Sozialarbeit und Sozialpädagogik - zur Einheit einer Unterscheidung

Vortrag auf der Tagung "Sozialarbeit trifft Sozialpädagogik. Kooperation in Praxis und Ausbildung", Fachhochschule Linz, 27. Mai 2004

von Heiko Kleve (Juli 2004)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

als Frau Gumpinger mich einlud, um auf dieser Tagung einen Vortrag zu halten, war ich zunächst verunsichert. Irritiert hat mich der Titel der Tagung: "Sozialarbeit trifft Sozialpädagogik". Denn ich komme aus einem Ausbildungs- und Arbeitskontext, in dem Sozialarbeit und Sozialpädagogik zwar häufig begrifflich unterschieden werden. Aber die verschiedenen Begriffe werden faktisch nicht mehr gebraucht, um unterschiedliche Zielgruppen, Arbeitsfelder, Methoden und Theorien zu bezeichnen. Wenn an der Alice-Salomon-Fachhochschule in Berlin von Sozialarbeit gesprochen wird, dann ist zumeist auch Sozialpädagogik mitgemeint; und wenn Sozialpädagogik genannt wird, dann bezieht sich diese Nennung in der Regel auch auf die Sozialarbeit.

Weiterhin habe ich selbst einen Doppelabschluss, bin gleichermaßen Diplom-Sozialarbeiter und Diplom-Sozialpädagoge und lehre an einer Hochschule, wo die Studierenden eben genau diesen Doppelabschluss erwerben. Auffallend ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass viele Absolventinnen und Absolventen es bevorzugen, sich Diplom-Sozialpädagogen zu nennen. Bereits diese Beobachtung weist darauf hin, dass beide Begriffe unterschiedliche Bedeutungen transportieren, Bedeutungen die dazu führen, dass viele sich lieber Pädagogen nennen als Arbeiter.

Mit diesen Titelvorlieben möchte ich mich jedoch nicht näher beschäftigen. Vielmehr stelle ich meinen weiteren Ausführungen die These voran: dass wir zwar zwischen den Worten Sozialarbeit und Sozialpädagogik unterscheiden, dass beide Begriffe aber wenig Differenzierungskraft besitzen, wenn wir die sozialstrukturelle Geschichte und die konkrete Praxis des Berufsfeldes Soziale Arbeit in den Blick nehmen. Beide Begriffe bezeichnen eine Profession, nämlich die Profession Soziale Arbeit.

Im Folgenden geht es mir darum, ausgehend von der begrifflichen Unterscheidung Sozialarbeit und Sozialpädagogik die Einheit dieser Profession zu beschreiben. Vorausschicken möchte ich sogleich, dass diese Einheit in der Vielfalt, in der Heterogenität der Sozialen Arbeit liegt; wir haben es also mit einer paradoxen Einheit zu tun, einer Einheit, die eine Vielheit ist.

Ich gliedere meinen Vortrag in drei Teile: Im ersten Teil werde ich zunächst - in Anlehnung an Albert Mühlum [1] und Johannes Schilling [2] - unterschiedliche Theoreme zum Verhältnis von Sozialarbeit und Sozialpädagogik vorstellen. Ausgehend vom letzten Theorem, das ich referiere, ausgehend vom Identitätstheorem, werde ich dann zum zweiten Teil des Vortrags kommen, indem ich die Einheit der Unterscheidung von Sozialarbeit und Sozialpädagogik zu bestimmen versuche. Mein Ziel ist es, die Genese der Sozialen Arbeit aus einer gesellschaftstheoretischen Perspektive zu betrachten. Dabei soll deutlich werden, dass Soziale Arbeit als Sozialarbeit und Sozialpädagogik aus einer Ambivalenz der gesellschaftlichen Modernisierung entspringt. Im dritten Teil werde ich dann schließlich - ebenfalls aus einer sehr abstrahierenden Perspektive - die Vielfältigkeit der Praxis Sozialer Arbeit mit der Figur des doppelten Generalismus einzufangen versuchen.

Teil I: Theoreme zum Verhältnis von Sozialarbeit und Sozialpädagogik

Insbesondere Albert Mühlum [3] und Johannes Schilling [4] haben sich die Mühe gemacht, die unterschiedlichen, in der Praxis und der Wissenschaft vorzufindenden Verhältnisbestimmungen von Sozialarbeit und Sozialpädagogik zu untersuchen und zu systematisieren. Davon ausgehend werde ich im Folgenden fünf unterschiedliche Theoreme zum Verhältnis von Sozialarbeit und Sozialpädagogik vorstellen, und zwar erstens: das Differenz- bzw. Divergenztheorem, zweitens: das Subordinationstheorem, drittens: Subsumtionstheorem, viertens: das Konvergenztheorem und schließlich fünftens: das Identitätstheorem.

