultur, dass sie eben nicht zur Balintarbeit gehörten. Ich stellte fest, dass diese Unterscheidung wirkte, sich alle daran hielten und nach einer Zeit der Eingewöhnung diese Einredung auch für mich funktionierte.

Der Balintgruppenleiter verstand sich während seiner Arbeit nicht als Sozialpädagoge bzw. Erwachsenenbildner sondern eher als Moderator, der nur selten in den Gesprächsfluss eingriff, und niemals Tipps, methodische Hinweise oder Belehrungen gab. Das passte zunächst nur schwer in mein Bild von einem Gruppensupervisor. Für mich war Gruppensupervision damals nichts anderes als angewandte Soziale Gruppenarbeit. Im Mittelpunkt der Balintgruppenarbeit stand jedoch eine "FallreferentIn" mit ihrer Geschichte, ihren Gefühlen und ihren Verwirrungen. Sie blieb "HerrIn des Verfahrens". Sie bestimmte, wann sie genug Anregungen zur Klärung oder neuerlichen Verunsicherung bekommen hatte. Wenn sie wollte, konnte sie in einer späteren Sitzung etwas zurückmelden, aber auch das stand in ihrem Belieben.

Die Methode war ganz einfach:

Ein Gruppenmitglied erzählte eine Fallgeschichte, alle anderen richteten ihre Aufmerksamkeit auf die Erzählung, achteten auf die bei ihnen aufsteigenden Assoziationen, Emotionen und Identifikationen. Meist handelte es sich um Fälle, in denen die FallreferentIn auf Grund einer affektgeladenen Beziehungsdynamik nicht zu klaren Hypothesen für ihre berufliche Arbeit gelangen konnte. Häufig hatte sich ihre eigene Lebenssituation, ihr Lebensstil oder ihre Biographie mit dem Fall und den Personen in diesem Fall verwickelt. Nach der Erzählung, die manchmal vom Balintgruppenleiter unterbrochen wurde, äußerten alle Gruppenmitglieder (außer dem Balintgruppenleiter) reihum, so weit sie es wollten, ihre Assoziationen (Bilder, Stimmungen, Anmutungen, inneren Dialoge und Gefühle) und Identifikationen, während die FallreferentIn sich die Äußerungen schweigend anhörte.

Danach fragte der Balintgruppenleiter die FallreferentIn, welche Bemerkung der Gruppenmitglieder besonders bei ihr angekommen sei. Zuweilen gab er die Aufforderung, zu einer bestimmten Person oder Situation der berichteten Szene aufs Neue zu assoziieren.

Der Balintgruppenleiter achtete auf diese Weise darauf,

Zwischendurch fasste der Balintgruppenleiter das von den Gruppenmitgliedern Gesagte zusammen, verwies auf Deutungsangebote der TeilnehmerInnen an die FallreferentIn, wenn er der Meinung war, dass sie vielleicht von Bedeutung sein könnten.

Selbstverständlich könnte er, indem er bestimmte Facetten der Äußerungen der Gruppenmitglieder verstärkt, auf einer bereits beim Erzählen des Falles gebildeten Hypothese beharren. Meist aber bildet sich seine eigene Hypothese erst während des freien Assoziierens der TeilnehmerInnen heraus.

In meiner ersten Balintgruppe bot der Balintgruppenleiter zuweilen der FallreferentIn an, besonders wenn er sehr deutliche Übertragungsphänomene[3]annahm, deren Ätiologie er in der frühen Kindheit vermutete, zu entscheiden, ob sie daran weiterarbeiten wollte oder nicht. Bei einer Entscheidung für eine Weiterarbeit forderte er die Gruppenmitglieder erneut zur freien Assoziation auf. Auch nach dieser Entscheidung hatte die FallreferentIn es in der Hand, jederzeit die Bearbeitung zu beendigen.

Gelegentlich rundete der Balintgruppenleiter die Fallarbeit ab mit dem Aufzählen der unterschiedlichen Deutungen oder gemeinsamen Deutung der Gruppenmitglieder, wobei mein damaliger Balintgruppenleiter nur sehr spärlich den psychoanalytischen Jargon verwendete.

Das habe ich später während meiner Ausbildung auch ganz anders erlebt. PsychoanalytikerInnen scheinen mir manchmal so von ihren psychoanalytischen Konstrukten überzeugt zu sein, dass sie das Konstrukthafte der Konstruktionen vergessen und meinen, mit ihnen das Gesamt der Wirklichkeiten eindeutig und wahr beschreiben zu können. Aus diesem Grunde bin ich froh, dass ich, bevor ich den PsychoanalytikerInnen als BalintgruppenleiterInnen begegnete, auf einen Sozialarbeiter, Gruppendynamiker und Supervisor traf. Diese frühe Sozialisation hat meine eigene Balintgruppenarbeit sehr geprägt.[4]

