Netzwerk Schulseelsorge und Beratung

Ein systemisch - konstruktivistisches Beratungsmodell für SchülerInnen und LehrerInnen

von Dagmar Elisabeth Vogel (Mai 2006)


Abstract

Welche Möglichkeiten bietet eine systemisch-konstruktivistische Beratungsarbeit an einer berufsbildenden Schule? Wie kann das, was in außerschulischen Beratungskontexten professionellem Standard entspricht, auch im schulischen Kontext umgesetzt werden? Wodurch unterscheidet sich ein Beratungsansatz, der systemtheoretischen und konstruktivistischen Annahmen folgt von anderen? Der vorliegende Aufsatz stellt den theoretischen Hintergrund eines solchen Beratungsmodells dar.


Der Beratungsbedarf von Schülern[1] ist im Bereich der berufsbildenden Schulen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Die Anlässe dazu sind vielfältig. Jugendliche und junge Erwachsene befinden sich in einer Lebensphase, in der viele Veränderungen anstehen. Solche Lebensphasen können zeitweise konfliktreich verlaufen. Neben Krisen im persönlichen und familiären Bereich treten gehäuft auch Probleme in der Schule und im Ausbildungsbetrieb auf. Diese Entwicklung stellt Lehrerinnen und Lehrer vor neue Aufgaben. Eine Herausforderung, die gestaltet werden will. Wie kann dies gelingen? Das vorliegende Beratungsmodell kann eine Antwort auf diese Frage sein.

Ein systemisch-konstruktivistisches Beratungsmodell geht von der Vorannahme aus, dass ...

Vorankündigung

Wie dieser Beratungsansatz auf Schulebene implementiert worden ist und wie die praktische Umsetzung vor Ort aussieht, können Sie in einem weiteren Beitrag in einer der kommenden Ausgaben nachlesen.


Literaturverzeichnis

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Anmerkungen

[1] Um die Lesbarkeit des Textes nicht zu beeinträchtigen, habe ich mich jeweils für eine Geschlechtsbezeichnung entschieden.

[2] In familientherapeutischen Settings spricht man von Joining und meint damit den Anschluss der Therapeutin an das System. Dieser Anschluss muss durch den gesamten Beratungsprozess aufrecht gehalten werden, wenn der Prozess gelingen soll.

[3] Willke 1993.

[4] Von Foerster, 1981.

[5] Maturana u. Varela 1987.

[6] Maturana u. Varela 1987, S. 85.

[7] Von Schlippe u. Schweitzer 1999, S. 70.

[8] Ludewig 1992.

[9] Levold 1998. Empirische Erkenntnisse zur Interaktion zwischen Therapeut und Klient, die zum Erfolg von Therapien führen, ausführlich dargestellt bei Ludewig 1998.

[10] Welter-Enderlin 1998.

[11] Welter-Enderlin 1998, S. 222.

[12] Buchholz 1998, S. 192.

[13] Buchholz 1998. Buchholz spricht hier von einem "Szenario", S. 164.

[14] Zur Abgrenzung der beiden Begriffe "Abwehr" und "Widerstand" vgl. Schreyögg 2000.

[15] Huschke-Rhein 2003, S. 26.

[16] Huschke-Rhein 2003, S. 26.

[17] Von Foerster 1993.

[18] Minucchin 1997.

[19] Von Glasersfeld 1984.

[20] Vogel 2004, S. 53.

[21] Vogel 2004, S. 53.

[22] Von Foerster 1984.

[23] Breit ausgeführt bei Kersting 2002.

[24] Bateson 1984.

[25] Vogel 2004, S. 52.

[26] Von Foerster 1981.

[27] Levold 1998, S. 20.


Die Autorin

Dagmar Elisabeth Vogel

  • Geboren 1961,

  • Studium der Ev. Theologie in Saarbrücken, Mainz und Heidelberg,

  • zur Zeit Schulpfarrerin an einer Berufsbildenden Schule in Bad Kreuznach,

  • Systemische Therapeutin/Familientherapeutin (DGSF),

  • Supervisorin (DGSv),

  • freiberuflich tätig als Familientherapeutin und Supervisorin in eigener Praxis,

  • Referentin in der Lehrerfortbildung,

  • Homepage: www.d-e-vogel.de,

  • Mail: kontakt@d-e-vogel.de


Veröffentlichungsdatum: Mai 2006


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