1. Theorem: Differenz- bzw. Divergenztheorem: Sozialarbeit // Sozialpädagogik

Nach dem Differenz- bzw. Divergenztheorem unterscheiden sich Sozialarbeit und Sozialpädagogik voneinander, und zwar nicht nur begrifflich, sondern auch inhaltlich, z.B. hinsichtlich ihrer Geschichte und ihrer Arbeitsfelder. Sozialarbeit wird in der Tradition der klassischen Armenfürsorge betrachtet und leiste einen Ersatz für schwindende familiäre Sicherungsleistungen. Sozialpädagogik wird in der Tradition der Jugendfürsorge gesehen und leiste einen Ersatz für schwindende familiäre Erziehungsleistungen.

Ein aktueller Vertreter dieses Theorems ist beispielsweise Peter Lüssi, Autor des bekannten Buches Systemische Sozialarbeit (1992). Lüssi behauptet, dass der Unterschied zwischen Sozialarbeit und Sozialpädagogik in der Praxis sehr gut bekannt sei. Vor allem in der Vergangenheit, als das Tätigkeitsfeld der Sozialen Arbeit noch nicht so breitgefächert war, sei dies klar gewesen; damals gab es, so Lüssi, "einfach 'Fürsorger' und 'Erzieher'", [5] der Unterschied sei kein theoretisches Problem gewesen. Aber auch heute noch existiere eine typologische Differenz zwischen beiden Bereichen, wie Lüssi meint.

2. Theorem: Subordinationstheorem: Sozialarbeit -> Sozialpädagogik

Nach dem Subordinationstheorem besteht zwischen Sozialarbeit und Sozialpädagogik ein Verhältnis der Über- bzw. Unterordnung, es wird entweder Sozialarbeit oder Sozialpädagogik als Oberbegriff verwendet. Ein fast schon klassischer Vertreter für die Position, Sozialarbeit als Oberbegriff zu verwenden, ist z.B. Lutz Rössner, der Begründer einer kritisch-rationalistischen Sozialarbeitswissenschaft. Rössner nutzt Sozialarbeit als Oberbegriff, weil dieser Begriff der internationalen Fachsprache (eben social work) entspreche und weil er weiter gefasst sei, auch Maßnahmen einschließe, die nicht nur erzieherischer Natur sind. [6]

Ein Vertreter der Position, Sozialpädagogik als Oberbegriff zu verwenden, ist Johannes Schilling selbst, wenn er betont, dass Sozialpädagogik der ältere und damit traditionsreichere Begriff sei. Während der Begriff Sozialpädagogik bereits 1844 von Karl Mager eingeführt worden sei - insbesondere für die erzieherischen Tätigkeiten außerhalb von Familien und Schulen, wurde der Begriff Sozialarbeit erst ab 1918 verwendet. Der ältere Begriff, so Schilling, ist Sozialpädagogik und damit sei auch sein Anspruch als Oberbegriff gerechtfertigt. [7]

In den letzten zwanzig Jahren kann für Deutschland gesagt werden, dass an Universitätsfachbereichen für Erziehungswissenschaft der Begriff Sozialpädagogik als Oberbegriff bevorzugt wurde, während die Fachhochschulen eher von Sozialarbeit und seit einigen Jahren zusätzlich auch von Sozialarbeitswissenschaft sprechen.

3. Theorem: Subsumtionstheorem: Sozialarbeit + Sozialpädagogik = Soziale Arbeit

Nach diesem Theorem lassen sich zwar Differenzen und Divergenzen zwischen Sozialarbeit und Sozialarbeit konstatieren, aber die beiden Bereiche sind sich so ähnlich, dass sie zum umfassenden System der Sozialen Arbeit zusammen gefasst werden können. Dieses Theorem scheint heute sehr gängig zu sein; es werden die unterschiedlichen Begriffe benutzt, aber zur Bezeichnung des umfassenden Systems von Sozialarbeit und Sozialpädagogik wird von Sozialer Arbeit gesprochen. Ernst Mühlum begründet die Subsumtion, wenn er sagt: Dieses Theorem erscheint "am überzeugendsten, weil es die totale Trennung und Auseinanderentwicklung (Divergenz) ebenso vermeidet, wie die Absetzung und Über-Unterordnung eines Bereichs (Subordination) und stattdessen realistischer die tatsächliche Entwicklung in Richtung zunehmender Übereinstimmung aufgreift". [8]

4. Theorem: Konvergenztheorem: Sozialarbeit --> <--Sozialpädagogik

Nach dem Konvergenztheorem sind Sozialarbeit und Sozialpädagogik zwar von ihrer Geschichte her verschieden, sie laufen in ihrer Entwicklung aber mehr und mehr zusammen, konvergieren also - bis sie irgendwann identisch sind, wie dies Mühlum bereits zur Begründung des Subsumtionstheorems konstatiert hat. Als ein aktueller Vertreter dieses Theorems kann Hans Thiersch gelten, für den die beiden Traditionslinien zu einer einheitlichen Linie zusammenwachsen bzw. bereits zusammen gewachsen sind. [9] Für Schilling ist beispielsweise Hans Pfaffenberger ein Vertreter des Konvergenztheorems. Allerdings äußert sich Pfaffenberger bereits 1966 so, dass eine Identität von Sozialarbeit und Sozialpädagogik in den Blick gerät: "Die soziale und sozialpädagogische Arbeit muß [...] als einheitliches Funktionssystem gesellschaftlicher Hilfen gesehen und verstanden werden". [10]