Dabei hätte sich historisch alles auch ganz anders entwickeln können: Bei Michael Balint selbst am Anfang dessen, was wir heute Balintgruppenarbeit nennen, gab es noch eine enge Verbindung zur Sozialarbeit. Balints Frau Enid war Sozialarbeiterin und die erste Researchgruppe, die Balint zusammen mit seiner Frau am Travistock-Institut in London leitete, bevor das berühmte Experiment mit 14 Hausärzten im Jahre 1953 startete, in dessen Folge er dann sein bedeutendes Buch: "Der Arzt, sein Patient und die Krankheit" (1965) schrieb, diese aller erste Researchgruppe bestand aus SozialarbeiterInnen und SupervisorInnen in der Familien und Eheberatung. Hätten Balint und seine Frau diese Erfahrungen zu einem Buch verdichtet, dann hätte der Titel dieses Buches vielleicht geheißen:

"Der Sozialarbeiter, sein Klientsystem und die Probleme in Ehe und Familie", oder schärfer auf Supervisoren zugespitzt: "Der Supervisor, sein Supervisand und das Problem" (vgl. E. Balint 1959).

Balintgruppenarbeit und Supervision

Ein wichtiger Bestandteil meiner ersten Balintsozialisation war, dass in der Arbeit mit den Fällen der institutionelle Aspekt nicht vernachlässigt worden war. Da die soziale, sozialpädagogische und pädagogische Arbeit sich stets in einem institutionellen Rahmen vollzieht und auf die Gesellschaft (das Soziale) bezogen ist, wäre ein Modell, das allzu sehr auf die Beziehungsdynamik abgestellt wäre, auf die Dauer für die Professionen in diesen Arbeitsfeldern zu kurz gegriffen und unbrauchbar.

Supervision ist ein ausbildungs und berufsbegleitender Lernprozess, der der beruflichen Qualifizierung von zumeist im psychosozialen Bereich Tätigen gilt. Supervision kommt ursprüglich aus der Sozialarbeit (Kadushin 1976). Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Supervision auf dem europäischen Kontinent neben der Ausbildungssupervision zu einer der wichtigsten Beratungsformen von Menschen in ihren Arbeitsproblemen und wird längst nicht mehr nur auf soziale Institutionen eingeschränkt. Viele, die das Wort Supervision heute gebrauchen, wissen nichts mehr über seine Herkunft aus der Sozialarbeit. Vermutlich ist das auch nicht so wichtig und inzwischen nur noch für Supervisionshistoriker interessant:

Supervision ist Beratung für Menschen in Arbeit. Für mich bedeutet Supervision, gleich für welche Art von Arbeit die ratsuchenden Menschen die Supervision in Anspruch nehmen:

Seitdem ich mit Balintarbeit bekannt wurde und mich einer Ausbildung zum Balintgruppenleiter im psychosozialen Bereich unterzogen hatte, verwende ich in meinen Supervisionen zunehmend Elemente der Balintmethode, z. B. die der freien Assoziation.

Supervision in Gruppen ist nicht ohne weiteres generell mit Balintgruppenarbeit gleichzusetzen. Mögen sich auch die eben aufgeführten Bedeutungen der Supervision mit den Konzepten Balints leicht in Einklang bringen lassen, so gibt es bis heute in der Tradition der sozialarbeiterischen Gruppensupervision diesen von mir schon erwähnten mehr gruppendynamisch orientierten Ansatz, der die Entwicklung der Gruppe für die Entwicklung des Einzelnen stärker nutzt.[5] Pointiert würde die Frage in einer Supervisionsgruppe mit gruppendynamischer Ausrichtung lauten: "Was machen Sie mit der KlientIn", während in der Balintgruppe die Frage "Was macht die KlientIn mit Ihnen" eher virulent würde. Die erste Fragestellung dient der Reflexion, der Hypothesenbildung, dem methodischen Vorgehen und den Problemen, die im Arbeitsfeld auftreten. In der Balintarbeit dagegen steht die "Arbeit mit der Beziehung" im Vordergrund.

An einem Beispiel erklärt: Ein Fallreferent stellt einen depressiven Patienten vor, dessen Erzählung kein Ende nimmt. Er fühlt sich verschlungen von dem Patienten und gleichsam lahmgelegt.

In der Balintgruppe würde der Referent vielleicht auf die Frage der LeiterIn: "Was macht der Klient mit Ihnen?" antworten: "Ich kann nicht mehr. Ich bin müde. Ich überziehe die Zeit." Und es würde weiter an den Fragen gearbeitet: "Was hat es mit Ihnen selbst zu tun, ihrer Lebensgeschichte, ihrem aktuellen Lebenszusammenhang, dass ihnen das mit diesem oder ähnlich depressiven Patienten passiert?"

In der oben angedeuteten Supervisionstradition, die aus der Sozialen Gruppenarbeit kommt, bekäme das Gespräch durch die Frage: "Was tun Sie mit dem Klienten?" vermutlich eine andere Richtung. z. B. "Wie kommt es, dass Sie den Patienten so gewähren lassen, ihm keine Grenzen setzen, möglicherweise Schuld zuweisen?" Die SupervisorIn oder die MitsupervisandInnen in der Gruppensupervision könnten fragen: "Wie können Sie die Situation anders gestalten?" und würden zusammen mit dem Supervisanden Alternativen für einen Behandlungsplan ausarbeiten.

