Wilhelm Klüsche geht!

Und zwar in Rente! In Pension! In die Emeritierung!

von Albert Verleysdonk (Juni 2005)

Man möchte es nicht für möglich halten, aber es ist wahr! Am 28. Februar 2005 endet definitv die Regentschaft "Kaiser Wilhelms" als Dekan des Fachbereichs Sozialwesen Hochschule Niederrhein, und wir alle, die wir im diesem Fachbereich arbeiten und wie das Institut für Beratung und Supervision mit diesem Fachbereich kooperieren, müssen uns damit abfinden, dass es tatsächlich eine Zeit ohne und nach Wilhelm Klüsche geben wird.

Welche herausragende Bedeutung Prof.Dr. Wilhelm Klüsche nicht nur für den Fachbereich, sondern für die gesamte Soziale Arbeit und die Hochschullandchaft Nordrhein-Westfalens und Deutschlands hatte, und welche Hochachtung und Zuneigung ihm dafür und für seine menschliche Art von den meisten die ihn kennen entgegengebracht wird, zeigte eindrucksvoll die feierliche Veranstaltung aus Anlass seiner Verabschiedung im festlich hergerichteten großen Hörsaal des Fachbereichs Sozialwesen am 26. Janur 2005.

Prof. Klüsches Nachfolger im Amt des Dekans des Fachbereichs Sozialwesen, Prof. Dr. Franz-Christian Schubert, Norbert Bude, der neue Oberbürgermeister Mönchengladbachs und der Rektor der Hochschule Niederrhein, Prof Dr. Hermann Ostendorf eröffneten den Reigen der Redner. Sie alle hoben neben den ganz außerordentlichen Leistungen Klüsches für den Fachbereich Sozialwesen im besonderen und für das Studium der Sozialen Arbeit in Deutschland im allgemeinen die charakterlichen Eigenschaften des scheidenden Dekans hervor.

Sie stellten dabei immer wieder anschauliche Verbindungen mit Professor Klüsches großer Leidenschaft für das Fußballspiel her und machten auch keinen Hehl daraus, dass es im Leben, im Spiel und in der Zusammenarbeit mit ihm zwar immer fair aber nicht immer sanft zugeht. Auch die weiteren Redner, darunter Dekane anderer Fachbereiche und Nachfolger Klüsches in Ämtern auf Landes- und Bundesebene betonten seine fachliche Kompetenz, seine ungebändigte Willens- und Schaffenskraft und seine menschlichen Vorzüge.

Bezeichnend war auch, dass bei allen Verbeugungen auch kleine Seitenhiebe und eine gehörige Portion Humor nicht fehlen durften. Dem Rektor bereitete es sichtliches Vergnügen, Herrn Klüsche wenigstens einmal zu sich her zitieren zu dürfen (zwecks Überreichung der Eremitierungs-Urkunde), Prof. Dr. Klaus Hansen, der die Veranstaltung anregend und humorvoll moderierte, präsentierte unter anderem das "Klüschiavelli-Papier". Prof, Dr. Einbrodt, der zusammen mit den ProfessorInnen Mies, Klammer und Schmid Noerr das musikalische Programm bestritt, sang zum Abschluss mit Blick auf Prof. Dr. Klüsches zweites sportliches Betätigungsfeld, dem Fahrradfahren, das, was ebenso gut als Maxime für sein gesamtes beruflichen Schaffen gelten kann:

Und den Dekan, ihn überholt man nicht!

... was ich persönlich nur bestätigen kann. Genau zweimal bin ich (20 Jahre jünger und mit einem erheblich sportlicheren Rad ausgestattet) mit meinem Dekan zusammen Rad gefahren. Davon einmal den Weg von der Hochschule zu Prof. Klüsches Wohnung und zurück - immer ihm hinterher - quer über Straßen, Fußgängerwege, rote Ampeln und parkende Autos hinweg. Ich habe ihn nicht überholt.


Veröffentlichungsdatum: Juni 2005


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