5. Theorem: Identitätstheorem: Sozialarbeit = Sozialpädagogik = Soziale Arbeit

Mit dem Identitätstheorem wird schließlich die völlige Gleichheit zwischen den inhaltlichen Bestimmungen der Begriffe Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Soziale Arbeit konstatiert. Dieses Theorem scheint sich in der deutschen Ausbildung für Soziale Arbeit inzwischen etabliert zu werden; zumindest wird von der Kultusministerkonferenz in der Rahmenstudienordnung für die FH-Studiengänge der Sozialen Arbeit die Unterscheidung von Sozialarbeit und Sozialpädagogik für obsolet erklärt und grundsätzlich ein gemeinsamer und einheitlicher Studiengang Soziale Arbeit konzipiert. [11]

Nach Roland Merten löst das Identitätstheorem "das diachrone Problem der unterschiedlichsten Entwicklungslinien von Sozialarbeit und Sozialpädagogik analytisch radikal und empirisch fundiert". [12] Dieses Theorem ist für ihn empirisch fundiert, weil in der Praxis heute nicht mehr zwischen den beiden Bereichen unterschieden werde. Dies zeigen etwa Untersuchungen hinsichtlich der Einstellungskriterien von Fachkräften in vermeintlich klassischen Domänen der Sozialarbeit und Sozialpädagogik. Die Praxis, so Merten, nimmt Einstellungen "nach inhaltlich und sachlogisch anderen Kriterien vor[...], als daß sie sich von der 'analytischen' Differenz von Sozialarbeit und Sozialpädagogik leiten läßt". [13]

Während Merten trotz seiner Identitätsthese an einer zwar in der Gegenwart an Plausibilität verlierenden historischen Differenz festhält, soll gerade diese geschichtliche Differenz im Folgenden ebenfalls nivelliert werden. Denn mir geht es darum zu zeigen, dass aus einer gesellschaftstheoretischen Perspektive die Differenz zwischen Sozialarbeit und Sozialpädagogik selbst hinsichtlich der Geschichte verschwindet.

Teil II: Zur historischen Einheit der Unterscheidung Sozialarbeit/Sozialpädagogik

Unbestritten ist, dass die Profession Soziale Arbeit (als Einheit von Sozialarbeit und Sozialpädagogik) an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entstanden ist. [14] Zu dieser Zeit wurden sozial helfende Tätigkeiten mehr und mehr verberuflicht, und es entstanden Ausbildungsstätten, an denen - vor allem Frauen - zur Ausfüllung sozial helfender Tätigkeiten ausgebildet wurden, so z.B. am 15. Oktober 1908 in Berlin, wo Alice Salomon eine der ersten Ausbildungsstätten eröffnete. [15]

Um aber zu verstehen, warum gerade zu dieser Zeit, also im ausgehenden 19. bzw. im beginnenden 20. Jahrhundert Soziale Arbeit als Beruf entstanden ist, lohnt sich eine eher abstrakte gesellschaftstheoretische und auch ideengeschichtliche Perspektive. Denn nach der soziologischen Gesellschaftstheorie Niklas Luhmanns [16] ist dies zugleich die Zeit, die für den endgültigen Wechsel von einer primär in Schichten differenzierten Gesellschaft zu einer primär in Funktionssysteme differenzierten Gesellschaft steht. In der nach Schichten, der segmentär differenzierten Gesellschaft war die Religion das die ganze Gesellschaft umfassende System. Dementsprechend wurden auch Hilfemotive, ob in Familien oder in größeren sozialen Einheiten, Städten und Ländern, religiös inspiriert. Gegenseitige Hilfe von Mensch zu Mensch oder zwischen unterschiedlichen Schichten der Gesellschaft war vor allem ein Gebot der Nächstenliebe, ein Gebot Gottes.

Aber spätestens mit der beginnenden Aufklärung im 17. und 18. Jahrhundert änderte sich allmählich der religiöse Zusammenhalt der Gesellschaft. Die Gesellschaft änderte sich radikal, Gott wurde vom Thron gestürzt, zugunsten vermeintlich vernünftiger, rationaler Prinzipien der Gesellschafts- und Lebensgestaltung. Dies lässt sich am ehesten an der ideengeschichtlichen Entwicklung bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts zeigen, etwa an den Beispielen von Immanuel Kant (1724-1804), Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) und Karl Marx (1818-1883). Aber auch an Friedrich Nietzsche (1844-1900) und Sigmund Freud (1856-1939); wobei Nietzsche und Freud jedoch bereits die Illusionen der Aufklärung und Modernisierung entlarven. Aber zunächst zu Kant, Hegel und Marx: [17]

Mit Kant trat an die Stelle des Glaubens der Verstand, die Rationalität, das Wissen. Die Menschen sollten, wie ein bekannter Satz des Königsberger Philosophen lautet, aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit heraus treten und den Mut haben, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen. Kant klärte die Menschen darüber auf, dass sie selbst die Konstrukteure ihrer Welt sind. Er verlegte die Transzendenz von Gott in das Subjekt, das nun - überhöht als Träger der einen weltgestaltenden Vernunft - zum Maßstab aller Dinge und zum Sitz der Vernunft wurde. Die Vernunft avancierte damit zum neuen Gott, sie sollte die Menschen leiten, die Gesellschaft und die Natur nach den eigenen rationalen Prinzipien zu gestalten.