Wenn ich Balint und meine Lehrer richtig verstanden habe, hat Balint in und mit der Gruppe gearbeitet, ohne deren Dynamik zu interpretieren, weder im Sinne der Gruppendynamik Lewin'scher Prägung noch der Interpretation der Gruppenprozesse im Sinne gruppenanalytischer Psychotherapie, wie es z. B. Foulkes (1992) getan hat. Balint benutzte die Beiträge, die sehr unterschiedlich und strittig sein können, zur Interpretation des Falles. KonstruktivistInnen würden sagen, er hat die Selbstreferentialität der Gruppe, ihre Autopoiese sehr ernst genommen.[6]

Nicht die Methoden allein waren es, die ich aus der Balintarbeit in meine Supervisionen und in mein systemisches Arbeiten mit Gruppen übernahm. Es war vor allem die Haltung des, wie Balint sagt, fraglosen Sich-Zur-VerfügungStellens, die mein Arbeiten veränderte übrigens auch dann, wenn ich z.B. in Einzelsupervisionen oder Teamsupervisionen mit anderen Methoden der systemischen oder provokativen Beratung arbeite.

Was meiner eigenen Balintarbeit zugute kam, waren meine Ausbildungen und Erfahrungen in Sozialer Gruppenarbeit und Gruppendynamik. Wer nämlich, so meine These, um die gruppendynamischen Prozesse weiß, hat eher die Möglichkeit, sie als Ebene der Fallarbeit wieder in die Gruppe einzubringen, oder, wenn es für das Lernen erforderlich scheint, die klassische Balintarbeit zu unterbrechen und eine gruppendynamische Reflexion einzuschalten. Meistens ist die FallreferentIn und die Gruppe im Anschluss an eine solche Reflexionsphase lernfähiger.

Konstruktivistische Betrachtung der Balintgruppenmethode

Ich habe im vorigen Abschnitt bewusst von der Balintgruppenmethode gesprochen. Michael Balint hatte als Psychoanalytiker die Methoden für seine Gruppenarbeit natürlich aus dem psychoanalytischen Repertoire in der Nachfolge Freuds und Ferenczis entwickelt und die Wirkungen seines Gruppenarbeitmodells mit dem Theoriekonstrukt der Psychoanalyse (zumindest der ungarischen Schule) beschrieben und belegt. Das ist jedoch nicht unbedingt nötig. Theorien sind ein System von Unterscheidungen zur Beschreibung der Wirklichkeit. Manchmal werden diese Theorien zu Wahrheiten hypostatisiert und fungieren als dogmatische Festlegung. Paul Watzlawick (1969: 57 ff.) würde Theorien allenfalls den Status von Interpunktionen zubilligen, die zwar in der Lage sind, die hohe Komplexität der Phänomene zu reduzieren und auf Grund dieser Reduktion eine gewisse Zeitlang so etwas wie Festigkeit zu garantieren, die aber in der Verfestigung selbst zum Problem werden können. Eine andere Sichtweise, ein Punktieren an anderer Stelle, bringt das System wieder ins Rotieren. Andere Umstände bedürfen anderer Theorien. Nicht mehr die Wahrheit als Objektivität ist Kriterium für Theoriebildung sondern die Brauchbarkeit.[7]

Einige Autoren unter den psychoanalytischen Balintgruppenleitern wie z. B. Petzold und Ferner (1990) scheuen sich nicht, Balints Konzept mit den Theorien des Radikalen Konstruktivismus zusammenbringen und mit ihnen die Wirkungen der Balintarbeit zu begründen.

Der Konstruktivismus ist selbst keine konsistente Theorie und kennt viele Spielarten. Gemeinsam ist allen Varianten, dass es sich um eine Kognitionstheorie handelt, deren Programm die Beschäftigung mit der Selbstreferentialität in unterschiedlichen Systemen ist.[8]

Jede menschliche Wirklichkeit ist nach Ernst von Glasersfeld (1981) eine durch Sprache konstruierte Wirklichkeit. Es geht nicht um wahre und richtige Wirklichkeiten, sondern um "viable", gangbare, d.h. brauchbare Wirklichkeiten. Professionell Tätige konstruieren in ihren Institutionen und Praxissituationen ihre Wirklichkeiten. Bei Problemlösungen, die selbst zum Problem geworden sind, wird die Wirklichkeitsdeutung verengt und reduziert.[9] Der ethische Imperativ, den Heinz von Foerster allen BeraterInnen ins Stammbuch schreiben möchte ist: "Handle stets so, dass Du die Anzahl der Möglichkeiten vergrößerst!" (1988: 51 ff). Nicht Reduktion, sondern Expansion der Komplexität ist angesagt.

