Hans-Christoph Vogel

Special (September 2002)


zum 60. Geburtstag


Erinnerungen an eine Diplomarbeit

von Uschi Porten und Doris Zingsheim

Dank der Idee, ein FestNetz für dich zu entwerfen, holten wir alte Kisten aus dem Keller hervor und entstaubten unsere Diplomarbeit. Thema: ENTWICKLUNG EINER KONZEPTION FÜR EIN SELBSTVERWALTETES PROJEKT. Dieses Werk über betreute Wohngemeinschaften von jugendlichen Auszubildenden, die angesichts der damaligen(!) Lehrstellenkrise fern des Elternhauses einen Berufseinstieg finden mussten, entstand im Sommersemester 1988. Mit gewissem Stolz und deutlichem Wehmut blätterten und lasen wir also in den immerhin 174 Seiten.

Bereits in der Einleitung versuchen wir eine Definition des Wortes alternativ. Wir zitierten nach allen Regeln der Kunst: "Die Idee einer anderen Lebensweise vertretend, die sich gegen herkömmliche gesellschaftliche Normen und Konventionen richtet; sich in einem bewussten Gegensatz zu etwas anderem, auch ähnlichen befinden." Auch wir haben also 1988 nach Alternativen gesucht (und tun es irgendwie heute immer noch). Diese Frage scheint eine "Vogel-Spezialität" zu sein (vgl. AZEH), die sich hoffentlich weiterhin und noch länger in aktuellen Arbeiten deiner StudentInnen finden wird.

Was wäre wohl aus unserem Vorhaben geworden, etwas Alternatives und Selbständiges zu konzipieren, ohne deine vielen ermutigenden wie irritierenden Anregungen und Ideen und vor allem deiner Begeisterungsfähigkeit, die uns in unzähligen Sprechstunden stets einen Schritt weiter voran als zurück brachte.

Erstaunlicherweise wirken unsere 14 Jahre "alten" Ergebnisse immer noch aktuell: Zitat: "Dennoch bleiben Fragen, wie z.B. nach der Weiterentwicklung der Finanzkrise des Sozialstaates und die damit verbundene zukünftige Sozialpolitik (...) offen. (...) Liegt nicht im "Wandel" auch die Gefahr, dass der Staat auf bequeme und kostengünstige Art und Weise seine Verantwortung gerade im sozialen Bereich auf Projekte bzw. private Träger überträgt."

Amüsiert erinnern wir uns auch daran, dass wir die Diplomarbeit mit Farbkopien (damals noch für ca. DM 6,00 das Stück und nur in Düsseldorf erhältlich) aufpeppten. Vielleicht haben auch sie bei unserem technikbegeisterten Prof zu der guten Note beigetragen. Übrigens haben wir uns damals zum ersten Mal an die "elektronische Textverarbeitung" gewagt – an einem Schreibcomputer mit integriertem Minimonitor!

Stilvoll mit Sekt und wieder "alternativ" (Mehrweg-Glas statt Einweg-Becher) haben wir schliesslich mit dir vor dem (inzwischen abgerissenen) Pavillon auf die bestandene mündliche Prüfung angestossen. Heute trinken wir auf dich!

Fritz Karas durfte damals den erkrankten Hans Pöttgens vertreten.

Uschi Porten und Doris Zingsheim


Veröffentlichungsdatum: 22. September 2002


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