Mit Hegel entwickelte sich die Idee vom Fortschritt der Weltgeschichte zu immer höheren Stufen - bis hin zu dem Punkt, an dem der weltumspannende rationale Geist bei sich selbst angekommen ist und die Welt vollends aufgeklärt hat. Das Wirkprinzip dieser Forschrittsentwicklung wurde von Hegel Dialektik genannt, ein Kampf der Widersprüche, der immer neue, höhere Einheiten, Synthesen hervorbringe.

Mit Marx wird diese Dialektik vom Kopf auf die Füße gestellt. Demnach stehen sich im Kampf der Gegensätze konkrete gesellschaftliche Klassen gegenüber, die bestimmbar sind anhand ihres Verhältnisses zu den Produktionsmitteln. So gibt es Besitzende, Eigentümer der Produktionsmittel, der Fabriken und Maschinen, und Besitzlose, die ihre Arbeitskraft verkaufen müssen, um ihr physisches und psychisches Leben zu sichern. Der Kampf von Besitzenden und Besitzlosen durchzieht die Geschichte, was diese zu einer Geschichte von Klassenkämpfen macht, die jeweils in eine Revolution münden und so neue Gesellschaftsordnungen hervorbringen. Auf die Sklavenhalterordnung folgt die Feudalgesellschaft, darauf der Kapitalismus. Der Kapitalismus wird schließlich durch die revolutionären Kämpfe des Proletariats gegen die Bourgeoisie in die sozialistische und kommunistische Gesellschaft transformiert. Wenn dies erreicht ist, dann ist die Geschichte an ihr Ziel gekommen, der klassenlosen Gesellschaft.

Von Kant über Hegel bis Marx wird also die Religion, der Glaube, ersetzt durch die gestaltende Kraft des Menschen, durch die menschliche Vernunft, die einem Ziel zustrebt: der Vervollkommnung des Geistes (bei Kant und Hegel) oder der Gesellschaft (bei Marx).

Nietzsche ist schließlich der Zeitzeuge, der den Tod Gottes in seinem Werk Also sprach Zarathustra (1886) ausspricht. Aber zugleich ist Nietzsche auch der erste große Kritiker der Aufklärung. Insbesondere die Ideen von Hegel und Marx werden von Nietzsche widerlegt, der nicht an den Fortschritt glaubt, sondern das Prinzip der ewigen Wiederkehr des Gleichen in der Geschichte erkennt. Des Weiteren negiert er die Hegelsche und Marxsche Dialektik, zerbricht den Dreischritt von These, Antithese und Synthese, vielmehr sieht er eher einen ambivalenten Kampf von Gegensätzen, der nichts Höheres hervorbringt, sondern in der Ambivalenz, in der Gleichzeitigkeit des Gegensätzlichen schon seine Erfüllung findet. Mit Nietzsches Reflexionen erfährt die Idee der fortschreitenden Modernisierung der Welt, der alle Bereiche durchziehenden Aufklärung erste spürbare Angriffe.

Freud ist dann jener Denker, der die Illusionen der Aufklärung gänzlich entlarvt. Mit der Entdeckung eines empirisch durch die psychoanalytische Behandlung beobachtbaren Unbewussten zerstört Freud zwei Ideen, und zwar erstens die Idee, dass Vernunft das oberste Prinzip ist, das den Gang der Geschichte der Menschen bestimmen könne, und zweitens die Idee, dass das vermeintlich vernünftige Subjekt Herr im eigenen Hause, Herr im eigenen Verstande ist. Freud setzt das Unbewusste dagegen, das die Menschen und deren Geschichte eigentlich leite und bestimme und das niemals gänzlich aufgedeckt, der bewussten Vernunft zugeführt werden kann. Vielmehr ist die Rationalität sekundär, kommt immer erst dann, wenn das Unbewusste schon seine Wirkung gezeitigt hat.