KonstruktivistInnen machen darauf aufmerksam, dass lebende Systeme nicht auf andere lebende Systeme unmittelbar intervenierend Einfluss nehmen können. Nur durch "Perturbation" so Maturana und Varela durch Verstörungen, durch Irritationen, durch Anregen ist Intervention möglich[10].

Michael Balint entwickelte in seiner Gruppenarbeit ein Verfahren, das diesen konstruktivistischen Theorien in hohem Maße entspricht. Die FallreferentIn benutzt die Gruppe wie ein Instrument. Die Gruppe und die BalintgruppenleiterIn intervenieren nicht im Sinne von Instruktion. Die Fülle der Möglichkeiten wird durch die Assoziationen, die Identifikationen und die angebotenen Spiegelungen in hohem Maße vermehrt. Die Situation wird komplexer. Die Komplexität menschlicher Wahrnehmungsmöglichkeiten, Deutungsmöglichkeiten und Handlungsmöglichkeiten wird wieder sichtbar. Die Störung des Systems der FallreferentIn geht zumindest so weit, dass sie die Angebote aus der Gruppe verarbeiten muss. Sie kann nicht dieselbe bleiben. Selbst die von ihr und von niemandem sonst in der Gruppe vorgenommenen Reduktionen verändern die Situation und damit das soziale System Balintgruppe grundlegend. Gerade diese Freiheit der FallreferentIn, mit den Angeboten selbständig umgehen und ihre eigenen, für sie brauchbaren Wirklichkeiten konstruieren zu dürfen, macht das Balintverfahren zu einem besonderen emanzipatorischen Instrument beruflicher Erwachsenenbildung.

Ich will dies an einem Beispiel verdeutlichen:

Eine Fallreferentin berichtet von einer Supervisandin, die in ihrer Institution große Schwierigkeiten hat. Die Supervisorin erzählt von ihrem Widerwillen, sich mit dieser Supervisandin zu beschäftigen. Schon zweimal hat sie fast die Supervisionssitzung versäumt, da sie den abgesprochenen Termin vergessen hatte. Sie berichtet von den Problemen, die die Supervisandin mit ihrer Institution hat. In der Einfühlung mit ihrer Erzählung spürt man die Dekadenz dieses Sozialbetriebs. Der Affekt der Supervisorin ist groß: Alle männlichen Institutionsleiter seien schwachsinnig, morbide, korrupt, untereinander verfilzt. Die Leiter sind Männer. Frauen befinden sich nur in den unteren Positionen, als "hörige" Sekretärinnen oder abhängige Pädagoginnen, die sich den LeiterMännern auf jede nur erdenkliche Art unterwerfen müssten. An dieser Stelle der Erzählung ist nicht mehr klar ersichtlich, ob sie über sich oder ihre Supervisandin spricht:

Nur sie (die Supervisandin oder die Supervisorin?) ist eigentlich potent, normal, vernünftig, alle anderen sind nicht bei Trost, eben schwachsinnig.

In der Gruppe wird von den Teilnehmern ein Vielfaches an Wahrnehmungen zusammengetragen. Die Unklarheit des Personenbezugs ist vielen Gruppenmitgliedern aufgefallen und sie weisen darauf hin. Sie sprechen die Fallreferentin unmittelbar an und bilden Hypothesen zu deren eigenen Lebenswirklichkeit, die sie in der (vielleicht ja ganz anders gelagerten) Situation ihrer Supervisandin ablehnt. Durch die Assoziationen, Identifikationen, Brechungen bekommt das innere und das geschilderte äußere System der Fallreferentin mehr Facetten. Die Komplexität wird vermehrt. Die affektive Deutung der Fallreferentin erweist sich nicht als die einzig mögliche. So wird zum Beispiel ihre Angst vor dem System deutlich, die in ihrer Erzählung unerwähnt blieb. Die Gewalttätigkeit des Systems steht plötzlich im Raum und spiegelt sich in der Gruppe, in der Art und Weise, wie die weiblichen auf die männlichen Gruppenmitglieder reagieren.

Die ersten Deutungen der Fallreferentin, nämlich die Schwachsinnigkeit und Verfilztheit des Systems treten in den Hintergrund. Aus der Komplexität reduziert die Fallreferentin für sich zwei neue Aspekte: einen mehr innerpsychischen und einen mehr institutionell-systemischen.

Der innerpsychische Aspekt: Sie erinnert eine alte Geschichte in ihrer Biographie, die mit Angst vor Männern zu tun hat. Diese Angst hat sie abgespalten. Sie kompensiert diese Angst mit einem forschen, fast "männlichen" Auftreten, dabei bibbert sie innerlich vor Angst, was sie sich jedoch nicht eingesteht und verdrängt (so wie vielleicht die Termine der Supervisandin?). Glasklar steht ihr plötzlich vor Augen die Frage, ob sie erneut den Schritt zu einer Therapie wagen soll, den sie lange vor sich her geschoben hat.

Der mehr institutionellsystemische Aspekt: Wie kann ich als Frau in einem patriarchalisch strukturierten Betrieb überleben? Die Frage nach der Suche von weiblichen Bündnispartnern wird aktuell, bis hin zur Überlegung, ob nicht eine Kündigung angezeigt ist verbunden mit der Suche nach einem weiblichen System, wie immer das dann auch aussehen mag.

Ob sich die Supervisandin in einer vergleichbaren Situation befindet, muss erst geprüft werden. Die wichtige Unterscheidung zwischen ihrer und der Situation der Supervisandin wird möglich.

Aus dieser Geschichte konnten alle Gruppenmitglieder lernen. Niemand, weder die Fallreferentin, noch die anderen Männer und Frauen, noch die Gruppenleiterin, noch der Gruppenleiter (diese Gruppe wird von einer Ärztin und von mir geleitet) blieben unverändert nach dieser Sitzung.

Nun, diese Geschichte kannten die meisten Frauen in der Gruppe. Die Männer in der Gruppe und der männliche Gruppenleiter bekamen zumindest eine Ahnung von der Gewalttätigkeit, die oft von Männern in Institutionen ausgeht, auch von Männern, die in dieser Gruppe Mitglied sind.

Die Bedeutung des Erzählens von Fallgeschichten

Die Wirksamkeit der Balintmethode und die hohe Lerneffektivität liegen meiner Meinung nach darin, dass die Geschichte einer FallreferentIn in den Mittelpunkt der Gruppensitzung gestellt wird.[11] Eine erzählte Geschichte verändert sich durch die Kommentare der ZuhörerInnen. Dabei ist festzuhalten, dass das Ziel und die Richtung dieser Veränderung in der Balintgruppe von der UmdeuterIn angezielt wird. Jede bleibt die eigene KonstrukteurIn auch dann, wenn eine Gruppe versucht, sich eine gemeinsame Geschichte zu erzählen und ein Gruppenmitglied meint, die Gruppengeschichte und die persönliche Geschichte wären jeweils dieselbe. Jeder erfindet seine eigene Geschichte, jeder Mensch ist sein eigener Dichter, sein Autopoet.

Mit den Geschichten in der Balintgruppe hat es nun seine eigene Bewandtnis. Die FallreferentIn erzählt eine Geschichte, in der sie ein Problem der Gruppe zur Bearbeitung anbietet. Die Gruppe ist eine intime, private, an die Schweigepflicht gebundene Runde von KollegInnen. Die FallreferentIn bittet um Hilfe. Im Unterschied dazu werden in einem literarischen Text Geschichten öffentlich zur Debatte gestellt. Die professionelle GeschichtenerzählerIn (auf dem orientalischen Marktplatz genauso wie auf dem modernen Fernsehmarkt oder in den Printmedien) sucht ihr Publikum zu faszinieren.

Dagegen ist die Erzählung der FallreferentIn selten literarisch durchgefeilt, artifiziell gegliedert und mit Spannungselementen versetzt. Die FallreferentIn kennt den inneren Zusammenhalt ihrer Geschichte nicht, sonst würde sie sie nicht erzählen und ihre KollegInnen um Aufklärung ihrer eigenen Geschichte bitten. Ästhetische oder formale Ansprüche werden an die Textsorte "Fallerzählung in der Balintgruppe" im Unterschied zur literarischgestalteten Erzählung von niemandem gestellt. Literatur wendet sich an LeserInnen bzw. ZuhörerInnen, die im Zusammenspiel mit dem Textangebot ihre Phantasie entfalten. Der Erfolg einer Balintgruppenarbeit hängt davon ab, ob die FallreferentIn sich als AutorIn ihrer Selbstdarstellung verändert. In der Rezeption und Interpretation von literarischen Erzählungen geht es dagegen selten um die ErzählerIn, sondern um die ZuhörerInnen, die sich beim Zuhören unter dem Einfluss ihrer Lese und Hörerfahrungen verändern. Wenn letzteres hier und da bei Gruppenmitgliedern beim Zuhören einer Erzählung einer FallreferentIn geschieht, und manchmal wird in Rückmeldungen ein solches Ereignis berichtet, so ist das ein schöner Nebeneffekt aber nicht Hauptintention.

Die ZuhörerInnen werden von der BalintgruppenleiterIn aufgefordert, sich eben so zu verhalten wie faszinierte ZuhörerInnen bei einer DichterInnenlesung. Das muss zu Beginn einer Balintgruppe eine zeitlang eingeübt werden, gehört aber sehr bald zur Kultur der Gruppe. Die ZuhörerInnen sollen ihre ganze Aufmerksamkeit auf die Erzählung richten. Die literarische ErzählerIn muss um die Aufmerksamkeit des Publikums ringen, muss alle Register der Spannung ziehen, vielleicht mit Witz und Humor ihre ZuhörerInnen bannen, sie mit dem Schein der schönen Worte blenden und nach den Regeln der Kunst verführen. Sie muss ihr Lachen evozieren, auf ihre Tränendrüsen drücken, ihre Bewunderung hervorlocken, ihre Gefühle animieren und ihre Begeisterung provozieren.