Nietzsche und Freud sind nun jene Denker, die ideengeschichtlich etwas aufzeigen, was realgeschichtlich durch die Soziale Arbeit augenscheinlich wird: dass der Gesellschaft eine Ambivalenz inne wohnt, die dazu führt, dass alles mindestens zwei Seiten hat. Soziale Arbeit ist aus gesellschaftstheoretischer Sicht jene Profession, die ihre Existenz den verdeckten, den eher ausgeblendeten, den eher nicht gewollten Seiten gesellschaftlicher Entwicklung verdankt. Soziale Arbeit wurde aus gesellschaftstheoretischer Sicht notwendig, differenzierte sich als eigenständige Profession heraus, weil die gesellschaftliche Modernisierung ihr Ziel einer vollends aufgeklärten und durchrationalisierten Welt nicht erreichte. Vielmehr zeigt sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts - und dafür sind u.a. Nietzsche und Freud wichtige Zeugen -, dass mit dem Siegeszug der Rationalität genau so Irrationalität einher geht, dass mit Reichtum auch die Armut kommt, dass Lösungen zugleich Probleme schaffen. Soziale Arbeit ist die Profession, die sich den anderen Seiten der Rationalität, des Reichtums oder der Lösungen widmet. Dies lässt sich in dreierlei Hinsicht zeigen:

Erstens: Mit der Modernisierung der Gesellschaft zerbrachen die klassischen Familienverbände, es entstand die moderne Kleinfamilie. Diese lebensweltliche Form ist etwa aufgrund ihrer knappen zeitlichen Ressourcen nur noch begrenzt in der Lage, Probleme, die sich ihr stellen, selbst, d.h. in Eigenregie zu lösen: z.B. die Erziehung der Kinder, die Betreuung, Versorgung, Beratung und Pflege von - aus welchen Gründen auch immer - hilfsbedürftigen Menschen. Für diese Problemlagen wurden mehr und mehr die Institutionen der Sozialen Arbeit zuständig. Die Zeit in Familien ist knapp, weil diese verwandt werden muss, um die nötige Energie zu besorgen, die das physische, psychische und soziale Überleben der Angehörigen zu sichern erlaubt: Geld.

Zweitens: Die moderne Gesellschaft ist eine - mit Luhmann gesprochen - funktional differenzierte, in Funktionssysteme gegliederte Gesellschaft. Die Gesellschaft zersplittert sich in unterschiedliche Funktionssysteme, z.B. in Wirtschaft, Politik, Recht, Erziehung/Bildung, Wissenschaft, Kunst, Religion etc. Alle diese Systeme erfüllen hoch spezialisierte Aufgaben, für die sie kompetent und zuständig sind, alles andere fällt aus dem Fokus ihrer Möglichkeiten, z.B. auch die Probleme, die sie aufgrund ihres Funktionierens erzeugen. Beispielsweise müssen Menschen, wollen sie in der modernen Gesellschaft ihr physisches, psychisches und soziales Leben sichern, permanent versuchen, an diesen Systemen teilzunehmen. Denn von diesen Systemen wird die Verteilung der Güter vorgenommen, die das Überleben sichern. Sobald die Teilnahme etwa am Wirtschaftssystem infrage steht und (beispielsweise aufgrund von Arbeitslosigkeit) kein Geld mehr fließt, werden dadurch andere Bereiche ebenfalls tangiert, ist der Mensch gefährdet, auch aus anderen wichtigen Funktionssystemen ausgeschlossen zu werden. Denn Geld ist zumeist als Partizipationsenergie notwendig. Oder wenn die rechtliche Einbindung (z.B. als Staatsbürgerschaft oder als EU-Bürgerschaft) unklar ist, gefährdet dies Möglichkeiten anderer Inklusionen, z.B. am Wirtschaftssystem durch Arbeitsverbot. Es ließen sich viele weitere Beispiele anführen, die zeigen, wie Menschen durch die Funktionsweise der großen Systeme der Gesellschaft gefährdet werden und wie dies ihr ganzes Leben beeinträchtigt, ihre Teilhabe am Rest der Gesellschaft gefährdet.

Die Institutionen der Sozialen Arbeit beschäftigen sich genau mit solchen Problemen, mit Problemen, die die Funktionssysteme erzeugen, aber die sie selbst nicht lösen können. Sobald die Teilnahme an den lebenswichtigen Funktionssystemen der Gesellschaft gefährdet ist, kann potentiell Soziale Arbeit auf den Plan treten.

Drittens: Die moderne Gesellschaft produziert eine Vielfalt von Problemen, die die klassischen und - weil sie älter sind - lange etablierten Professionen (wie Ärzte, Juristen, Priester, Psychologen) nicht lösen können. Das sind in der Regel Probleme mit einer sehr hohen Komplexität, so dass sich diese Probleme nicht unter den Spezialperspektiven der klassischen Professionen, der Ärzte, Priester, Juristen oder Psychologen, subsumieren lassen. Die Zuständigkeit der Sozialen Arbeit wird in der Regel dann nachgefragt, wenn Problemlagen so multidimensional oder unspezifisch sind, dass die klassischen Professionen nicht mehr oder noch nicht zuständig sind. [18]