All das braucht die FallreferentIn nicht, sie besitzt die ungeteilte Anteilnahme ihres Publikums quasi "umsonst". Die Gruppenmitglieder richten alle ihre Seelenkräfte, ihre Gefühle, ihre Phantasie und ihre Zuneigung auf die FallreferentIn und deren Geschichte. Wenn sie abschweifen mit ihrer Phantasie, so lassen sie sich von der BalintgruppenleiterIn einreden, dass auch dies wichtig sei und Ausfluss der Geschichte: Auch das Abschweifen in die Phantasie hätte noch Bedeutung für die Geschichte. Die ZuhörerInnen lassen alles beraterische Deuten und Lösen beiseite, sie leiden mit der FallreferentIn, sie gehen mit ihr oder gegen sie in den Affekt. Sie identifizieren sich, distanzieren sich, fühlen, ärgern und freuen sich. Sie gestatten sich alle Assoziationen.

Oft übernehmen die Gruppenmitglieder die Stimmungen aus der Erzählung der FallreferentIn so stark, dass sich die emotionale Situation der erzählten Szene in der Balintgruppe spiegelt, Die im Erleben dieser Emotionen gemeinsam gemachten Erfahrungen tragen dann dazu bei, die Komplexität der Erzählung der FallreferentIn zu vermehren, so dass plötzlich im Raum der Gruppe eine Vielzahl von neuen, manchmal ungewohnten, jedenfalls von der FallreferentIn vorher so noch nicht gesehenen Deutungen und Unterscheidungen steht, aus denen sie sich, indem sie diese Komplexität wieder ordnend zu reduzieren sucht, andere und, wie sie meint, brauchbarere Möglichkeiten aussuchen kann. Sie konstruiert den Verlauf und den möglichen Ausgang ihrer Geschichte anders als vor dem Erzählen, sie sieht sich selbst als eine andere. Sie konstruiert sich neu, was wir Veränderung nennen. Selbst wenn es ihr nicht gelingt, in der Balintgruppensitzung zu einer Entscheidung zu kommen, so hat sich vieles geändert, während sie sich mit ihrer Geschichte den ZuhörerInnen gestellt hat. Viele neue Facetten sind aufgetaucht, die sie erst einmal verarbeiten muss. Selten wird es ihr gelingen, sie nach den alten Mustern, nach denen noch die erste Erzählung der Fallgeschichte gewebt war, wieder ins Lot zu bringen.

Wenn Menschen ungeschützt erzählen, erzählen sie ihr Leben in all seiner Verworrenheit und Klarheit, Komplexität und Eingeschränktheit, Schönheit und Dunkelheit, Verwundung und Freude, Größe und Tiefe, Schuld und Leid, Schwäche und Stärke, Verzweiflung und Hoffnung. Sie erzählen von sich. Sie erzählen sich selbst. Im Erzählen konstruieren sie die Sicht ihrer Wirklichkeit. Sie konstruieren diese, denn es gibt keine Wirklichkeit außerhalb ihrer Erzählung. An welchem Ort ereignet sich das in unserer Zeit sonst noch, dass ein Mensch mit seiner Geschichte und mit seinem Leben im Zentrum steht und andere Menschen um ihn herum ihre gesamte Aufmerksamkeit und ihr offenes Herz auf dieses Menschenleben richten? Menschen mit hoher sozialer Kompetenz können davon nicht unberührt bleiben.

Die Aufgabe der BalintgruppenleiterIn

Die BalintgruppenleiterIn übernimmt eine wichtige Rolle. Sie wird während der Erzählung der FallreferentIn, um es mit den Konstrukten von Sigmund Freud zu sagen: sich völlig ihrem "'unbewussten Gedächtnisse' überlassen" und das Mitgeteilte "für die Zwecke der Deutung, der Erkennung des verborgenen Unbewussten" (1912: 172) verwerten, "ohne die ... Auswahl durch eine eigene Zensur zu ersetzen" (1912: 175). In der Balintgruppe übernehmen die Gruppenmitglieder die Aufgabe der freien Assoziation. Die BalintgruppenleiterIn nimmt die von ihnen eingebrachten Einfälle mit gleichschwebender Aufmerksamkeit wahr, sammelt sie und setzt sie zueinander in Bezug. Sie sammelt also einerseits diese Einfälle und Gefühle, die zur Fallbesprechung vorgebracht werden, andererseits gibt sie Hilfen zum Verarbeiten der Emotion.

Doch nur so weit sich die BalintgruppenleiterIn selbst auf einen Prozess einlassen kann, überträgt sich diese Möglichkeit auch auf die Gruppe und von dort wieder auf die Beziehungsarbeit der FallreferentIn.

Die BalintgruppenleiterIn achtet darauf, die durch die Erzählung ausgelösten Irritationen und Ungereimtheiten als Widersprüche herauszuarbeiten. Sie sorgt dafür, dass die Gruppenmitglieder und die FallreferentIn abweichende Verstehensansätze nicht unter den Tisch fallen lassen oder voreilig glätten. Sie versucht, die Gegensätze und unterschiedlichen Verstehensangebote offen zu halten, so dass die FallreferentIn sich das für sie Passende aussuchen kann.

Oft beendet die FallreferentIn die Arbeit an ihrer Erzählung mit den Worten: "Danke, ich habe genug bekommen." Zuweilen sind dann die anderen Gruppenmitglieder enttäuscht, weil sie vielleicht nicht mitbekommen haben, zu welcher "Lösung" die FallreferentIn gekommen ist.

Nun, so ist das mit einer autopoietischen, selbstreferenziellen Methode!

Vielleicht erfahren die Gruppenmitglieder von der FallreferentIn in einer Rückmeldung oder einer neuen Erzählung, wie es weiterging. Die FallreferentIn durfte über die Gruppe verfügen und sie nutzen wie ein Musikinstrument. Es war ihr gestattet, auf ihm so lange zu spielen, wie sie mochte und die Zeit reichte. Nach ihr wird eine andere SpielerIn zur SolistIn, die vorige FallreferentIn wird wieder zum Bestandteil des Instruments. Ein anderer Fall wird erzählt, ein anderes Leben steht im Mittelpunkt der Gruppe. Das Leben geht weiter.


Anmerkungen:

* Dr. med. Ulrike Brandenburg, Aachen, danke ich für gemeinsame Reflexionen und vielerlei Anregungen. Ein gerüttelt Maß unserer gemeinsamen Balintgruppenarbeit ist in diesen Artikel eingeflossen. Gerhard Leuschner, Münster danke ich dafür, dass ich sieben Jahre lang Mitglied in einer von ihm geleiteten Balintgruppe sein durfte.

[1] vgl. z.B. Roth 1984; Bauriedl 1985; Nedelmann/Ferstl 1989.

[2] vgl. den Versuch von Sies/Brocher 1986, die die Bedeutung der Autopoiese für die Metapsychologie herausstellen und versuchen, Begriffe der Psychoanalyse im Anschluss an die Theorien der biologischen Konstruktivisten Maturana (1982) und Varela (1979) zu reformulieren.

[3] Ich benutze hier das von Freud erfundene Konstrukt, das ich für die Bezeichnung der damit angedeuteten Phänomene nach wie vor für brauchbar halte. Vgl. auch die systemischen Familientherapeuten Simon und Stierlin (1984: 368 ff.), die ebenfalls auf diesen Begriff nicht verzichten wollen.

[4] Erst später auf dem 21. Internationalen Balinttreffen 1993 in Aachen erfuhr ich dann, dass Leiter von Balintgruppen wie ich, die nicht Psychoanalytiker sind, (abwertend?) von diesen Balintoide genannt werden.

[5] vgl. Kersting 1997; 1998; 2000.

[6] Zur Autopoiese vgl. Maturana/Varela 1987; zur Autopoiese in sozialen Systemen vgl. z.B. Luhmann 1990a: 32 ff.; vgl. dazu in der Sprache Balints Balint 1966.

[7] Viabilität wählt Ernst von Glasersfeld (1987) darum als Kriterium für Theorien. In dem Wort Via-bilität wird bewusst das Wort Weg (= Via) konnotiert.

[8] vgl. Bardmann 1994: 45-160; Woltmann-Zingsheim 1994. Diese Selbstreferentialität wird von einigen Konstruktivisten, vor allem von Biologen "Autopoiese" (Maturana/Varela 1987), von Naturwissenschaftler "Kybernetik zweiter Ordnung" (von Foerster 1988). Dass Psychoanalytiker, die meistens Mediziner sind, vor allem die biologische Ausprägung des Konstruktivismus zur Reformulierung der Balintgruppentheorie heranziehen, verwundert nicht. Medizin und Biologie besitzen eine hohe Affinität. Ich selbst beziehe mich in meinem konstruktivistischen Denken besonders auf den Sprachwissenschaftler und Didaktiker Ernst von Glasersfeld (1981) und den Soziologen und Differenztheoretiker Niklas Luhmann (vgl. z.B. Luhmann 1988, 1990b).

[9] vgl. Watzlawick 1974: 51 ff.

[10] vgl. Maturana/Varela 1987: 250 f; Kersting 1991.