Ich fasse noch einmal zusammen: Die Soziale Arbeit ist ein professionelles Berufs- bzw. Funktionssystem, das mit der Ausdifferenzierung der modernen Gesellschaft entsteht und auf vier Entwicklungen reagiert - erstens: auf das Verebben religiöser, moralischer Hilfemotive; zweitens: auf die Probleme, Familienangehörige zu erziehen, zu beraten, zu betreuen und abzusichern, weil die Kleinfamilien das selbst aufgrund der komplizierter werdenden gesellschaftlichen Strukturen und der knappen zeitlichen Ressourcen nicht mehr schaffen; drittens: auf die Ausschlüsse, die die ausdifferenzierten Funktionssysteme schaffen, wenn die Teilnahme von Menschen an diesen Systemen gefährdet wird, aber diese Teilnahme Voraussetzung ist, um das physische, psychische und soziale Überleben zu sichern und schließlich viertens: auf jene komplexen, multidimensionalen und unspezifischen Probleme, die in die jeweiligen biologisch-medizinischen, psychologischen, juristisch-sozialen oder religiös-spirituellen Kategorien nicht oder zugleich passen.

Teil III: Der doppelte Generalismus der Praxis Sozialer Arbeit

Wenn meine Annahme stimmt, dass Sozialarbeit und Sozialpädagogik aus der gleichen gesellschaftlichen Notwendigkeit entstanden sind, um nämlich die Ambivalenzen zu bearbeiten, die im Zuge der Modernisierung bezüglich der Lebenswelten (der Familien), der Funktionssysteme und der klassischen Professionen auftreten, dann muss sich dies freilich in der Praxis zeigen. Und genau dies ist auch meine These: Soziale Arbeit ist deshalb ein so vielfältiges, kaum auf einen Nenner zu bringendes Tätigkeitsfeld, weil sie immer dann auf den Plan tritt, wenn die klassisch-modernen gesellschaftlichen Institutionen - Familien, Funktionssysteme, Professionen - Probleme produzieren, die sie selbst nicht mehr bearbeiten können. Soziale Arbeit widmet sich den Problemen, die die Grenzen der herkömmlichen familiären, funktionssystemischen und professionellen Verantwortungsbereiche sprengen.

Dies hat bereits Alice Salomon gesehen, als sie davon sprach, dass sich Soziale Arbeit - im Gegensatz zu anderen Professionen und Wissenschaften, vielleicht ähnlich wie die Familie - mit der Einheit des Menschen zu befassen habe. Denn die Schwierigkeiten oder Erfordernisse, die dazu führen, dass Soziale Arbeit notwendig wird, erlauben kaum Trennungen und Spezialperspektiven: "Man kann die Wirtschaft eines Menschen nicht völlig von seiner Gesundheit und Bildung ablösen. Man kann seine Erziehung und Bildung nicht ohne Rücksicht auf berufliche und wirtschaftliche Zwecke gestalten. Man kann seine Gesundheit nicht fördern, wenn es ihm an Einsicht und Willen, an geistigen und sittlichen Kräften fehlt und wenn die Wirtschaftslage eine gesunde Lebensweise zunichte macht. Darum ist der Mensch in seiner Einheit Gegenstand der Wohlfahrtspflege, nicht seine wirtschaftliche Lage oder seine Gesundheit oder seine Sittlichkeit". [19]

Ich möchte jetzt eine Systematisierung vorschlagen, wie man diese Vielseitigkeit, Pluralität, ja Heterogenität Sozialer Arbeit zu fassen bekommen kann. Diese Systematisierung nenne ich: den doppelten Generalismus Sozialer Arbeit. [20] Soziale Arbeit ist demnach in einer doppelten Weise ganzheitlich, oder besser und reflektierter gesagt: generalistisch tätig.

Erstens: Soziale Arbeit lässt sich als ein gesellschaftliches Berufs- und Funktionssystem verstehen. Dies bringt den universellen Generalismus Sozialer Arbeit in den Blick, also die Heterogenität, die Vielfältigkeit des Gesellschaftsbezugs Sozialer Arbeit. Demnach ist Soziale Arbeit vorbeugend (also präventiv), intervenierend und auch nachsorgend (postventiv) tätig, und dies inzwischen überall in der Gesellschaft, durch alle Lebensalter hindurch, sozusagen von der Wiege bis zu Bahre.

1. Universeller Generalismus

Soziale Arbeit (Soz.arb./Soz.päd.) als gesellschaftliches Berufs- und Funktionssystem

Universeller Generalismus
Heterogenität des Gesellschaftsbezugs Sozialer Arbeit

Prävention, Intervention, Postvention

Sozialhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, Familienhilfe, Behindertenhilfe, Migrantenhilfe, Obdachlosenhilfe, Suchthilfe, Krankenhilfe, Schuldnerhilfe, Rechtshilfe, Altenhilfe,