[11] Gregory Batesons (1984: 22 ff.) meint, dass wir Menschen vor allem mit Hilfe von Geschichten denken. Mittels Geschichten, die sich Menschen erzählen, reduzieren sie die Komplexität der Welt, indem sie die synchrone Strukturebene des "Hier und Jetzt" mit der diachronen Strukturebene des zeitlichen Ablaufs (vgl. LevyStrauss 1967: 43 ff. u. 11 ff.) zu einem Muster verweben. Menschen erfahren einerseits, dass sie die Zeitdimension nicht umkehren können, andererseits erleben sie die Kommunikation als gleichzeitigen Prozess. In kaum einer anderen Form als in Geschichten kann dies so spannend, beeindruckend und plastisch ausgedrückt werden. Geschichten, die Menschen sich und anderen erzählen, sind gleichsam "Muster in der Zeit" (Bateson 1984: 24). Wenn die Geschichtenerzähler diese Muster mit ihrer "inneren Landkarte" (vgl. Simon/Stierlin 1984: 13 ff.) als Modell, als Ansicht, als Beschreibung der Welt in Übereinklang bringen können, besteht die Chance, dass sie angeregt werden, Veränderungen vorzunehmen.


Literatur:

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Balint, M.: Der Arzt, sein Patient und die Krankheit. Stuttgart 1965

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Bardmann, Th. M.: Wenn aus Arbeit Abfall wird. Aufbau und Abbau organisatorischer Realitäten. Frankfurt/ M. 1994

Bauriedl, T.: Die Auflösung von Beziehungsstörungen in Balintgruppen. In: Dies.: Psychoanalyse ohne Couch. Zur Theorie und Praxis der Angewandten Psychoanalyse. München/Wien/Baltimore 1985: 132148

von Foerster, H.: Abbau und Aufbau. In: Simon, F B. (Hg.): Lebende Systeme. Wirklichkeitskonstruktionen in der systemischen Therapie. Berlin/Heidelberg/New York/London/Paris/Tokyo 1988: 1033

Foulkes, S. H.: Gruppenanalytische Psychotherapie, München 1992

Freud, S.: Ratschläge für den Arzt bei der psychoanalytischen Behandlung. (1912). In: Studienausgabe, Erg. Bd., Frankfurt/M. 1975: 169180

von Glasersfeld, E.: Einführung in den Radikalen Konstruktivismus. In: Watzlawick, P (Hg.): Die erfundene Wirklichkeit. Was wissen wir, was wir zu wissen glauben? Beiträge zum Konstruktivismus. München/Zürich 1981:1638

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Kersting, H. J.: Intervention: Die Störung unbrauchbarer Wirklichkeiten. In: Bardmann, T. M., Kersting, H. J., Vogel, HChr., Woltmann, B.: Irritation als Plan. Konstruktivistische Einredungen. Aachen 1991: 108133

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Kersting, H. J.: Group Supervision as Applied Social Group Work. Vortrag auf dem 20[th] Annual Symposium der Association for the Advancement of Social Work with Groups (AASWG) "Strengthening Resiliency through Group Work" vom 15. - 18. 10. 1998 in Miami/Florida. In: Bulletin international, Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Niederrhein 4/98: 39-48

Kersting, H. J.: Supervision in der Gruppe - eine Spezialform der Sozialen Gruppenarbeit. In: Ders., Neumann-Wirsig, H. (Hg.): In Aktion - Systemische Organisationsentwicklung und Supervision. Aachen 2000: 123-145

Kris, E.: Einleitung zu Freud: Aus den Anfängen der Psychoanalyse 18921902. Frankfurt/M. 1962

LevyStrauss, C.: Struktural Anthropologie. Frankfurt/M. 1967

Luhmann, N.: Selbstreferentielle Systeme, In: Simon, F B. (Hg.): Lebende Systeme. Wirklichkeitskonstruktionen in der systemischen Therapie. Berlin/Heidelberg/New York/London/Paris/Tokyo 1988: 47 53

Luhmann, N.: Die Wissenschaft der Gesellschaft. Frankfurt/M. 1990a

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Maturana, H. R.: Erkennen: Organisation und Verkörperung von Wirklichkeit. Braunschweig, Wiesbaden 1982

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Autor

Dr. päd. Heinz J. Kersting

  • geb. 1937,

  • Studiengangsleiter des Masterstudiengangs

    Supervision der Evangelischen Fachhochschule

    Freiburg am Institut für Beratung und

    Supervision Aachen,

  • Prof. Emeritus der Hochschule Niederrhein,

  • Bacc. theol.,

  • Dipl.-Supervisor (FH),

  • Supervisor (DGSv, SG),

  • Lehrender Supervisor SG,

  • Balintgruppenleiter,

  • Groupworker AASWG,

  • Wissenschaftlicher Direktor des Instituts

    für Beratung und Supervision und des Louis-Lowy-Instituts

    in Aachen,

  • Gründungsvorsitzender der DGSv,

  • Ehrenmitglied der Spanischen Gesellschaft für

    Supervision (ISPA) und der Deutschen Gesellschaft

    für Supervision (DGSv),

  • Träger des International Group Work Award 2003

    der Association for the Advancement of Social

    Work with Groups (AASWG),

  • Forschungs- und Publikationsschwerpunkte:

    Systemische Supervision und Organisationsberatung,

    internationale Sozialarbeit.


Veröffentlichungsdatum: 15. Oktober 2001


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