Zweitens: Soziale Arbeit lässt sich als ein organisatorisches und interaktionelles Handlungssystem betrachten. Soziale Arbeit ist also ein Handeln in Organisationen und unter face-to-face-Bedingungen direkter Kommunikation. Dies bringt den spezialisierten Generalismus in den Blick, also die Heterogenität, die Vielfältigkeit des konkreten Fallbezugs Sozialer Arbeit. Diese Vielfältigkeit zeigt sich zum einen darin, dass Soziale Arbeit als Arbeit mit Einzelnen und Familien, als Arbeit mit Gruppen oder sogar mit ganzen Gemeinwesen bzw. Sozialräumen realisiert werden kann. Diese Arbeitsformen wurden durch unterschiedliche Konzepte, Methoden und Verfahren angereichert, die zum großen Teil aus der psychologischen Nachbarwissenschaft kamen, z.B. durch psychoanalytische, verhaltenstherapeutische, humanistisch-psychologische oder systemisch-familientherapeutische Konzepte mit ihren Methoden und Verfahren. Aber auch aus der Soziologie wurden etwa marxistische, funktionalistische, emanzipatorisch-kritische oder systemtheoretische Theorieansätze aufgenommen, um die Arbeitsformen zu fundieren oder zu kritisieren. In jüngster Zeit scheint die Ökonomie eine zentrale Bezugswissenschaft zu sein, aus der die Soziale Arbeit mit Effizienz- und Effektivitätsdenken angereichert wird. Am deutlichsten wird der heterogene Fallbezug in der Sozialen Arbeit schließlich vor allem dadurch, dass sich in den Arbeitsfedern zwar auf bestimmte Zielgruppen und Adressaten spezialisiert wird, aber der Bezug auf die jeweiligen konkreten Fälle und Zielgruppen bleibt ein ganzheitlich-generalistischer, es werden alle relevanten biologischen/körperlichen, psychischen, sozialen Bedürfnisse und Systeme in den Blick genommen. Genau dies ist der Unterschied Sozialer Arbeit zu den klassischen Professionen, während diese sich für eine Perspektive entscheiden, oszilliert die Soziale Arbeit - ebenso wie der Alltag in den Lebenswelten der Menschen - zwischen diesen unterschiedlichen Perspektiven hin und her.

2. Spezialisierter Generalismus

Soziale Arbeit (Soz.arb./Soz.päd.) als organisatorisches und interaktionelles Handlungssystem

Spezialisierter Generalismus
Heterogenität des Fallbezugs Sozialer Arbeit

Arbeit mit Einzelnen und Familien, Gruppenarbeit, Gemeinwesenarbeit/Sozialraumorientierung

Gleichzeitiger Bezug auf biologische/körperliche, psychische und soziale Bedürfnisse und Systeme

Ich komme zum Schluss: Wie in keinem anderem System der Gesellschaft außer der Familie ist in der Sozialen Arbeit der Mensch als biologisches, psychisches und soziales Wesen in seinen unterschiedlichsten Bezügen relevant. Der doppelte Generalismus Sozialer Arbeit ist die Folge des geschichtlichen Ursprungs Sozialer Arbeit als System der Erziehung, Beratung, Begleitung, Betreuung und Lebensweltgestaltung, das immer dann auf den Plan tritt, wenn Familien/Lebenswelten, andere Funktionssystem oder klassische Professionen an ihre Grenzen geraten. Diese besondere Konstitution Sozialer Arbeit ist selbst ambivalent, denn sie ist zugleich ein Erfolgsrezept und eine Gefahr - Erfolgsrezept ist sie, weil sie der Grund dafür ist, dass das 20. Jahrhunderts, wie Hans Thiersch formuliert, zum sozialpädagogischen Jahrhundert wurde, [21] zu einem Jahrhundert, in dem genau das gebraucht wurde, was die Soziale Arbeit liefert, ganzheitliche Betrachtungsweisen in einer Gesellschaft, die ansonsten differenziert, abspaltet und trennt. Gefährlich ist der doppelte Generalismus Sozialer Arbeit, weil er dazu führt, dass die Profession nur unklare Ränder und Grenzen hat, dass sie selbst - wie die Probleme, die sie bearbeitet - diffus und unscharf konturiert ist. [22] Das ist ein Grund dafür, warum wir Soziale Arbeit als eine postmoderne Profession betrachten könnten. [23] Aber damit wären wir bei einem neuen Thema.

Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!


Anmerkungen:

[1] Albert Mühlum (1996): Sozialarbeit und Sozialpädagogik. Ein Vergleich. Frankfurt/M.: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge, S. 13.

[2] Johannes Schilling (1997): Soziale Arbeit. Entwicklungslinien der Sozialpädagogik/Sozialarbeit. Neuwied/Kriftel/Berlin: Luchterhand, S. 169ff.

[3] A.a.O., S. 13.

[4] A.a.O., S. 169ff.

[5] Zit. n. Schilling, a.a.O., S. 170.

[6] Vgl. Schilling, a.a.O., S. 171.

[7] Vgl. ebd.

[8] Zit. n. Schillin, a.a.O., S. 179.

[9] Hans Thiersch (1996): Sozialarbeitswissenschaft: Neue Herausforderungen oder Altbekanntes?, in: Roland Merten u.a. (Hrsg.): Sozialarbeitswissenschaft - Kontroversen und Perspektiven. Neuwied/Kriftel/Berlin: Luchterhand, S. 1-19.

[10] Zit. n. Schilling, a.a.O., S. 177.

[11] Ich danke für diesen Hinweis Matthias Müller, vgl. ders. (2004): Sozialarbeit - Sozialpädagogik - Soziale Arbeit, unveröffentlichtes Typoskript, S. 32.

[12] Roland Merten (1998): Sozialarbeit - Sozialpädagogik - Soziale Arbeit. Begriffsbestimmungen in einem unübersichtlichen Feld, in: ders. (Hrsg.): Sozialarbeit - Sozialpädagogik - Soziale Arbeit. Begriffsbestimmungen in einem unübersichtlichen Feld. Freiburg/Br.: Lambertus, S. 20.

[13] Roland Merten, a.a.O., S. 21.

[14] Siehe dazu die unterschiedlichsten Geschichtsbücher zur Sozialen Arbeit, etwa: Wolf Rainer Wendt (1995): Geschichte der Sozialen Arbeit. Stuttgart: Enke oder Sabine Hering/Richard Münchmeier (2000): Geschichte der Sozialen Arbeit. Eine Einführung. Weinheim/München: Juventa.

[15] Siehe Alice Salomon (1908): Zur Eröffnung der Sozialen Frauenschule, in: dies. Frauenemanzipation und soziale Verantwortung. Ausgewählte Schriften, Band 1: 1986-1908. Neuwied/Kriftel/Berlin: Luchterhand (1997), S. 480-485.

[16] Niklas Luhmann (1997): Die Gesellschaft der Gesellschaft. 2 Teilbände. Frankfurt/M.: Suhrkamp.

[17] Vgl. gründlicher zu der folgenden Argumentation: Heiko Kleve (2004): Das Nicht-Identische denken. Queer im Kontext radikaler Theoriebildung, in: Gudrun Perko/Leah C. Czollek (Hrsg.): Lust am Denken. Queeres im experimentellen Raum jenseits kultureller Verortungen. Köln: PapyRossa (in Vorbereitung). Grundsätzlich dazu siehe auch: Heiko Kleve (2003): Sozialarbeitswissenschaft, Systemtheorie und Postmoderne. Grundlegungen und Anwendungen eines Theorie- und Methodenprogramms. Freiburg/Br.: Lambertus.

[18] Vgl. ausführlich dazu Heiko Kleve (2000): Die Sozialarbeit ohne Eigenschaften. Fragmente einer postmodernen Professions- und Wissenschaftstheorie Sozialer Arbeit. Freiburg/Br.: Lambertus.

[19] Alice Salomon (1928): Grundlegung für das Gesamtgebiet der Wohlfahrtspflege, in: Werner Thole u.a. (Hrsg.): KlassikerInnen der Sozialen Arbeit. Neuwied/Kriftel/Berlin: Luchterhand, S. 139.

[20] Vgl. ausführlich dazu Heike Kleve (2000), a.a.O., S. 94ff. oder Heiko Kleve (2003), a.a.O., S. 95ff.

[21] Hans Thiersch (1992): Das sozialpädagogische Jahrhundert, in: Rauschenbach/Gängler (Hrsg.): Soziale Arbeit und Erziehung in der Risikogesellschaft. Neuwied/Kriftel/Berlin: Luchterhand, S. 9-23.

[22] Vgl. Heiko Kleve (2000), a.a.O., siehe dazu auch Michael Winkler (1999): Integration ohne Grenzen. Zur gesellschaftlichen Verallgemeinerung sozialpädagogischer Denkweisen, in: Treptow/Hörster (Hrsg.): Sozialpädagogische Integration. Entwicklungsperspektiven und Konfliktlinien. Weinheim/München: Juventa, S. 83-102.

[23] Siehe Heiko Kleve (1999): Postmoderne Sozialarbeit. Ein systemtheoretisch-konstruktivistischer Beitrag zur Sozialarbeitswissenschaft. Aachen: Kersting.


Autor

Dr. Heiko Kleve

  • Geboren 1969 (in Warin), Dr. phil.
  • Studium der Sozialen Arbeit (Dipl.-Sozialarbeiter/Sozialpädagoge) und der Sozialwissenschaften (Soziologie, Politologie und Philosophie)
  • Promotion in Soziologie (1998)
  • Weiterbildung zum Konflikt-Mediator
  • derzeit Gastprofessor für Sozialwissenschaften an der Alice-Salomon-Fachhochschule Berlin, Lehrbeauftragter an der Katholischen Fachhochschule Berlin und an der Fachhochschule Lausitz
  • freiberuflich tätig in der Sozialpsychiatrie und der Jugendhilfe
  • zahlreiche Veröffentlichungen zur Sozialarbeitswissenschaft und zur systemisch-konstruktivistischen Sozialarbeit

eMail: kleve@asfh-berlin.de

HomePage: http://www.asfh-berlin.de/hsl/kleve


Veröffentlichungsdatum: 15. Juli 2004


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